Zusätzliche Schulbusse sollen Ansteckungen beim Gedränge vor und in den Omnibussen verhindern, teilt Landrat Manfred Görig in der Sitzung des Kreistags mit. SYMBOLFOTO: NIC
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Zusätzliche Schulbusse sollen Ansteckungen beim Gedränge vor und in den Omnibussen verhindern, teilt Landrat Manfred Görig in der Sitzung des Kreistags mit. SYMBOLFOTO: NIC

Zehn weitere Schulbusse

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Zusätzliche Schulbusse sollen die Ansteckungs- gefahr für Kinder und Jugendliche vermindern. Das teilte am Donnerstag Landrat Manfred Görig in der jüngsten Sitzung des Kreistags mit. Demselben Ziel dient auch der Ein- satz von Spezial-Lüftungsgeräten, deren Nutzung in Schulen geprüft wird. Denn manche Klassen- zimmer lassen sich nur schlecht lüften.

Die Corona-Pandemie beschäftigt auch den Kreistag. So nahmen sich die Kommunalpolitiker in der jüngsten Sitzung in Wartenberg die Lage in Schulbussen und die Luft im Klassenraum vor. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass in Kürze zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt werden sollen, um Gedränge auf dem Schulweg zu verringern. Für Schulen wird die Anschaffung von Spezial-Lüftern geprüft, um in manchen Räumen für klare Luft zu sorgen. Beide Beschlüsse kamen einstimmig zustande.

Doch ohne Debatten geht im Kreistag nichts. Das zeigte sich trotz der beschriebenen einvernehmlichen Beschlüsse. So hatten die Linke-Fraktion und die SPD/CDU-Koalition getrennt voneinander Anträge vorgelegt, in denen vorsichtig gefordert wurde, zu prüfen, ob mehr Omnibusse für den Schülertransport eingesetzt werden können. Das war die Lage vor vier Wochen gewesen, als die Fraktionen die Anträge einreichten. Inzwischen ist der Vogelsbergkreis ebenfalls ein rotes Gebiet auf der Corona-Landkarte, der Schulalltag ist anders geworden.

Zehn zusätzliche Busse für Schüler

Deshalb hat das Land eine Sonderförderung an die Verkehrsgesellschaften zugesagt, damit zusätzliche Schulbusse fahren können. Wie Landrat Manfred Görig weiter berichtete, kommen dafür rund 200 000 Euro bei der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) an. Damit sollen "vom 9. November bis in den April 2021 hinein zehn zusätzliche Busse für den Schülerverkehr eingesetzt werden", hebt Landrat Görig hervor. Die Gesamtkosten bezifferte er auf rund 358 000 Euro, von denen allerdings die Landesförderung abgezogen werden muss.

Für die SPD/CDU-Koalition verwies Matthias Weitzel (SPD) darauf, dass der alte Antrag geändert werden muss. So war eigentlich davon die Rede, den Einsatz zusätzlicher Busse zu prüfen. Inzwischen gehe es um den realen Einsatz weiterer Fahrzeuge. "Die Corona-Pandemie hat sich verändert", die Infektionszahlen seien deutlich hochgegangen, sagte Weitzel.

Dietmar Schnell (Linke) freute sich, dass die Koalition mit ihrem Antrag in dieselbe Kerbe wie seine Fraktion schlägt. Er schlug vor, auch zu prüfen, ob die Anfahrtzeiten der Busse zeitlich entzerrt werden können. Dadurch kämen weniger Schüler zur selben Zeit vor den Schulgebäuden an.

"Das haben wir zusammen mit den Schulleitungen geprüft", erwiderte Görig. Wegen der langen Umlaufzeiten der Busse sei das nicht machbar. Die Busfahrer klappern die einzelnen Dörfer ab und brauchen auf manchen Strecken über eine Stunde für die ganze Tour. Linkensprecher Schnell wiederum verwies auf das Vorbild des Nachbarlandkreises Fulda, der mit einer Entzerrung von Fahrten gute Erfahrungen gemacht habe. Das wischte Görig beiseite, "drehen Sie es nicht so, wie Sie es gerne hätten - dann ist es meistens falsch".

Viele Klassenräume mit Lüftungsanlage

Anders war die Tonlage im Kreistag bei der Diskussion um Lüftungsgeräte für Klassenräume, in denen das vorgeschriebene Stoßlüften oder ein effektiver Luftaustausch nicht möglich ist. SPD/CDU hatten beantragt, die Anschaffung von Lüftern zu prüfen und Geräte über ein Sonderprogramm des Bundes anzuschaffen. Sie seien aber nur in wenigen Klassenräumen notwendig, wie Landrat Görig erläuterte.

Denn neue Schulbauten sind im Niedrigenergie- oder Passivhausstandard errichtet. Das betrifft rund 400 der insgesamt 1200 Klassenräume. Die haben eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die so ausgelegt ist, dass die Raumluft zweimal pro Stunde komplett ausgetauscht wird. In den anderen Räumen ist meist das empfohlene Stoßlüften möglich, um Ansteckungsgefahren zu verringern.

"In einigen wenigen Räumen ist eine effektive Lüftung nicht gewährleistet", sagte Görig. Sie sollen zunächst aus dem normalen Schulbetrieb herausgenommen werden. Für sie komme später eventuell der Einsatz von Lüftungsgeräten infrage.

Darauf zielte der Antrag von SPD/CDU ab, wie CDU-Fraktionsvorsitzender Stephan Paule erläuterte. Der Kreisausschuss soll klären, welche Räume problematisch sind und wie viele Lüftungsgeräte beschafft werden müssen, um Abhilfe zu schaffen. Dabei geht es um einiges an Geld: Dr. Udo Ornik (Grüne) bezifferte die Kosten pro Lüfter auf immerhin gut 3000 Euro.

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