Der Spanischkurs der Volkshochschule mit Georgina Theiß hat nach der Corona-Pause wieder begonnen. Die Abstandsregeln sind vorgegeben, ausgenommen für Menschen, die gemeinsam leben. FOTO: JOL
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Der Spanischkurs der Volkshochschule mit Georgina Theiß hat nach der Corona-Pause wieder begonnen. Die Abstandsregeln sind vorgegeben, ausgenommen für Menschen, die gemeinsam leben. FOTO: JOL

Wieder Betrieb in Volkshochschule

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Vogelsbergkreis(pm). Es sind die kleinen Dinge, die ein überzeugendes Hygienekonzept ausmachen. Was macht man mit den Kopien für die Kursteilnehmer? "Ich lege sie vor dem Unterricht auf einen Tisch und jeder bedient sich, damit man möglichst wenig direkten Kontakt hat", sagt Monika Schenker.

Seit Montag läuft der Unterricht bei der Volkshochschule Vogelsbergkreis wieder, was die VHS-Leiterin mit großer Erleichterung zur Kenntnis nimmt. Zunächst gilt das für Kleingruppen mit bis zu fünf Teilnehmern. In der nächsten Woche sind dann Gruppengrößen von bis zu 15 Menschen drin, aber nur mit wenig Kontakt und viel Abstand.

Zwischen allen teilnehmenden Personen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern sicherzustellen und die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zur Hygiene sind einzuhalten. Im Unterrichtsraum ist ein Mund-Nasen-Schutz nicht nötig, aber auf dem Korridor. Im Kursraum der VHS kann man schnell erkennen, wer im selben Haushalt lebt. Dann sitzt ein Paar beispielsweise zusammen, wie im Spanischkurs von Georgina Theiß. Ansonsten gilt die 1,5-Meter-Abstandsregel. Die Regeln gelten auch bei den VHS-Mitarbeiterinnen, die im Büro ohne Tuch arbeiten, aber auf dem Flur des VHS-Gebäudes in Alsfeld nur mit dem Schutz unterwegs sind.

Schulräume fallen für Kurse weg

Immerhin konnten diese Woche bereits sechs Gruppen in Alsfeld und sieben in Lauterbach starten, dazu eine Grundqualifizierung für Tagespflegepersonen sowie drei Kurse für eine Firma in Fachenglisch. Nötig ist ein eigenes Hygienekonzept auf Grundlage der Vorgaben. Und die kommen immer kurzfristig. "Am Donnerstag hat die Landespolitik entschieden, am Samstag kommt die Verordnung heraus", erläutert Monika Schenker. Das bedeutet wenig Vorlauf für den Betrieb.

So war zunächst unklar, ob eine Kleingruppe aus fünf Personen inklusive Dozentin besteht. Dann stellte sich heraus, es können fünf Teilnehmende und ein Dozent im Raum sein, solange der Abstand eingehalten wird.

Das bedeutet viel Arbeit hinter den Kulissen. So wird zunächst der Leiter gefragt, ob er den Kurs weiterführt. "Manche wollen nicht, weil sie eine kranke Schwester zu Hause haben und kein Risiko eingehen möchten", sagt Schenker. Erst dann werden die Teilnehmer gefragt, ob sie weitermachen wollen. Wenn sie mit Blick auf die Gesundheit verzichten, "gilt bei uns eine erweiterte Kulanzregelung".

Der letzte Schritt ist die Suche nach einem passenden Raum. Bislang gibt es Unterricht in den Hauptstellen in Alsfeld und Lauterbach. Die meisten Schulen fallen als Veranstaltungsorte aus, wie sich inzwischen herausgestellt hat.

"Die haben wegen der aufgeteilten Klassen einen höheren Raumbedarf und die müssen auch noch häufiger gereinigt werden", erläutert Schenker. So ist es nicht möglich, in Homberg die bisher genutzten Klassenzimmer in Anspruch zu nehmen. Alternativen hat die VHS keine gefunden, weil Familienzentrum und Gemeinschaftshäuser weiter geschlossen sind. "Da ist nichts zu machen", sagt Schenker achselzuckend. Deshalb ist insbesondere in den VHS-Zweigstellen mit vielen Kursabbrüchen zu rechnen.

Die Bilanz nach zwei Monaten Schließung sieht so aus, dass 370 Kurse zum Zeitpunkt Mitte April betroffen waren. Das reichte von der Abendveranstaltung zum mehrwöchigen Kurs. Nächste Woche sollen 16 Kurse wieder anlaufen. Darunter sind zwei Gruppen mit mehr als fünf Teilnehmern. Sie arbeiten sich in die Finanzbuchhaltung ein und ihr Prüfungstermin im Sommer steht fest. "Das ist nur zu schaffen, wenn der Unterricht schnell umgesetzt wird", sagt Schenker.

Die übrigen Kurse für Gruppen bis 15 Personen starten erst in der darauf folgenden Woche. Darunter sind auch Gesundheitskurse, nachdem die Turnhallen wieder geöffnet sind. Schwierig wird es mit Integrationskursen für Ausländer. Hier muss erst geprüft werden, ob die Kurse geteilt werden und wie in einem solchen Fall die Kursleitung vergütet wird.

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