Pfarrerin Rahel Burkholz erteilt hier ihren neuen Gemeinden und den Gästen im Gottesdienst den Abschlusssegen. FOTO: PM
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Pfarrerin Rahel Burkholz erteilt hier ihren neuen Gemeinden und den Gästen im Gottesdienst den Abschlusssegen. FOTO: PM

Im Zeichen der Hoffnung

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Kirtorf(pm). Die "Sonata zu 4 Stimmen" erklang zum Einzug von Pfarrerin Rahel Burkholz, als sie an der Seite von Propst Matthias Schmidt die evangelische Kirche betrat. Zur Ordination der jungen Pfarrerin hatten sich neben den Kirchenvorständen ihrer neuen Gemeinden Kirtorf und Ober-Gleen auch Dekanin Dorette Seibert, Präses Sylvia Bräuning, Pfarrerin Karin Klaffehn und Vikarin Violetta Gronau sowie Familie und Freunde und zahlreiche Gemeindeglieder in der gut gefüllten Kirche eingefunden.

"Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren." Den Wochenspruch nahm Dekanin Dorette Seibert als Grundlage für ihre Begrüßung, diese Liebe werde Pfarrerin Rahel Burkholz, die im Rahmen des Gottesdienstes für den Dienst in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ordiniert werden sollte, in Zukunft verkünden. Ein Freudentag sei dieses Ereignis sowohl für die Familie und die Freunde der jungen Frau, aber auch für die Kirchengemeinden und das ganze Dekanat.

Und diese Freude war nicht nur der Dekanin anzusehen, sondern sie zog sich durch den ganzen Gottesdienst und drückte sich auch in den Musikbeiträgen aus, die örtliche Gruppen beisteuerten: Neben der Organistin Carina Weitzel und dem evangelischen Posaunenchor Lehrbach unter der Leitung von Reiner Männl gestalteten der Chor Klangfarben unter der Leitung von Christiane Krapp und der evangelische Kirchenchor Kirtorf unter der Leitung von Christina Feldbusch den Gottesdienst musikalisch. Mit ausgewählten Liedbeiträgen wie "Hallelujah" von Leonard Cohen oder "Wo ich auch stehe" von Albert Frey trugen sie zum Gelingen der Feierstunde bei.

Bertolt Brechts Geschichte "In Erwartung großer Stürme" legte Propst Matthias Schmidt seiner Ansprache zugrunde. "Wenn die großen Stürme erwartet werden, geschieht es immer wieder, dass einige der Fischer ihre Schaluppen am Strand vertäuen und sich an Land begeben, andere aber eilig in See stechen." Mut und Klugheit gehörten dazu, sich dem Sturm zu stellen, wandte sich der Propst an Rahel Burkholz, der er diese Geschichte mitgeben wolle.

Mut und Klugheit habe sie schon bewiesen, als sie sich auf den Weg gemacht hat, um Pfarrerin zu werden. Ein Beruf, der heute durch unsichere Gewässer führen könne, da er sich sehr wandele und gerade die jungen Pfarrerinnen und Pfarrer suchen müssten, was ihr Beruf bedeute.

"Wagen Sie es, Ihr Wissen weiterzugeben, seien Sie die Pfarrerin, die nur Sie sein können", rief Schmidt der Dreißigjährigen zu, "leben Sie Ihre Talente und entdecken Sie neue."

Vikariatszeit in Lauterbach

Nach ihrem Vikariat in Lauterbach tritt die Pfarrerin nun ihre erste Pfarrstelle in den Kirchengemeinden an. Der Propst versicherte ihr, dass sie hier nicht alleine sei, sondern sich auf die Unterstützung der Kirchenvorstände, der Gemeindemitglieder und der Kollegen verlassen könne. "Auch unsere Kirche verpflichtet sich, Ihnen beizustehen", schloss Schmidt.

Präses Sylvia Bräuning verlas vor der Ordinierung den Grundartikel der EKHN, Pfarrerin Karin Klaffehn, die Rahel Burkholz im Vikariat begleitet hatte, trug den ersten Teil der Schriftlesung vor. Den zweiten übernahm Thomas Ruppert vom Kirchenvorstand Ober-Gleen.

Die Verpflichtungsfrage an die Pfarrerin und die Gemeinde stellte sodann Propst Matthias Schmidt, flankiert von den Assistenten, die die frisch ordinierte Pfarrerin der Reihe nach segneten und ihr die besten Wünsche zuteilwerden ließen. Die Assistierenden waren: Dr. Robert Ruckelshausen und Heike Jacobi von den beiden Kirchenvorständen, Pfarrerin Karin Klaffehn und Vikarin Violetta Gronau. "Willkommen im Dienst", rief der Propst Rahel Burkholz zu.

Berufen, gesegnet und gesendet zum Dienst der öffentlichen Verkündigung sei Rahel Burkholz nun, freute sich auch die Dekanin, die ebenfalls an die Gemeinde appellierte: "Achten Sie den Dienst Ihrer Pfarrerin, schenken Sie ihr Vertrauen und Freiraum, machen Sie sich gemeinsam auf den Weg!"

Für die beiden Kirchenvorstände sprach Dr. Robert Ruckelshausen. Er drückte die Freude und die Dankbarkeit aus, dass die junge Pfarrerin sich für Kirtorf und Ober-Gleen entschieden habe. Die zweijährige Vakanz auf dieser Stelle habe gezeigt, dass der Kirchenvorstand engagiert und leistungsfähig sei - eine gute Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. "Die Kirche steht gut da, und wir setzen die Segel in der Gewissheit auf die Liebe Gottes", griff Ruckelshausen die einführenden Worte der Dekanin und des Propstes auf.

In einer weltweiten Gemeinschaft

Ihre Predigt stellte Pfarrerin Burkholz ganz in das Zeichen der Hoffnung. Sie gab zu, dass diese angesichts der Nachrichtenlage nicht immer leicht zu finden sei, dabei sei sie lebenswichtig. Als Christin sieht Burkholz sich in einer weltweiten Gemeinschaft, die aus derselben Hoffnung lebt. Auch wenn die Hoffnung nicht immer offensichtlich sei, könne man an sie glauben, wie die Botschaft Gottes lehre. In diesem Vertrauen wolle sie Pfarrerin sein, so Burkholz, die sich nun das Lied "Großer Gott, wir loben dich" gewünscht hatte. Den Segen am Ende ihres Ordinationsgottesdienstes ließ sie ihren Gemeindemitgliedern und Gästen aus ganzem Herzen zukommen.

Den anschließenden Empfang in der Gleentalhalle nutzten noch einige Redner für ein Grußwort, darunter Bürgermeister Andreas Fey und Pfarrer Albrecht Burkholz, der Vater der jungen Pfarrerin. Die Kindergottesdienst-Kinder brachten ein Ständchen, genauso wie der Männergesangverein.

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