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Weihnachtsmarkt zu Corona-Zeiten

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Nach einem Jahr Pause wird es dieses Jahr wieder einen Weihnachtsmarkt in Gießen geben. Bereits kommende Woche soll es losgehen. Die aktuelle Corona-Lage hat die Planungen massiv beeinflusst. Doch nun steht das Konzept.

Der Montagnachmittag ist von den Verantwortlichen der Gießen Marketing GmbH mit Spannung erwartet worden. Was werden Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Gesundheitsminister Kai Klose verkünden? Hat das neue Corona-Maßnahmenpaket Auswirkungen auf den Gießener Weihnachtsmarkt? Muss er gar abgesagt werden wie vergangenes Jahr? Nach der Pressekonferenz steht fest: Nein, der Weihnachtsmarkt kann nach einem Jahr Pause über die Bühne gehen. Trotzdem soll der Infektionsschutz bei dem weihnachtlichen Treiben eine große Rolle spielen. Das betont Frank Hölscheidt, der Geschäftsführer der Gießen Marketing GmbH.

Kein generelles 2G- oder 3G-Gebot

Einige Kommunen haben ihre Weihnachtsmärkte schon vor Wochen abgesagt. Gießen blieb jedoch bei seinen Plänen. Die Buden werden sogar so lange öffnen wie noch nie, und zwar vom 18. November bis 30. Dezember. Die frühe Terminierung noch vor dem Totensonntag (an diesem Tag bleibt der Weihnachtsmarkt geschlossen) resultiere aus dem Wunsch von Handel und Schaustellern, sagt Hölscheidt. »Auch andere Kommunen in Hessen starten die Weihnachtsmärkte früher. Wir hoffen zudem, dass durch den längeren Zeitraum eine Entzerrung der Besucherzahlen zu Spitzenzeiten gegeben sein wird.«

Der Weihnachtsmarkt fällt in eine Zeit, die durch steigende Corona-Zahlen geprägt ist. Die Inzidenz erreicht Rekordwerte, Intensivmediziner schlagen Alarm. »Der Gesundheitsschutz aller Besucherinnen und Besucher hat für uns oberste Priorität«, betont Hölscheidt daher. Bei den Vorbereitungen sei der Veranstalter im ständigen Austausch mit den zuständigen Ordnungsbehörden gewesen. »Wir haben bei unserer Planung berücksichtigt, dass die Stände möglichst weiter auseinander stehen. Dort, wo dies nicht möglich ist, sind die entsprechenden Warteschlangen geg enläufig geplant«, sagt der Stadtmarketing-Geschäftsführer und fügt an, dass auch Glühwein ausgeschenkt werden soll.

Insgesamt wird es rund 60 Stände geben, die im Großen und Ganzen genauso angeordnet sein sollen wie in den Vorjahren. Viele weitere Angebote sind geplant, zum Beispiel die Eisbahn und Aufführungen des Tinko-Kindertheaters.

Lüftungskonzept für Innenräume

»Dort, wo sich vor den Ständen eine Schlange bilden könnte, werden wir mit entsprechenden Hinweisen zur Einhaltung des Abstands arbeiten. Die Schausteller sind gleichfalls verpflichtet, die Hygienemaßnahmen an ihren Ständen umzusetzen. Weiterhin werden wir auch vielfach durch Aushänge darauf verweisen, dass wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, das Tragen einer Maske Pflicht ist«, betont Hölscheidt.

Somit gilt auf dem Gießener Weihnachtsmarkt dort, wo es eng werden könnte, Maskenpflicht und Abstandsgebot. Eine generelle 3G- oder gar 2G-Vorgabe wird es hingegen nicht geben. »Eine 2G- oder 3G-Regelung gilt nur für abgeschlossene Bereiche. In solchen Fällen ist es dem Betreiber überlassen, 2G oder 3G umzusetzen. Zusätzlich gilt hier die Einhaltung eines Lüftungskonzepts«, sagt Hölscheidt und nennt als Beispiele Festzelte oder Hütten.

Einen ersten Vorgeschmack, wie eng es auf dem Weihnachtsmarkt werden könnte, haben die Verantwortlichen vergangenes Wochenende während des Stoffmarkts erhalten. Den Mindestabstand haben längst nicht alle Besucher eingehalten und nicht jeder Mund war mit einer Maske verhüllt. Die Tatsache, dass beim Weihnachtsmarkt von vielen Besuchern Glühwein getrunken wird, dürfte die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln nicht unbedingt vereinfachen.

Das weiß auch Hölscheidt. Neben Kontrollen durch das Ordnungsamt setzt der Stadtmarketing-Chef aber auch auf das Verantwortungsbewusstsein von Schaustellern und Gästen. Damit die Tinko-Aufführung von »Hänsel und Gretel« das einzige Schauermärchen des diesjährigen Weihnachtsmarkts bleibt.

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