In Wollsocken Richtung Weihnacht

  • vonDieter Graulich
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Ulrichstein (au). Immer wieder gut angenommen wird die Veranstaltung »Advent im Museum« des Fördervereins Museum im Vorwerk. So kamen am Samstag und Sonntag wieder knapp 500 Besucher, um die Angebote der rund 20 Aussteller unter die Lupe zu nehmen und sich für das Weihnachtsfest mit Geschenken zu versorgen.

Ulrichstein (au). Immer wieder gut angenommen wird die Veranstaltung »Advent im Museum« des Fördervereins Museum im Vorwerk. So kamen am Samstag und Sonntag wieder knapp 500 Besucher, um die Angebote der rund 20 Aussteller unter die Lupe zu nehmen und sich für das Weihnachtsfest mit Geschenken zu versorgen.

Bereits auf dem Weg zum Museum waren laute Hammerschläge zu hören. Die Quelle war dann schnell zu sehen, denn die Messerschmiede Torsten Pohl (Rabenau), Andreas und Torsten Ohly (Groß-Eichen und Münzenberg) sowie Bernd Wißner (Nieder-Ohmen) zeigten im Außenbereich des Museums auf althergebrachte Weise mit Kohlefeuer mit historischer Tretesse und Amboss das Schmiedehandwerk und besonders, wie aus einem Stück Stahl eine Klinge wird. Dabei handelt es sich um die Herstellung von Damaszener-Messer. Die Technik des Damaszenerstahlschmiedens ist seit mehr als 2500 Jahren bekannt. Das Verfahren stellte eine Hochtechnologie dar, mit der antike und mittelalterliche Schmiede in äußerst ökonomischer Weise Klingen herstellen konnten, die eine bleibende Schärfe, Zähigkeit und gleichzeitige Härte erreichten. Der Name geht auf die syrische Stadt Damaskus zurück, weil sich dort jahrhundertelang der orientalische Waffenhandel konzentrierte. In mühevoller Handarbeit werden Stähle unterschiedlicher Härte und Legierung wechselweise zusammengeschmiedet. Die Schichten bestehen abwechselnd aus hartem und zähem Stahl. In den drei Etagen des Museums erwarteten die Gäste Adventskränze, Adventsgestecke oder Blumen für die Vorweihnachtszeit. Direkt vom Imker gab es Honig, Met und Honiglikör und die Kinder konnten sich aus Bienenwachs eine Kerze herstellen. Flachs und Auerochswurst Handgemachte duftende Seifen in zarten Farben, Badekugeln und Raumdüfte, Goldschmiede- und Schmuckdesign, Schildkröt- und Käthe-Kruse-Puppen, Teddys, kuschelige Wollsocken, Filzhausschuhe, Stirnbänder, Schals, Fotokalender, Kerzen mit ausgesuchten Motiven zu besonderen Anlässen, stimmungsvolle Leuchten, Patchwork- und Leinenarbeiten sowie Tee, leckere Fruchtaufstriche, Pesto, Dips und Senfsorten vervollständigten das Angebot. In der Lilla-Lotte-Kreativwerkstatt wurden »Unikate für Leib und Leben« wie Taschen und Kleidung aus Schurwolle verkauft. Mützen in allen Formen für lange Spaziergänge, schöne warme handgestrickte Wollsocken und Schals sowie kuschelige Filzhausschuhe standen hoch im Kurs. Großen Zuspruch hatte im ersten Stock der Vogelsberger Krippenbaumeister Thomas Rodemer (Herbstein), der mit seinen liebevoll gestalteten Krippen Vorfreude auf das Fest verbreitete. Er zeigte den Besuchern, wie die Krippen hergestellt werden und warb für den »Herbsteiner Krippenweg«, der derzeit für Besucher geöffnet ist. Ein weiterer Besuchermagnet war im Obergeschoss der Bereich, in dem die Flachsverarbeitung gezeigt wurde. Nachdem Flachs im Vogelsberggarten auf dem Acker für Biodiversität in traditioneller Art geerntet worden war, wurde dieser nun auf althergebrachte Weise zu Rohleinen verarbeitet. Dies wurde mit Museumsgeräten demonstriert und die Besucher hatten Gelegenheit, es einmal selbst auszuprobieren. Gegen eine Spende durften die Besucher auch eine Garbe Flachs zu Dekorationszwecken mit nach Hause nehmen. Im Dachgeschoss konnten zudem Jung und Alt bei Elke Rathert am Nachmittag spannenden Geschichten lauschen. Ein gern besuchter Treffpunkt war wieder die Kaffeetafel der Landfrauengruppe Unter-Seibertenrod, die für eine willkommene Auszeit zum Verwöhnen mit wohlschmeckenden Kuchen und Kaffee sorgte. Etwas Kräftigeres und Herzhafteres gab es am Stand mit Wildfleisch oder Wildwurstspezialitäten sowie Auerochswurst und warme Speisen wurden im Bistro am Museum angeboten.

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