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Mit dem bisherigen Ergebnis der Aktion »Mücke blüht auf« zeigen sich auf einer Wiese zufrieden (v. l.) Willi Peter, Jörg Schlosser, Karl Heinz Sommerlade und Dr. Thorsten Reichel.

Wo es summt und brummt

  • VonJutta Schuett-Frank
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An vielen Stellen in Mücke erfreuen bunte Wildblumenwiesen das Auge. Sie sind nicht nur schön, sondern sollen möglichst vielen Insekten einen Lebensraum bieten. Im kommenden Jahr soll das Projekt »Mücke blüht auf« noch weit größer werden.

Karl Heinz Sommerlade und sein Sohn Christian haben in diesen Frühjahr die Kampagne »Mücke blüht auf« gestartet und nun sieht man schon überall die Ergebnisse, es summt, brummt und schwirrt über blühenden Flächen.

Auf 40 verschiedene Parzellen von interessierten Landwirten wurden die rund 100 000 Quadratmeter an Blühflächen verteilt. In allen Ortsteilen, außer in Ruppertenrod und Ober-Ohmen, sind die Blühflächen nun vorhanden

Die Landwirte haben dafür ihre Brachflächen und Randgebiete an den Wegen angeboten, damit dort für das menschliche Auge etwas Schönes entstehen kann, das auch und vor allem der Natur nutzt.

Denn ein Hauptfokus bei der Aktion »Mücke blüht auf« liegt darauf, die Insekten mit Nahrung zu versorgen. Der Klimafairein war von Anbeginn der Aktion »Mücke blüht auf« eingebunden und unterstützte das Vorhaben nach Kräften.

Die schönen Blühfelder liegen nicht an den Hauptverkehrsstraßen, denn dort würden die Insekten auch auf den Windschutzscheiben der vorüberfahrenden Autos landen.

Um das zu verhindern und den Insekten möglichst neue Lebensräume zu bieten, liegen die Wildblumenfelder an Feldwegen und an Rad- und Wanderwegen. Dort können sich Wanderer und Radfahrer nun an einer einzigartigen Blumenvielfalt erfreuen. Christian und Karl Heinz Sommerlade wollen nach eigenen Aussagen mit der Aktion »Mücke blüht auf« Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz, zur Erhaltung der Biodiversität, zur Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit fördern.

Insektenreichtum

Auf diese Weise soll Lebensraum für Bienen und Insekten, Rebhühner, Hohltaube, Waldschnepfen, Feldhamster, Wildkatze und Gartenschläfer geschaffen werden. Für Naturliebhaber können so botanische Glanzlichter entstehen. Die Hoffnung liegt darauf, einen möglichst großen grenzenlosen Insektenreichtum mit Schmetterlingen, Wildbienen, Hummeln oder Tagfaltern zu bekommen.

Es ist ein ehrgeiziges Konzept, welches Christian und Karl Heinz Sommerlade angestoßen haben und es ist erfreulich, dass die ortsansässigen Landwirte und auch Jagdpächter es umsetzen. Karl Heinz Sommerlade meint, dass die Blütenpracht fast ein wenig zu üppig sei, aber es lange Zeit relativ kalt war, dann der große Regen kam und zusammen mit der Wärme die Blumen aufblühen ließ.

Weiter stellte er in Aussicht, dass sich im kommenden Jahr noch weitere Landwirte an der Aktion »Mücke blüht auf« beteiligen wollen. Die schönen Blühfelder lassen die Landwirte nun bis in den Herbst hinein stehen, bevor sie umgeackert werden. Die Vielfalt der Blühpflanzen ist so gewählt, dass die Insekten bis in den Herbst hinein mit Nahrung versorgt sind. Im Spätherbst wird dann die gelbe Sonnenblume ihre volle Pracht entfalten. Aktuell sieht man Kornblumen, die üppige Phacelia, den roten Klatschmohn, Malven oder den Buchweizen leuchten.

Mehr Landwirte wollen mitmachen

Weitere Infos zu »Mücke blüht auf« werden auch im Fair-Verkaufsladen in Nieder-Ohmen zu erhalten sein, der Ende August an den Start geht. Der Verkaufswagen, so Thorsten Reichel, wird schon Anfang August seinen Verkaufsbetrieb aufnehmen. Er genießt derzeit den Ausblick auf das Blühfeld hinter seinem Haus.

Die Landwirte, die an der Aktion teilgenommen haben und im kommenden Jahr wieder teilnehmen werden, wurden vertreten durch Jörg Schlosser (Erster Beigeordneter) und Willi Peter.

Im kommenden Jahr wird man die Blühflächen an prägnanten Stellen mit Hinweisschildern versehen, dass auch Besucher sie besser einsehen können.

Christian und Karl Heinz Sommerlade haben mit »Mücke blüht auf« die Landwirte mit ins Boot geholt. Sein Blühsamen wurde von einer Firma gesponsert und er konnte ihn kostenfrei abgeben.

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