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Zahl der Abiturienten steigt weiter

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Deutschlands Problemkinder werden immer mehr: 6,6 Prozent betrug zuletzt bundesweit der Anteil der jungen Menschen, die keinen Schulabschluss schafften. Das sind 0,9 Prozentpunkte mehr als noch 2011. Wo das Problem liegt? Der Abschluss entscheidet nach allen Daten, die vorliegen, mit darüber, wie sich das weitere Leben gestaltet. Die gute Nachricht:

Der Vogelsbergkreis kommt besser weg.

Deutschlands Problemkinder werden immer mehr: 6,6 Prozent betrug zuletzt der Anteil der jungen Menschen, die keinen Schulabschluss schafften. Das sind 0,9 Prozentpunkte mehr als noch 2011: Der Vogelsbergkreis kommt besser weg: Hier blieben zuletzt 5,6 Prozent (Vorjahr: 5,3 Prozent) ohne jeglichen Abschluss. Im bundesweiten Vergleich bedeutet das für den Vogelsbergkreis Platz 135 in der Bundesliga der Abschlusslosen.

Der Anteil junger Menschen mit Abitur liegt bundesweit bei 34,6 Prozent der zuletzt gezählten Schulabgänger und -gängerinnen. Verglichen damit liegt die Quote im Vogelsbergkreis mit rund 28,2 Prozent niedriger als im Bund. Und in der Bundesliga der Abiturienten liegt der Kreis damit auf Platz 275 unter den 403 im Regionalatlas ausgewerteten Städten, Kreisen und Stadtstaaten. Die bundesweite Negativentwicklung im Land der Dichter und Denker, wo die Bedeutung von guter Bildungspolitik gerne beschworen wird, kann dabei nicht Corona in die Schuhe geschoben werden. Die aktuellen Zahlen betreffen den Zeitraum bis zum 31.12.2019. Corona wurde erst wenige Wochen danach zum Thema. In ganz Hessen beendeten 5,2 Prozent junge Menschen die Schulzeit, ohne einen Hauptschulabschluss in der Tasche zu haben. Das ist eine etwas höhere Quote als im Vorjahr mit 5,0 Prozent.

Jetzt ist diese Zahl statistisch zwar mit Vorsicht zu genießen, weil die Statistiker da zwei Gruppen mixen, die nicht in einen Topf gehören: Enthalten sind auch Schulabgänger ohne Abschluss, die gar keinen Abschluss machen konnten, weil sie eine Förderschule besuchten.

Unter den Abschlusslosen sind aber immer weniger Förderschülerinnen und Förderschüler, das heißt, der Anstieg geht ausschließlich auf vermehrte Abgänge ohne Abschluss aus den anderen Schularten zurück, sagt der Bildungsbericht 2020 der Bundesregierung (alt).

Im Vogelsbergkreis entwickelten sich die beiden Gruppen junger Menschen so: 2011 blieben 5,5 Prozent ohne Abschluss, 2012 waren es 4,2 und aktuell haben eigentlich 5,6 Prozent nicht genug fürs Leben gelernt. Dagegen machten im Sommer 2019 im Vogelsbergkreis rund 28,2 Prozent der Schülerinnen und -schüler Abitur, und damit mehr als im Vorjahr mit 24,7 Prozent.

Im Jahr 2016 hatte die Abiturienten-Quote bei 21,4 Prozent gelegen. Mama Abitur, Papa Abitur, Kind Abitur, das ist eine noch immer eine zutreffende Voraussage für den Bildungsweg. Mehr als sieben von zehn Kindern, von denen mindestens ein Elternteil Abitur oder Fachhochschulreife hat, erreichen diesen Abschluss ebenfalls, sagt die Bildungsstatistik. Kinder und Jugendliche aus wirtschaftlich schwächeren Elternhäusern' gehen oft nicht gleich aufs Gymnasium, sondern wechseln den Bildungsweg häufiger bis zum Ziel Abitur.

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