A 49

Es wird Zeit für Dialog

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Am 8.12.2020 kreisen Kraniche über dem Danni und blicken auf eine Schneise der Vernichtung und Verwüstung, die sich durch den gesunden und schönen Mischwald zieht, der in Jahrhunderten mit Hilfe von fähigen Forstleuten und einem weitsichtigen Konzept wachsen konnte. Egoismus, Rücksichtslosigkeit und intrigantes politisches Kalkül haben eine Trassenführung durchgesetzt, die so nie vorgesehen war.

Die Politik handelte jahrzehntelang bei der Planung nicht nach dem Motto, was ist sinnvoll und richtig, sondern ist immer dem Prinzip gefolgt, was dient unserer Machterhaltung und bringt Wählerstimmen. Die Menschen entlang der B 3 und B 62 haben viele Jahre den ständig wachsenden Schwerverkehr und die damit verbundenen Lasten ertragen müssen.

Jetzt lassen sich Politik und Parteien mit Blick auf die kommenden Wahlen dafür feiern, dass sie für Entlastung sorgen. Wie zynisch ist das denn? Die Menschen sollten nicht vergessen, wer ihnen 40 Jahre lang Lärm, Feinstaub und Abgase zugemutet hat. Es waren CDU, SPD und die FDP. Nicht die Aktivisten haben Uneinigkeit, Lügen und Hassparolen in unsere Region gebracht, sondern jene Parteien. Von Beginn an wurden die Menschen als linke Chaoten beschimpft.

Die Homberger CDU möchte sich nicht mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern nach vorne schauen. Nachvollziehbar. Ihre Bilanz der letzten 20 Jahre ist nicht gerade positiv. Wir haben einen großen Verschleiß an Bürgermeistern, an der Gebührenschraube wird gedreht und die Innenstadt verödet. Will man Menschen aus Homberg treffen, muss man bei Aldi in Mardorf einkaufen.

Einen wirklichen Plan scheint es nicht zu geben, dafür immer wieder negative Schlagzeilen. Es wirkt nicht so, als ob sich die Homberger Politik vor der Zustimmung intensiv mit den Auswirkungen des Autobahnbaus beschäftigt hat. Leider haben wir keinen Karl-Hans Dörr mehr, der vor Jahren verhinderte, dass Klärschlämme von Merck in Nieder-Ofleiden eingelagert wurden. Er hat nicht den Gutachten getraut, sondern vor Ort mit einer Handvoll Mitstreitern die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt geprüft.

Ich bin auch nicht der Meinung, dass wir froh sein müssen, dass Menschen politische Ämter übernehmen. Wir bräuchten die Besten für unsere Parlamente. Bei der Demo am 4.12.2020 in Homberg sagte Frau Blum, dass Sie als Mitglied des Kreistages für die A 49 stimmen müsse.

Ich bin immer davon ausgegangen, dass für ein Stadtoberhaupt die eigenen Bürger an erster Stelle kommen und nicht die übergeordnete Politik. Es wird Zeit für Dialog und Wertschätzung.

Manfred Handstein,

Homberg

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