Wenn der Lehrer virtuell unterrichtet

Gießen(chh). Keine Schule auf unbestimmte Zeit. Trotzdem soll den Schülern Unterricht vermittelt werden. Viele Eltern stoßen an ihre Grenzen, wenn sie ihren Kindern bei den von den Lehrern zugeschickten Aufgaben helfen sollen. Nicht selten müssen Mama und Papa ja selbst ihre Arbeit im Homeoffice verrichten. Die drei Firmen Wemakefuture GmbH, WeAreGroup GmbH und efec AG haben daher eine Lösung erarbeitet. In 24 Stunden hat das Team ein virtuelles Klassenzimmer entwickelt, in dem Lehrer und Schüler zusammenkommen können. Der Name: Whatsschool.de. "Ich habe selber Kinder. Ich kenne also die Probleme", sagt Sven Herchenhein.

"Das Schulsystem ist nicht auf Homeschooling ausgelegt. Warum auch? In Deutschland gibt es die Präsenzpflicht." Beziehungsweise gab es. "Durch den Wegfall des Präsenzunterrichts muss schnell eine Alternative her", sagt Herchenhein. Whatsschool.de soll helfen, Schüler und Lehrer zusammenzubringen und gleichzeitig die Eltern zu Hause zu entlasten. Das virtuelle Klassenzimmer legt besonders Wert auf die pädagogische und persönliche Unterstützung durch die Lehrer. Die Lehrer könnten mit den Schülern interagieren, sowohl schriftlich als auch über Kamera und Mikrofon. Online-Sprechstunden seien ebenfalls möglich, zudem könnten die Unterrichtsinhalte aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt angeschaut werden. "Im Moment ist es so, dass die Kinder nach Hause geschickt und die Eltern mit der Vermittlung des Lernstoffs mitunter überfordert sind. Dabei haben sie oft gar keine Zeit," sagt Herchenhein. Er betont: Präsenzunterricht könne nicht eins zu eins ersetzt werden. Die neue Plattform könne aber die vordringlichsten Probleme lösen.

Whatsschool.de ist nicht die erste Lösung für virtuelle Zusammenarbeit. Laut der Entwickler bietet er aber Vorteile, die andere Systeme nicht haben. Ein Punkt sei l der Datenschutz. Jede Schule bekommt einen eigenen Server, sagt Sebastian Heye von Wemakefuture. Zudem sei der Aufwand gering, das Angebot laufe auf dem Browser, eine Installation sei nicht notwendig. Laut Herchenhein kommt das virtuelle Klassenzimmer gut an. "Die ersten Gespräche laufen bereits, Zusagen gibt es aber noch nicht."

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