XXL-Bank ein echter Hingucker

  • vonHerbert Schott
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Feldatal-Groß-Felda(hso). Auf den ersten Blick sieht die neue Bank oberhalb von Groß-Felda über der Friedenseiche an der Kreisstraße Richtung Alsfeld aus wie eine Sitzgelegenheit für Zwerge. Aber es ist natürlich genau andersherum.

Die Holzkonstruktion ist so überdimensional, dass ihre Benutzer darauf wie Winzlinge wirken. Sie steht am Rand eines Grundstückes von Reinhold Schedalke, welches aktuell von Landwirt Dieter Stein gepachtet und genutzt wird. Die neue XXL-Bank ist ein echter Hingucker und auch gleichzeitig eine tolle Raststelle für Wanderer, Radfahrer und sonstige Besucher.

Kommt man von den Rad- und Wanderwegen aus dem "Dautzenrod" hoch zur Kreisstraße, sieht man die Bank nur wenige Meter entfernt auf der gegenüberliegenden Seite. Man genießt von dort oben einen herrlichen Blick auf das im Tal liegende Groß-Felda und darüber hinaus auf den Ortsteil Stumpertenrod und in das Tal der Felda in Richtung Ermenrod. Weiterhin bietet der überdimensionale Sitzplatz Entspannung pur bei Wolkenspielen und Sonnenuntergängen.

Aber es steckt noch mehr hinter diesem Sitzplatz, der mit rund zwei Metern Höhe und 4,50 Metern Breite alles in den Schatten stellt, was das Feldatal und der Vogelsbergkreis sonst an Ruhebänken vorzuweisen haben. Geplant und gebaut hat das Monstrum Rudi Falk aus Groß-Felda. Rudi Falk ist im Ort und darüber hinaus als kreativer Handwerker und Tüftler bekannt, wie auch sein letztes Objekt, "Das Gespicknis", welches vor seinem Haus in der Hauptstraße steht, zeigt (die Alsfelder Allgemeine Zeitung berichtete).

Angeregt für sein neues Projekt wurde er wiederum im Urlaub in Österreich. Bei einer Wanderung und Radtour um die Seiser Alm stieß er auf eine solche XXL-Bank und spontan reifte bei ihm der Gedanke, so etwas für Groß-Felda zu bauen. Es wurden Fotos gemacht, die zu Hause als Grundlage für die Konstruktion dienten.

Bank wiegt 800 Kilogramm

Herbert Stein, ein befreundeter Forstwirt, wusste von einem im Wald oberhalb von Schellhausen liegenden achtzehn Meter langen Lärchenstamm, den Falk beim zuständigen Forstamt erwarb. Der Stamm wurde in vier Stücke geteilt und in einem Sägewerk wurden die erforderlichen Balken, Bohlen, Bretter und Kanthölzer geschnitten. Dazu kamen noch Verstärkungen für den Unterbau aus Stahl, um die Bank zu stabilisieren und im Boden zu befestigen.

"Alle Teile für die Bank habe ich selbst gefertigt", erzählte Rudi Falk bei der offiziellen Übergabe. Rund acht Wochen habe er die Einzelteile, die oft nur mit technischer Hilfe angehoben werden konnten, mit einem Rutscher abgeschliffen und zweimal mit Sonnenblumenöl eingelassen. Dann war es soweit und die neue und rund 800 Kilogramm schwere Bank konnte in dieser Woche an ihren Bestimmungsort gebracht werden.

Eine Besonderheit weist die XXL-Bank auch noch auf: Die Sitzfläche ist zum Aufklappen und natürlich erreicht man den Ruheplatz nur über eine mehrstufige Treppe mit Geländer. Außerdem findet man ein "Bankbuch" analog eines Hüttenbuches, wie man es vom Bergwandern kennt, an der Konstruktion. Eine der ersten Widmungen kam von Bürgermeister Leopold Bach bei der offiziellen Übergabe, bei der auch Ortsvorsteher Hans Jürgen Schneider dabei war.

Dank galt dem Bauherrn Rudi Falk für seine Idee und sein dauerhaftes Engagement für die Gemeinde. Allen künftigen Benutzern wünschte er viele traumhafte Ausblicke und schöne Stunden. Rudi Falk wird nun noch das Umfeld der Bank herrichten und mit Blumensamen einsäen. Auch wird ein Abfallkorb aufgestellt. Falk sagte bei dem Terminh noch, dass sein Grundgedanke auch war, Bürger anzuregen, "wieder mehr Eigeninitiative zu entwickeln".

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