Ein verendetes Reh liegt am Rande einer Bundesstraße. FOTO: DPA
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Ein verendetes Reh liegt am Rande einer Bundesstraße. FOTO: DPA

Wie man Wildunfälle vermeidet

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Vogelsbergkreis(pm). Gerade im Frühjahr steigt das Risiko für Wildunfälle wieder merklich an. Auch die heimische Polizeidirektion registrierte in den vergangenen Wochen vermehrt Verkehrsunfälle mit Wild. Glücklicherweise bleibt es in den allermeisten Fällen bei einem Sachschaden. Die Polizei appelliert bei den Autofahrern an eine vorausschauende Fahrweise und ein erhöhtes Gefahrenbewusstsein zur Vermeidung von folgenschweren Wildunfällen.

Denn gerade für Zweiradfahrer stellt der Wildwechsel ein nicht unerhebliches Risiko dar. Die überwiegende Anzahl von Unfällen passiert in den Abend- und frühen Morgenstunden, wobei Übergangsbereiche zwischen Wald- und Feldzonen besondere Gefahrenschwerpunkte darstellen.

Hier ist mit regelmäßigem Wildwechsel zu rechnen, da die Tiere zur Äsung vom Wald auf die Felder ziehen und danach wieder den Schutz des Waldes aufsuchen. Manche dieser Gefahrenbereiche sind mit dem Verkehrszeichen "Achtung, Wildwechsel" oder "Wildwechsel mit einer Zeitangabe" gekennzeichnet. Häufig werden Wildunfälle im Ausmaß unterschätzt.

Ein 20 Kilogramm schweres Reh besitzt bei einer Kollision mit Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne. Daher gibt die Polizei Tipps im Umgang mit Wildwechseln: Sollten Sie ein Tier am Straßenrand entdecken, müssen Sie ihr Fahrzeug deutlich verlangsamen. Schalten Sie zudem ihr Fernlicht aus, da das Tier dadurch geblendet wird und stehen bleibt. Ein zusätzliches Hupen verscheucht das Wild in den meisten Fällen. Sollte ein Zusammenstoß unvermeidbar sein, weichen Sie auf keinen Fall aus. In der Regel sind die Gefahren für Sie selbst und den Gegenverkehr bei Ausweichmanövern höher als der Zusammenstoß selbst.

Ist es zu einem Wildunfall gekommen, beachten Sie folgendes: Kontrolliert anhalten, Ruhe bewahren, Unfallstelle sichern (Warnblinker und Warndreieck), Warnweste anlegen, bei Personenschäden Erste Hilfe leisten und gegebenenfalls den Rettungsdienst verständigen (112).

Aufgrund der Infektionsgefahr sollte man tote Tiere nie ohne Handschuhe anfassen und Abstand zu lebenden Tieren halten, Polizei oder Jagdausübungsberechtige müssen benachrichtigt werden, dazu sollte man den Standort melden.

Generell sollte man Unfälle immer melden, rät die Polizei, selbst wenn kein sichtbarer Schaden entstanden ist, und die Unfallstelle am Fahrbahnrand markieren, damit Jäger geflüchtetes Wild mit speziell ausgebildeten Hunden nachsuchen können.

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