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Eichhof-Chefarzt Tobias Plücker und seine Mitarbeiter appellieren an die Bevölkerung, Verordnungen einzuhalten. FOTO: LAUTERBACH/PM

Zwei Covid-19-Patienten werden beatmet

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Rechtzeitige Vorbereitung hilft: Am Krankenhaus Eichhof in Lauterbach wurden früh die Cafeteria geschlossen, ein Besuchsverbot in Gang gesetzt, Stationen frei gemacht für die Aufnahme von Corona-Patienten. Acht Intensivbetten mit und drei Intensivbetten ohne Beatmung stehen bereit. Über die Vorbereitungen und Perspektiven informieren Mediziner Tobias Plücker und Vorstand Mathias Rauwolf.

Krankenhäuser bereiten sich unter Hochdruck auf eine Vielzahl von schwer kranken Corona-Patienten vor - so auch im Krankenhaus Eichhof in Lauterbach. Die Anfang Februar in Kraft gesetzte Einsatzleitung zum Coronavirus um Kardiologie-Chefarzt und hygieneverantwortlichem Arzt Tobias Plücker richtet einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung im Vogelsberg, sich an Leitlinien, Beschränkungen und Verordnungen von Bundes- und Landesregierung zu halten, um einen drohenden Zusammenbruch im Gesundheitswesen zu verhindern. Aus seiner Sicht hat der Ernstfall längst begonnen.

"Die gegenwärtige Situation um die Corona-Epidemie ist eine nie dagewesene Herausforderung für uns alle. Dennoch scheinen manche den Ernst der Lage noch immer nicht verstanden zu haben. Ich appelliere an die Bevölkerung, zu Hause zu bleiben, so schwer das auch fällt. Wenn das Gesundheitssystem zusammenbricht, sterben viele Menschen", warnt Plücker vor möglichen verheerenden Auswirkungen.

Bereits früh hatte das Lauterbacher Krankenhaus ein umfangreiches Maßnahmenpaket mit Schließung von öffentlichen Bereichen, wie der Cafeteria und ein Besuchsverbot in Gang gesetzt, um Patienten und Mitarbeiter vor einer Infektion mit dem Virus zu schützen.

Sonderisolierstation eingerichtet

"Gemeinsam mit Verantwortlichen des Kreises haben wir die Vorbereitungen zur Versorgung von coronainfizierten Patienten umgesetzt, schließlich ist die Behandlung Erkrankter nicht nur logistisch aufwendig", teilt Tobias Plücker Erfahrungen der vergangenen Wochen mit. Derzeit befinden sich zwei Covid-19-Patienten in der Obhut des Krankenhauses an Beatmungsgeräten, genauso viele wie im Uniklinikum Gießen. Davon sei der am schwersten Erkrankte ein unter 60-Jähriger ohne bekannte Vorerkrankung. "Eine besondere Verantwortung tragen wir gegenüber unseren Ärzten und Pflegekräften, die jetzt schon eine herausragende Arbeit leisten und denen wir in den nächsten Wochen noch viel abverlangen werden müssen", erklärt Eichhof-Vorstand Mathias Rauwolf. So seien in Vorbereitung auf den Ernstfall eine Sonderisolierstation eingerichtet worden, die OP-Teams heruntergefahren und die Mitarbeiter im "Stand-by"-Modus nach Hause geschickt worden. Planbare Operationen seien verschoben worden. "Für medizinisch dringende OPs steht ein OP-Saal mit dem Fachpersonal zur Verfügung", berichtet der Vorstand.

"Eine Vielzahl von Patienten im Krankenhaus gehört zu Risikogruppen, die in besonderem Maße vor dem Coronavirus geschützt werden müssen", beschreibt Plücker die Situation. "Wir haben derzeit insgesamt acht Intensivbetten mit und drei Intensivbetten ohne Beatmung und bereiten zusätzlich bis zu neun Überwachungsbetten vor." Für den Ernstfall wollen die Verantwortlichen am Krankenhaus Eichhof die Kapazitäten noch erweitern.

"Eine standortbezogene Betrachtung bei der Aufgabe, die zu bewältigen ist, ist nicht mehr zielführend. Krankenhäuser vernetzten sich regional, auf Landesebene und auf Bundesebene aufs Sinnvollste, um der Herausforderung standzuhalten", informiert Mediziner Plücker. Das Robert-Koch-Institut (RKI), die Gesellschaft Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft haben ein Portal freigeschaltet, das die Kapazitäten tagesaktuell erfassen soll. Alle Intensivstationen müssen in einem Online-Register ihre freien Kapazitäten angeben.

"Dieses Portal ist ein weiterer Baustein, um die Krankenhäuser auf den Ernstfall vorzubereiten und gibt einen landes- und bundesweiten Überblick, wo freie Betten sind. So können im Extremfall Patienten unabhängig von der Kapazität im direkten Umfeld einer Beatmung zugeführt werden", macht Vorstand Mathias Rauwolf deutlich.

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