Vor Verschärfung der Corona-Regelungen treffen sich (v. l.) Stephan Paule, die Bauherren Helmut Nau und Matthias Nau sowie Vorbesitzer Alexander Heinz mit Tochter Luise. FOTO: PM
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Vor Verschärfung der Corona-Regelungen treffen sich (v. l.) Stephan Paule, die Bauherren Helmut Nau und Matthias Nau sowie Vorbesitzer Alexander Heinz mit Tochter Luise. FOTO: PM

Wohn- und Geschäftshaus kommt

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Alsfeld(pm). Viele Geschäfte leiden unter den Auflagen in der Corona-Krise. Deshalb ist es eine Besonderheit, wenn gegen den Trend in der Innenstadt in der Obergasse 12 (ehemalige Buchhandlung Heinz) das Gebäude umfänglich saniert werden soll. Von der Vorbereitung der Maßnahmen, die durch die ANU GbR, vertreten von Helmut Nau und Sohn Matthias, durchgeführt werden, konnte sich Bürgermeister Stephan Paule bei einem Vor-Ort-Termin vor Beginn der verschärften Corona-Regeln überzeugen.

Matthias Nau und sein Vater, der gebürtige Alsfelder Helmut Nau, sind Bauherren "nicht immer aus Leidenschaft, aber immer aus Überzeugung", wie sie äußerten. Das gemeinsame Familienunternehmen ANU GbR hat schon in den vergangenen Jahren die Altbauten in der Schaufußgasse 5-7 grundhaft saniert, zu Wohnungen umgebaut und vermietet. Nun haben sie von Alexander Heinz das Fachwerkgebäude Obergasse 12, viele Jahrzehnte lang der Sitz der Buchhandlung Heinz, gekauft und mit der Vorbereitung der Sanierung begonnen.

"Wenn die Altstadt im Allgemeinen und die Fußgängerzone Obergasse leben will, braucht sie eine Aufwertung", sagt Helmut Nau, der auch im Ruhestand nicht die Bindung an seine Heimatstadt verloren hat. "Wir werden in den Obergeschossen schöne Wohnungen einrichten und die Räume der ehemaligen Buchhandlung sanieren und neu vermieten." Nau nannte noch nicht den zukünftigen Pächter der gewerblichen oder gastronomischen Fläche, konnte aber verraten, dass im Erdgeschoss ein attraktiver Anziehungspunkt für Alsfelder und Gäste entstehen wird. "So viel kann ich sagen: es wird definitiv keine Shisha-Bar, denn so etwas trägt nicht zur Aufwertung bei", gab Nau Bürgermeister Paule mit auf den Weg.

Auch der Bürgermeister betonte, dass bauliche Attraktivierung, mehr Frequenz und hochwertiges Wohnen im Fachwerk die Schlüssel dazu seien, die Alsfelder Altstadt langfristig attraktiv zu halten und attraktiver zu machen. Mit ihren Förderprogrammen "Fachwerkstadt Alsfeld", "Energie- und Klimaschutzrichtlinie" und dem großen Programm "Lebendige Zentren" (ehemals "Städtebaulicher Denkmalschutz") wolle die Stadt Anreize für eine "Altstadtsanierung 2.0" setzen. Die ANU GbR, die schon mit dem Projekt Schaufußgasse 5-7 durch das Programm "Lebendige Zentren" gefördert wurde, wird auch für das Projekt Obergasse 12 wieder einen Förderantrag stellen. Vorbesitzer Alexander Heinz freut sich, dass das Stammhaus seiner Familie in gute Hände komme. Die Investitionen in Wohnen und Geschäftsräume seien genau das Richtige. Lobende und kritische Worte zugleich richtete Helmut Nau an Immobilieneigentümer, Politik und Verwaltung aller Ebenen. Jedes noch so gute Förderprogramm kranke an bürokratischen Antrags- und Abwicklungsprozessen. Die Gesetzgeber müssten stark vereinfachen.

Werte erhalten

Das Thema Denkmalschutz sei immens wichtig, und er sei froh, ein gutes Einvernehmen mit den Behörden erzielt zu haben. Es sei wichtig, dass die Behörden gegenüber Sanierungswilligen als Möglich-Macher auftreten. Immobilieneigentümer müssten sich bewusst sein, dass sie in erster Linie selbst für die Attraktivität ihrer Immobilie verantwortlich seien. Wer jahrelang ein Haus verkommen lasse, dürfe sich nicht wundern, wenn der Wert der Immobilie und der gesamten Lage darunter leide. Auch der Stadt stellte Nau einerseits ein gutes Zeugnis für Ihre Initiative zur Förderung von Fachwerksanierungen und zur Aufwertung von Altstadt und Fußgängerzone aus. Neuralgische Punkte wie eine saubere und optisch ansprechende Lagerung von Abfallgefäßen und die Unterstützung von aufwertenden Baumaßnahmen dürften aber nie aus den Augen verloren werden.

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