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Als erste Jugendherberge in Deutschland öffnete die Einrichtung auf dem Hoherodskopf nach der Corona-Zwangspause wieder ihre Türen. Die Mitarbeiter freuen sich auf Gäste, rechts Leiterin Michaela Uloth. FOTO: SF

Vorfreude auf die Gäste

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Die Jugendherberge Hoherodskopf ist die erste Einrichtung ihrer Art in Deutschland, die nach dem kompletten Herunterfahren wegen der Corona-Pandemie jetzt wieder öffnete. Über acht Wochen waren die Herbergen in ganz Deutschland geschlossen.

Die Öffnung der Einrichtung ist jetzt auf keinen Fall wirtschaftlich, aber ein Zeichen für die treuen und lieb gewonnen Gäste und ein wichtiges Signal für die Mitarbeiter, das sagt Timo Neumann, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen im Deutschen Jugendherbergswerk. Acht lange Wochen waren die Herbergen in Hessen und in ganz Deutschland geschlossen, so Pressesprecher Knut Stolle vom Jugendherbergswerk.

"Plötzlich ging es ganz schnell", sagt Neumann. Das Land stellte für die Herbergen eine Soforthilfe in Aussicht, "die uns erst mal einen Monat durchatmen lässt", so Neumann. Hessen habe es anders als andere Bundesländer deutlich schneller wieder ermöglicht, die Türen der Herbergen zu öffnen. Neumann ist auf der einen Seite froh über die Öffnung der ersten Jugendherberge, doch hofft man auf einen weiteren Rettungsschirm für die gemeinnützigen Einrichtungen, denn die weitere Zukunft der Jugendherbergen sei nicht rosig.

Die Lage der Jugendherberge auf dem Hoherodskopf nahe Schotten ist aus touristischer Sicht hervorragend. Es gibt viel Platz und viele attraktive Freizeitmöglichkeiten in der näheren Umgebung. "Die Jugendherberge auf dem Hoherodskopf ist aus touristischer Sicht ein beliebtes Reiseziel, insbesondere für Familien, Kleingruppen, Wanderer oder Motorradfahrer", so Jugendherbergs-Verbandssprecher Stolle.

Die Leiterin Michaela Uloth schwärmt von der herrlichen Lage ihrer Jugendherberge. Der Winter biete die Möglichkeit mit gespurten Loipen und im Falle von Schnee für die Ski-Abfahrt, es gibt einen Lift und die Sommerrodelbahn. Dazukommen der Baumwipfelpfad und weitere Attraktionen. "Auch wenn wir uns die letzten Wochen natürlich mit dem Thema Wiedereröffnung beschäftigt haben, haben wir die Tage vor der Wiederöffnung fast durchgearbeitet." Hygienestandards mussten in der Praxis umgesetzt werden, die möglichen Zimmerauslastungen mussten berechnet werden, dafür wurden Möbel und Laufwege angepasst, Personalschulungen fanden statt. "Eigentlich mussten wir die Jugendherbergen mal eben neu erfinden", so Michaela Uloth.

Wenn man sich mit der Leiterin unterhält, spürt man, dass sie ein großes Herz für ihre Gäste hat. Die kommen aus ganz Deutschland. Es entstehen die schönen Momente, die in Erinnerung bleiben. Die Jugendherberge wird von Michaela Uloth und einem weiteren Team von 15 Personen geführt. Seit Februar 2017 ist Michaela Uloth die sogenannte "Herbergsmutter".

Die Herberge war am Startwochenende mit rund 50 Personen belegt. Normalerweise verfügt das Haus über 130 Betten. Die Gäste kamen aus dem Rhein-Main-Gebiet und es waren meistens Familien. Aber auch ein Silberhochzeitspaar wurde begrüßt. Ein Motorradreisender aus Kiel machte auf dem Weg nach Süddeutschland Rast auf dem Hoherodskopf.

"Unsere Mitarbeiter sind Profis und das was in den vergangenen Tagen umgesetzt wurde, ist schon fantastisch," lobt Timo Neumann vom Jugendherbergswerk. Marketingleiter Knut Stolle: "Wir haben noch ein paar freie Betten zu vergeben, allerdings sollten die Gäste jetzt nicht mehr zu lange warten, da das Anfrageaufkommen schon wieder deutlich gestiegen ist."

Mit den Einschränkungen müssen sich Personal sowie und Gäste zurechtfinden. Doch überwiegt die Freiheit, wieder einmal "Urlaub" machen zu können.

Weitere Informationen: Auf der Homepage der Jugendherbergen in Hessen (www.hessen.jugendherberge.de) finden sich viele Informationen zur aktuellen Buchungsmöglichkeit, dazu findet sich ein kurzer Film in dem exemplarisch dargestellt wird, auf was in den Jugendherbergen alles geachtet wird. Je nach Entwicklung des Reisemarktes wird der DJH Landesverband Hessen mit kurzen Vorläufen zeitnah auch weitere seiner insgesamt 32 Jugendherbergen wieder für Gäste öffnen.

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