Auf dem Pendlerparkplatz am Bahnhof in Mücke-Merlau bleiben derzeit viele Parkplätze frei. FOTO: RS
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Auf dem Pendlerparkplatz am Bahnhof in Mücke-Merlau bleiben derzeit viele Parkplätze frei. FOTO: RS

Zwei-Stunden-Takt zu wenig

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Vogelsbergkreis(pm). Als einen deutlichen Schritt zu weit und als regionale Ausgrenzung bezeichnet der Pro-Bahn-Regionalverband Osthessen die durch den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) veranlassten drastischen Fahrplankürzungen auf der Vogelsbergbahn seit Montag wegen des Coronavirus. Es besteht jetzt lediglich ein Zwei-Stunden-Grundtakt.

Dass man während der Corona-Krise nicht den kompletten Wochentagsfahrplan aufrechterhalten müsse, das erschließe sich auch den Fahrgastvertretern, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Man sehe aber die Samstags- und Ferienfahrpläne als eine hinreichende Basis für eine Änderung an.

Viele Bereiche des Arbeitslebens und der Daseinsvorsorge seien jedoch aufrechtzuerhalten, und dazu müsse auch eine entsprechende öffentliche Personenbeförderung bestehenbleiben.

Gerade Arbeitnehmer/innen in Berufen, welche bislang nur in gängigen Arbeitszeiten von 7.30 bis 16 Uhr beschäftigt waren, seinen nun oft veranlasst zur Schichtarbeit im Zweischichtsystem zu wechseln, sodass nicht die gesamte Belegschaft im Falle einer Corona-Infektion in Quarantäne müsse. Daher sei es unverantwortlich, dass die letzten Fahrten der Vogelsbergbahn nun kurz nach 19 Uhr stattfinden und danach Betriebsruhe auf der Strecke einkehren zu lassen. Tagsüber bestehe nur noch ein Zwei-Stunden-Grundtakt, "das ist völlig inakzeptabel, was nur noch durch die RB 45 der Hessischen Landesbahn zwischen Fulda und Gießen abgedeckt wird, teilt der Regionalverband von Pro Bahn mit. Menschen, die für den Alltagsbetrieb gebraucht würden, kämen nicht mehr zu ihren Arbeitsplätzen. Der Vogelsbergkreis sei nun von der Grundversorgung abgeschnitten.

Die Grundversorgung müsse aus einer stündlichen Verkehrsbedienung tagsüber und aus einem Betrieb bis 22 Uhr bestehen, fordert der stellvertretende Vorsitzende und Regionalsprecher von Pro Bahn Werner Filzinger.

Der RMV greife fortwährend in seinen Entscheidungen immer zulasten von Mittelhessen und Osthessen ein. "Es bedarf nach der Corona-Pandemie einer weitreichenden Analyse, wie künftig in vergleichbaren Krisen der öffentliche Personenverkehr in ganz Hessen in einem vorsorglich ausgearbeiteten Grundangebot mit Stufenkonzeption aufrechterhalten werden kann", konstatiert der Pro Bahn-Regionalverband Osthessen.

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