Wohnen in Holz aus dem Vogelsberg

  • vonRedaktion
    schließen

Lauterbach(pm). Im Vogelsberg gewachsen, im Vogelsberg verbaut. Holz aus heimischen Wäldern ist der beste Rohstoff für die Bauwirtschaft. Nachhaltig, langlebig und ressourcenschonend, wie die vielen Fachwerkhäuser und Fachwerkkirchen vergangener Jahrhunderte beweisen. Die Zimmererinnung des Vogelsbergkreises will mit der Ausstellung "Holzbau im Vogelsberg" den Fokus auf den modernen Holzbau richten und dabei Rezepte gegen den Wohnraummangel vorstellen.

"Jedes Gebäude kann heute in Holz geplant und gebaut werden. Mit der Ausstellung wollen wir vor allem Vorurteile aus dem Weg räumen und klarmachen, warum diese Behauptung stimmt", sagt Zimmermeisterin Katrin Schmidt-Wagner vom Organisationsteam der Innung. "Einfach in Holz denken", so lautet die Botschaft der Ausstellung. Mit ihr werden Holzrahmen- und Brettsperrholzbau, Brandschutz sowie Haustechnik erklärt, Informationen richten sich an private, gewerbliche oder kommunale Bauwillige. An Menschen, die alle Vorteile des Holzbaus nutzen und dabei auch den Klimaschutz nicht außer Acht lassen wollen. Selbsterklärend wird die Ausstellung im März jeweils für zwei Wochen in den Filialen der Volksbanken in Lauterbach und Alsfeld zu sehen sein.

Der regionalen Ausstellung gibt die Wanderausstellung Holz.Bau.Architektur der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zudem einen überregionalen Rahmen. Schautafeln zeigen weltweit prämierte Holzbauprojekte aus den vergangenen zwei Jahren. Zur jeweiligen Vernissage hat die Zimmererinnung mit Dr.-Ing. Holger Schopbach, Leiter des Kompetenzzentrums im Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes Kassel, und Dipl.-Ing. Daniel Schmidt, Studienrat an der Staatlichen Technikakademie Alsfeld, zwei Experten gewinnen können, die nach einem kurzen Vortrag den Dialog zum Thema anbieten.

Gesprächs- und Handlungsbedarf besteht, denn der Mangel an bezahlbarem Wohnraum fordert Politik und Handwerk heraus. "Auch der Vogelsbergkreis sollte darüber nachdenken, bezahlbaren Wohnraum für die Menschen anzubieten, die sich die Mieten der Ballungsgebiete nicht mehr leisten wollen oder können", sagt Prof. Stefan Winter aus Lauterbach. Der 60-jährige ist Bau- und Prüfingenieur und Universitätsprofessor mit einem Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion. Als gelernter Zimmermann weiß er, was der Holzbau leisten kann, kennt dessen enorme technische Entwicklung, hat einiges an den Universitäten in München und Darmstadt erforscht und mitentwickelt. Er sieht auch für kleinere Handwerksbetriebe Chancen, jetzt von der Entwicklung im Holzbau profitieren zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare