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Wie Robin Hood im Homberg-Forest

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Von: Joachim Legatis

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Christof Skirlo mit Langbogen auf dem Gelände »Rothe Kuh«. Der neue Bogen-Parcours wird demnächst eröffnet. © Joachim Legatis

Bogenschießen im Wald und auf lebensgroße Tiernachbildungen aus Kunststoff. Das bietet der Bogenparcours, der in wenigen Tagen im Bereich »Rothe Kuh« zwischen Homberg und Büßfeld eröffnet wird. 28 Schießstationen entstehen dort im Mischwald.

Ein bisschen Robin Hood schwingt mit, wenn Christoph Skirlo von dem neuen Bogen-Parcours im Wald bei Homberg schwärmt. Mit dem legendären Helden aus dem Sherwood Forest haben die künftigen Besucher aber nur das Arbeitsgerät gemeinsam. Es geht darum, auf einem knapp vier Kilometer langen Rundkurs durch das Waldstück »Rothe Kuh« an 28 Stationen auf Tierattrappen aus Kunststoff zu schießen. Der Jagd- oder 3-D-Parcours soll Ende Juli öffnen.

Kniffelige Pfeilschüsse bergauf und hangabwärts sowie durch schmale Durchlässe hindurch machen das Ganze zu einem Abenteuer für geübte Schützen. Die Besucher dürften deshalb zu 98 Prozent aus den vielen Bogensportvereinen kommen, ist Skirlo überzeugt. Für Anfänger bietet er an, erst einmal gemeinsam auf eine Übungswiese zu gehen, »um zu erproben, ob jemand schießen kann«.

Beim Bogenschießen kommt es auf Konzentration und die ideale Körperhaltung an. Verschiedene Bogentypen stellen unterschiedliche Anforderungen. Es gibt vom einfachen Holzbogen bis zum Compoundbogen mit Umlenkrollen und Visier eine ziemliche Bandbreite.

Skirlo hat in dem Waldstück oberhalb der Grünschnittanlage mithilfe des Präsidenten des deutschen Feldbogenverbands einen Rundgang ausgearbeitet, der Schüsse über zehn bis 40 Meter erlaubt.

Schmale Trampelpfade führen durch das Unterholz zu markierten Positionen, von denen aus man auf lebensgroße Tiernachbildungen zielen kann. »Da ist alles dabei, was in den hiesigen Wäldern unterwegs ist, vom Eichhörnchen, Hasen und Fuchs über das Wildschwein bis zum Damhirsch«, erläutert Skirlo. An einer Stelle »fliegt« ein Adler an einer Seilrutsche an dem Schützen vorbei.

Die Beschaffenheit des Bereichs bietet reizvolle Positionsmöglichkeiten. So soll in einer schmalen Schlucht ein Ziel getroffen werden, wobei der Pfeil zwischen der Betonmauer eines alten Seilbahnpodestes und einem Baum hindurch geschossen werden muss. Die Ziele sind überall so aufgestellt, dass dahinter ein Steilhang als »Pfeilfang« aufragt. »Damit niemand gefährdet wird«, so Skirlo.

Ein Vorteil des Waldbereichs sei auch, dass dort keine Wanderwege entlang führen. Geboten wird den Schützen ein Waldparcours mit Anstiegen auf kleine Kuppen, von denen aus man durch das Dickicht schießt. An anderen Stellen wird flach geschossen. Dafür musste die Natur nicht leiden, lediglich schmale Trampelpfade führen zu den Schusspositionen. Skirlo ist froh, bei Revierleiterin Claudia Mävers auf offene Ohren gestoßen zu sein, als er nach einem solchen Gelände suchte. Sie schlug den Bereich um einen früheren Nasslagerplatz von Hessen Forst vor. Der Platz selbst dient als Parkplatz und als Einschießareal. Die Streckenführung ist mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt, betont Skirlo. Dabei werden Punkte wie Feuchtbiotope ausgespart und man nutzt die Geländestrukturen. Das Naturerleben stehe bei dem Parcours im Vordergrund, betont der Betreiber.

Gut für Vielsitzer

Skirlo ist seit Jahren Bogenschütze und in der Bogenabteilung der TSG Deckenbach aktiv. Er meint: »Dieser Sport ist gut für Körper und Geist. Die Bewegungen stärken die Rückenmuskulatur, das ist gut für Menschen, die ansonsten viel sitzen«.

Was Skirlo daneben besonders schätzt, ist der Erholungswert. »Beim Bogenschießen kommt es auf das ideale Schießen an, nicht auf das Ziel.« Man muss sich stark konzentrieren und vergesse die Welt für einen Moment. Das mache den Kopf frei und man komme erholt von der Anlage.

Besonders gilt das für einen Waldparcours, von denen es einige in ganz Deutschland gibt. An der »Rothen Kuh« schätzt Skirlo, dass es dort einen »wunderbaren Mischwald mit einem gesunden Binnenklima gibt.« Das Gelände ist etwas zerklüftet, manche Stellen sehen aus, als käme gleich Frodo aus »Herr der Ringe« um die Ecke.

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