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Weiter sehr viele Wildunfälle

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Die Zahl der Wildunfälle nimmt sein Jahren im Vogelsberg nicht ab, sondern steigt noch. Das zeigt auch der Unfallbericht der Polizei für das Jahr 2021. Würden Autofahrer in Bereichen mit dem Hinweisschild »Wildwechsel« langsamer fahren, würden sich viele Unfälle vermeiden lassen. SYMBOLFOTO: IMAGO © Red

Die Zahl der Unfälle ist im Vogelsbergkreis 2021 gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent auf 2432 gestiegen. Das geht aus dem Bericht der Polizeidirektion Osthessen hervor. Führten 2020 die Lockdowns noch zu viel weniger Verkehrsaufkommen und sinkenden Unfallzahlen, so liegt die Zahl der Unfälle jetzt schon wieder im Bereich von vor der Pandemie.

Einen beträchtlichen Anteil der Verkehrsunfälle im Vogelsbergkreis machen Wildunfälle aus. Diese haben um 61 auf 1080 Unfälle zugenommen und entsprechen damit einem Anteil von über 44 Prozent an den Gesamtunfallzahlen.

Die Unfallzahlen mit tödlichem Ausgang gingen um drei Unfälle auf sieben Verkehrsunfälle zurück. Bei den Unfällen mit schwerem Personenschaden konnte ebenfalls ein leichter Rückgang von 107 auf 105 Verkehrsunfälle festgestellt werden. Verkehrsunfälle mit leichtem Personenschaden nahmen um 27,8 Prozent von 151 auf 193 Unfälle zu. Die Anzahl der Unfälle mit Sachschaden spiegelt mit einem Anstieg um 7,2 Prozent (+146 Unfälle) die Steigerung der Gesamtunfallzahl wider.

Weniger Unfälle mit Schwerverletzten

Auf gleichem Niveau wie im Vorjahr liegen die alkohol- und drogenbeeinflussten Unfälle. So kam es 2021 zu 42 alkoholbedingten Unfällen sowie fünf Unfällen infolge Drogenkonsums. Dies entspricht exakt den Werten aus 2020.

Eine erfreuliche Entwicklung sei bei den Verkehrsunfallfluchten festzustellen. Stiegen diese in den letzten Jahren teilweise deutlich an, so wurden in 2021 mit 430 Unfallfluchten 19 weniger als 2020 registriert. Die Aufklärungsquote sank leicht von 41 auf 38 Prozent.

Im Jahr 2021 kam es mit 42 Unfällen zu doppelt so vielen unter der Beteiligung von Fußgängern wie in 2020 (21 Unfälle). Die Zahl der Unfälle mit Fahrrädern (44 Unfälle) und Pedelecs (14 Unfälle) bewegt sich auf dem Niveau der Vorjahre.

Eines der Hauptziele der verkehrspolizeilichen Arbeit im Bereich der Zweiradsicherheit in der Polizeidirektion Vogelsberg ist die Reduzierung derUnfallzahlen.

Statistisch gesehen fallen dabei die Motorräder mit einem Hubraum von mehr als 125 ccm besonders ins Gewicht. Als Hauptunfallursache ist unverändert die »nicht angepasste Geschwindigkeit« zu nennen, gefolgt von »zu geringem Abstand« und »Fehlern beim Abbiegen«.

Die Entwicklung der Unfälle mit Personenschaden im Bereich der motorisierten Zweiräder ab 125 ccm ist im Vergleich der letzten drei Jahre rückläufig. Bei 39 Motorradunfällen 2021 wurden insgesamt 48 Personen verletzt.

Davon waren schwer verletzte Personen zu verzeichnen, drei Menschen kamen ums Leben. Bei den Verunfallten sind Fahranfänger im Alter zwischen 18 und 25 Jahren am häufigsten vertreten, darauf folgt die Altersgruppe zwischen 50 und 60 Jahren.

Im Bereich der präventiven Maßnahmen sind Aufklärungsgespräche und dabei das ständige Hinweisen auf mögliche Folgen im Falle eines Motorradunfalles zielführend. 2021 wurde das Projekt »Motorradfahrer auf Augenhöhe« ins Leben gerufen. Die Basis bildet eine Ausfahrt auf den kurvigen und viel befahrenen Strecken des Vogelsbergs. Für 2022 sind ähnliche Maßnahmen geplant.

Mehr Kontrollen im Zweiradbereich

Allerdings ist laut Polizei auch die strafrechtliche Verfolgung von Fehlverhalten wichtig. Die Gründung der Kontrollgruppe Zweirad im Jahre 2021 ist hier zu nennen. Ziel ist es, die Kontrollintensität zu erhöhen und durch gezielte Schulungen und den fachlichen Austausch der Beamten deren Fachwissen zu vertiefen. Die Beamten kontrollierten im vergangenen Jahr 459 Motorräder und 464 Personen und stellten 48 Geschwindigkeitsverstöße, 47 weitere Ordnungswidrigkeiten sowie 61 Fahrzeugmängel fest. Die fallende Tendenz zu verstärken und nach Möglichkeit tödliche Unfälle zu minimieren, ist Motivation und Aufgabe der Kontrollen. Dazu werde es 2022 verstärkte Maßnahmen und auch zeitgleiche Kontrollen mit dem Polizeipräsidium Mittelhessen geben.

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