Der Wanderverein mit Vorsitzender Marianne Fleischhauer kümmert sich um das schöne Freizeitgelände Buchholzbrücke - doch die Betreuung wird immer schwieriger. FOTOS: JOL
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Der Wanderverein mit Vorsitzender Marianne Fleischhauer kümmert sich um das schöne Freizeitgelände Buchholzbrücke - doch die Betreuung wird immer schwieriger. FOTOS: JOL

Zukunft der Buchholzbrücke unklar

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Das Freizeitgelände Buchholzbrücke ist ein begehrter Spielplatz für Kinder und willkommener Picknickort für Wanderer auf der Schächerbachtour. Normalerweise hätte die Saison am 1. Mai begonnen, was wegen der Corona-Einschränkungen nicht geht. Zusatzproblem: Der Wanderverein, der das Gelände betreibt, findet keine jüngeren Aktiven.

Das Freizeitgelände an der Buchholzbrücke ist an Wochenenden voller Kinder und Wanderer - wenn keine Corona-Zeiten herrschen. Eng verbunden ist der Platz mit dem Wanderverein, der das Gelände seit 50 Jahren betreut. Viele Spielgeräte haben die Ehrenamtlichen aufgestellt, dazukommen Geräte, die von der Stadt angeschafft wurden. Doch trotz des großen Zuspruchs hat der Verein Schwierigkeiten, jüngere Aktive für den Vorstand und die Betreuung des Geländes zu finden. Vor Kurzem wollte man eigentlich in einer Generalversammlung zusammenkommen, aber die fiel aus.

Wie geht es nun weiter? "Da steht ein großes Fragezeichen", meint Vorsitzende Marianne Fleischhauer. So zieht der schöne Spielplatz auf der Waldlichtung Familien mit Kindern und Wanderer auf der Schächerbachtour an. Kinder aus Kitas und Schulen nutzen des Gelände gern für einen Ausflug. Doch daran hängt auch Organisation vonseiten des Vereins, und die will kaum einer leisten. Es fehlt an Leuten, die Verantwortung für den Betrieb übernehmen, erläutert Fleischhauer. So bleibt viel Arbeit an der Rentnerin und den bisherigen Aktiven hängen, die schon über 80 Jahre alt sind.

Über viele Jahre hinweg wurde am 1. Mai die Saisoneröffnung an der Buchholzbrücke gefeiert. Im Vorjahr kamen "gut 200 Leute", um bei Würstchen vom Grill, Kaffee und Kuchen einen schönen Tag im Wald zu verbringen. Das fällt in diesem Jahr aus, bedauert Fleischhauer. "Mir fehlt das Lachen der Kinder", auch wenn das Gelände ohne Besucher sehr idyllisch ist.

Neue Spielgeräte

Dabei war alles schon vorbereitet. Der Bauhof der Stadt hat ein neues "Hamsterrad" aufgestellt. Das ist eine große Trommel, in deren Innern Kinder laufen können. Das alte Spielgerät war nach einem Unfall abgebaut worden. Die Stadt hat noch ein karussellartiges Spielgerät aufgestellt. Eine Elterninitiative hat den Erlös aus einem Flohmarkt in eine Sandmulde mit einem Baggergestell investiert. Darüber haben sich Fleischhauer und die Aktiven des Vereins sehr gefreut.

Doch dann kam Corona. Der Arbeitseinsatz zur Vorbereitung des Platzes fiel aus. Fleischhauer hat alle paar Tage den Zustand der drei Hütten und des Spielbereichs überprüft. Dabei fiel ihr auf, dass bei schönem Aprilwetter schon einige Besucher Rast am Platz gemacht haben. Leider waren einige Wildpinkler darunter. So entschloss sie sich, die Toilettenanlage zu öffnen. Seither ist es etwas besser, aber die Rücksichtslosigkeit einiger Besucher ärgert die resolute Rentnerin. "Der Wald ist groß genug, da müssen die Leute doch nicht direkt neben dem Spielplatz pinkeln."

Normalerweise bietet der Wanderverein von Mai bis September sonntags Kaffee und Kuchen an. Die Einnahmen kommen dem Platz zugute, wie Fleischhauer betont. Den Kuchenverkauf tragen auch drei jüngere Familien mit, sonst wäre das ehrenamtlich nicht zu schaffen.

Gefragt ist das Engagement der Aktiven beim Reparieren der Hütten mit Küche und Vereinsraum sowie bei der Koordination der Besuchergruppen. Denn das Gelände hat der Verein von der Stadt gepachtet. Also koordiniert Fleischhauer die Kindergruppen, "wenn eine Kindergartengruppe und eine 4. Klasse zusammen auf dem Platz sind, haben die Kleinen keine Chance", ist sie überzeugt. Deshalb sollen Gruppen nur nach Vorabmeldung den Platz nutzen. Sie können dafür Grill und Mobiliar nutzen. Das ist auch deshalb wichtig, weil offenes Feuer im Wald verboten ist.

Was Fleischhauer Sorgen bereitet, ist die Zukunft des Vereins. Der Vorstand besteht aus älteren Mitgliedern, junge Leute sind nicht in Sicht. "Es wandern viele Familien gerne auf der Schächerbachtour, aber vor der Mithilfe im Verein schrecken sie zurück." Die überregional bekannte Wanderroute führt durch das Gelände der Buchholzbrücke. Wie es weitergehen soll, will man im Herbst entscheiden, wenn die Generalversammlung nachgeholt wird.

Viel Hoffnung auf einen Fortbestand des Traditionsvereins hat Fleischhauer nicht. Im vergangenen Jahr kamen zur Hauptversammlung nur 16 Mitglieder. Ob die drei jüngeren Familien, die den Kuchenverkauf an Sonntagen mitbetreuen, das Erbe antreten, ist ungewiss. Sie geht davon aus, dass dann die Stadt gefragt ist zu entscheiden, ob sie das Gelände weiter betreibt.

Dabei will Fleischhauer unbedingt noch das nächste Jahr mit dem Verein erreichen. Dann besteht der Homberger Zusammenschluss stolze 125 Jahre. Mit dem Dachverband ist bereits ein großes Wanderfest in Homberg abgestimmt.

Besonderen Aufschwung nahm das Vereinsleben ab 1966, als Friedrich Döring Vorsitzender wurde. Mit seiner Frau Käthi, Tochter Gudrun und Oma Elisabeth Kraus kam viel Aktivität auf. Das Vereinsgelände im Buchholz wurde gefunden und zum Freizeitgelände mit Vereinshütte umgestaltet. Der Waldspielplatz wird seither in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit in Ordnung gehalten.

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