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Warum jetzt diese große Eile?

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So viel Unstimmigkeiten in einer kleinen Stadt, aber worum geht es hier eigentlich noch?

Um die Sinnhaftigkeit einer Autobahn? Oder um die nichtsnutzigen, gewaltbereiten Aktivist*innen oder doch eher um die unverhältnismäßige Polizeimacht im Ort?

Zunächst einmal sollte man die Themen differenziert voneinander betrachten, da ist eine Autobahn, die vor 40 Jahren geplant wurde und jetzt mit aller Macht und Unvernunft durchgeprügelt wird.

Trotz aller Aufrufe, mal innezuhalten und das Gespräch miteinander zu suchen, wird diese Autobahn ohne Feierabend, in der Dunkelheit, ohne Wochenende und ohne Einschränkung durch Corona durchgezogen. Trotz mehrerer gefährlicher Vorfälle, einem strittigen Wassergutachten und vor allem einer gut ausgearbeiteten Alternative wird immer weitergemacht, man fragt sich, warum solche Eile, nachdem es ja schon 40 Jahre Zeit hatte? Hat man es etwa so eilig, weil es eigentlich auf der Hand liegt, dass diese Autobahn unsinnig und vor allem viel schädlicher als nützlich ist? Gibt es da Verantwortliche, die keine Fehler eingestehen können? Oder verliert da einfach jemand viel Geld, wenn diese Autobahn nicht gebaut wird?

40 Jahre wurden die Anwohner und Anwohnerinnen der belasteten Straßen ignoriert, wie viele werden eine Entlastung nie erleben? Nun werden sie auf einmal erhört? Für mich definitiv zu spät. Genauso wenig werden die Menschen gehört, die sich dagegen wehren, dass sie eine Autobahn vor die Haustür gesetzt bekommen und ihr gesunder Wald zerstört wird.

Egal wann und in welchem Medium, man hört nur davon, dass der Wald geschützt werden muss, um das Klima zu retten, aber was passiert hier vor Ort? Hier wird ein alter, wertvoller, gesunder Wald gerodet. Hätte man wenigstens schon vor 40 Jahren angefangen, Ausgleichsmaßnahmen anzulegen.

Sicherlich denken noch viel mehr Anwohner so, aber da sind ja die Aktivisten, sie leben anders, sehen anders aus und lehnen sich auf, das ist nicht so wie die breite Masse, also merkwürdig, somit lehnt man sie ab.

Schlauer wäre es, sich ein Bild vor Ort zu machen und mit den Menschen zu sprechen, dann merkt man, wie nett, schlau und empathisch diese Menschen sind. Wenn man das natürlich nicht will, dann sucht man sich die negativen Seiten heraus und macht sich nicht die Mühe, zu schauen, ob das, was so verbreitet wird, überhaupt den Tatsachen entspricht. Oft ist es nämlich nicht so.

Aber natürlich gibt es schwarze Schafe, aber die gibt es immer und überall. Gefährlich ist es, zu pauschalisieren, man ist ja auch nicht automatisch ein Hooligan, nur weil man zu einem Fußballspiel geht. Bei der Polizei ist es ebenso.

Nur sollte man da davon ausgehen, dass sie ihren Job professionell erledigen. Es erschreckt, wenn man erlebt, wie übermächtig und verachtend mit Menschen umgegangen wird.

Diejenigen, die diesen Wahnsinn beenden könnten, nämlich die regierenden Politiker, lassen sich nicht einmal vor Ort sehen, reden sich aus der Verantwortung heraus, betonen aber immer wieder, das Klima retten zu wollen. Wie einfach ist es doch, aus der Ferne das Geschehen zu befehlen, ohne mit den Betroffenen zu reden und sich Gedanken über die Zukunft zu machen, wenn die eigenen Taschen voll sind und man eine machtvolle Position hat. Leider wird uns alles Geld und alle Macht am Ende nicht retten!

Sandra Weiershäuser-Kullick, Homberg

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