Das Gespann der Wasserwacht steht im Freien, bis als letztes Projekt die Doppelgarage angebaut wird. FOTO: PM
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Das Gespann der Wasserwacht steht im Freien, bis als letztes Projekt die Doppelgarage angebaut wird. FOTO: PM

DRK will Grundstück kaufen

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
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Neue Besen kehren gut. In diesem Sinne hat Andreas Sommer als Bürgermeister schon einiges bewirkt. Arbeitnehmerrechte in der Verwaltung wurden umgesetzt und die Arbeit der Erzieherinnen verbessert. Außerdem stößt Sommer immer wieder auf alte Verträge. Dabei ist ihm aufgefallen, dass das DRK-Heim Nieder-Ohmen am Stützpunkt auf Gemeindegrund steht - unbefristet. Das soll sich ändern.

Hilfsorganisationen wie das DRK leben zu großen Teilen vom Einsatz ihrer Ehrenamtlichen. In Nieder-Ohmen hat so der Ortsverein in den vergangenen vier Jahrzehnte mit dem DRK-Heim etwas aufgebaut, das im Vogelsbergkreis seinesgleichen sucht. Alles ist in Eigenleistung entstanden, und es wurden dabei rund 100 000 Euro investiert. Deshalb ist es nachvollziehbar, wenn das DRK über das Gebäude und umliegendes Gelände in einem Umfang von rund 600 Quadratmeter verfügen möchte.

Seither war die Basis zwischen Gemeinde und DRK eine Vereinbarung von 1983, in der der damalige Bürgermeister Heinrich Stein dem DRK ein unbefristetes Nutzungsrecht der Fläche einräumt. Diese Vereinbarung sei von den folgenden Bürgermeistern Dieter Böck und Matthias Weitzel fortgeschrieben worden, hieß es dieser Tage in Ausschusssitzungen. Mit diesem Stand will sich Andreas Sommer nicht zufriedengeben, denn es gebe keinerlei Details zu Haftungsfragen und Ähnlichem, informierte er.

Gespräche mit dem DRK hätten zunächst nichts ergeben, berichtete Sommer. Denn das DRK habe weiterhin einen unbefristeten Vertrag gewollt. Es gebe aber mit der Gemeinde keinen unbefristeten Vertrag. Das DRK habe in den vergangenen Jahren auf dem Grundstück der Gemeinde rund 100 000 Euro investiert, ohne dass die Gemeinde etwas dazu beigetragen habe. Die Grundfläche benötige die Gemeinde nicht. Derzeit bestehe ein "rechtsloser Raum", nachdem die Gemeinde die Regelung gekündigt hat, erläuterte der Bürgermeister. Im Gespräch sei der Wunsch des DRK aufgekommen, das Areal zu erwerben. Über das Grundbuch oder eine andere Vereinbarung müsse dem DRK eine Überfahrungsmöglichkeit des Stützpunktgeländes zum Gebäude eingeräumt werden, und die Gemeinde solle ein Vorkaufsrecht haben, wenn das DRK Fläche und Gebäude nicht mehr benötigen sollte.

Die Ausschüsse empfahlen den Verkauf des Grundstückes an das DRK.

Feuerwehrstützpunkte haben viele Kommunen der Größenordnung von Mücke, mit direkter Anbindung an das DRK nur wenige. Die bauliche Nähe in Nieder-Ohmen geht zurück auf das Jahr 1982, als das Katastrophenschutzzentrum gebaut wurde. Vorher hatte das DRK in der Gartenstraße mitten im Ort residiert. Bis 2018 wurde auch der hauptamtliche Rettungsdienst vom DRK wahrgenommen, vor zwei Jahren scheiterte eine Fortsetzung allerdings an der personellen Kapazität. Die Johanniter-Unfallhilfe übernahm den Rettungsdienst im Vogelsbergkreis, nicht nur in Mücke.

Das DRK-Heim wurde in vielen Arbeitsschritten bis zur heutigen Größe entwickelt. Ortsvereinsvorsitzender Helmut Reitz und DRK-Kreisgeschäftsführer Thorsten Ellrich erinnern sich daran, dass in den Jahren 1981/1982 die Feuerwache Nieder-Ohmen errichtet wurde. Während diese noch im Bau war, entschloss sich das DRK, das Rotkreuzheim mit vier Fahrzeugstellplätzen zu bauen. Das Projekt wurde 1983 fertiggestellt.

Um mehr Raum für die immer größer werdenden Einsatzfahrzeuge sowie das Material zu schaffen, wurde in den Jahren 1998 und 1999 das komplette DRK-Heim um rund sieben Meter nach hinten verlängert. Ellrich erinnert sich an die Zeit, als damals die Fahrzeuge auch schon einmal hintereinander abgestellt waren und vor einem Einsatz erst rangiert werden musste. Mit der Erweiterung vergrößerte sich die Fläche schließlich um rund 140 Quadratmeter.

Letzter Ausbau war 2007

Trotz der räumlichen Verbesserung mussten immer noch Fahrzeuge wie das der Wasserwacht mit einem Bootsanhänger und Boot im Freien stehen.

Als es wieder neue Fahrzeuge gab, die natürlich größer waren als die Vorgänger, entschloss man sich dann 2007 zu einem weiteren Anbau. Diesmal kam es zu einer Verbreiterung des DRK-Heimes, dem Anbau der Wasserwachtgarage. Der Gebäudeteil ist der Straße zugewandt und acht Meter breit.

Nachdem das DRK in den vergangenen Jahrzehnten so viel Geld und vor allem Arbeit in das Heim gesteckt hat, kam der Vorstand zum Entschluss, das Grundstück von der Gemeinde zu kaufen.

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