Bürgermeister Stephan Paule (l.) und Tobias Diehl vom Bauamt stellen die Ausbaupläne für den Marktplatz Alsfeld vor. FOTO: JOL
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Bürgermeister Stephan Paule (l.) und Tobias Diehl vom Bauamt stellen die Ausbaupläne für den Marktplatz Alsfeld vor. FOTO: JOL

Wasserspiele für den Marktplatz

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Autofahrer werden ausgesperrt: Seit Montag gehen die Bauarbeiten am und auf dem Marktplatz in Alsfeld weiter. Vermutlich bis Mitte des Jahres ist die Zufahrt gesperrt. Gebaut wird unter anderem ein Wasserspiel.

Auch wenn die Schneeflocken erst kürzlich wieder gewirbelt haben, breiten sich im Alsfelder Bauamt Frühlingsgefühle aus. Seit Montag geben nach der Winterpause wieder die Bauarbeiter den Takt auf dem historischen Marktplatz vor. Dafür wird die Durchfahrt dichtgemacht, die mit behelfsmäßigen Asphaltdecken vor der Weihnachtszeit ermöglicht wurde.

Dieser Tage stellten Bürgermeister Stephan Paule und Bauamtsleiter Tobias Diehl die Pläne für den zentralen Platz der Stadt vor. Als zweiten Bauabschnitt gehen die Handwerker nunmehr den oberen Teil des Marktplatzes an, dazu die Einmündungen der Zufahrtswege. Die Geschäfte am Marktplatz bleiben natürlich zugänglich.

Am Ende wird als eine Neuerung das neue Wasserspiel ins Auge fallen. Ein ebenerdiger Bereich mit 14 Wassersprudlern bringt etwas Leichtigkeit auf das Gelände. Die neuen Werte des Platzes werden erst auf den zweiten Blick erkennbar sein. Installiert werden neue Leuchten, Wasser- und Stromanschlüsse für Feste, Bauern- und Weihnachtsmarkt, dazu kommt ein rollatortauglicher Streifen rund um den Platz, der mit kleinen Natursteinen gepflastert ist.

Besonders wichtig ist aber die Sanierung der Unterwelt aus Leitungen, Wasser- und Abwasserrohren, die sanierungsreif sind. Um dieses Ziel zu erreichen, wird vom Rand her zur Mitte hin gebaut. "Wir müssen die komplette Stromversorgung erneuern, und da fängt man am besten an den Rändern des Baubereichs an", sagt Diehl. So laufen seit Montag die Arbeiten in der Oberen Fulder Gasse, der Baugasse und der Rittergasse. Zudem werden Vorarbeiten im vorderen Bereich des Kirchplatzes angegangen.

"Unser Ziel ist es, möglichst schnell wieder die Zufahrt zum Marktplatz zu ermöglichen", sagt Diehl. Bürgermeister Paule hofft, dass Mitte des Jahres die Fahrbahn in diesem Bereich wieder freigegeben werden kann. Bis zum Herbst sollen die Arbeiten komplett abgeschlossen sein. Dabei haben Diehl und Paule aus den Erfahrungen des Vorjahres gelernt, dass immer wieder Verzögerungen eintreten, weil archäologische Funde gesichert werden müssen. So erinnert sich Diehl daran, dass die Arbeiter vor dem Marktcafé in 1,20 Metern Tiefe eine historische Pflasterung gefunden haben. "Früher lag das Niveau des Platzes ein Stück tiefer." Auch eine massive Grundmauer unter dem oberen Platzbereich musste erst archäologisch untersucht werden, bevor die Arbeiten weitergingen.

Fundament gefunden

Deshalb ist mit den Bauarbeitern vereinbart, dass bei Bedarf eine Baustelle ruht und ein anderer Bereich des Platzes angegangen wird. "Wenn wir nicht so flexibel wären, könnten noch nicht so weit sein", sagt Diehl. Die Baufirma arbeitet zügig, aber die Erneuerung von Kanalrohren in bis zu 4,50 Metern Tiefe dauert ihre Zeit.

Unklar ist auch, wann die Ergebnisse einer Untersuchung mit einem Bodenradargerät vorliegen (die Alsfelder Allgemeine berichtete). Die Auswertung dauert vier bis sieben Wochen, man erhofft sich Rückschlüsse auf die Fundamente eines Gebäudes, das möglicherweise direkt vor dem Eiscafé Piazza gestanden hat. Deshalb ist es unklar, ob der Übergang Marktplatz/Obergasse in diesem Bauabschnitt mitgemacht werden kann.

Klar ist jedenfalls, dass die aktuell mit einer Asphaltschicht gesicherten Flächen am Rathaus und an der Mainzer Gasse Priorität haben. Dort muss der Untergrund betoniert werden, weil in den Kurvenbereichen der Fahrbahn besondere Belastungen der Oberfläche auftreten.

Zeitgemäß sind künftig die Fahrradständer an der Ecke zur Oberen Fulder Gasse sowie nahe dem Glockenturm. Für eine bessere Begehbarkeit des Platzes sorgt die Pflasterung. Inmitten des Platzes werden die alten größeren Basaltquader verlegt, der Streifen am Rand mit kleinen Natursteinen. Auch die Zufahrtstraßen werden mit dem rollatorfreundlichen kleineren Pflaster versehen, die enger gelegt werden.

Die Stufen zwischen Rathaus und dem Restaurant Kartoffelsack werden umgestaltet, damit Fußgänger barrierefrei durchkommen. In der Obergasse setzt sich das seniorenfreundliche Pflaster mit kleinen Natursteinen fort. Auf lange Sicht sollen im Fußgängerbereich die Betonsteine natürlichen Oberflächen weichen.

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