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Dr. Jens Mischak, CDU.

Vorbild bei Leben und Arbeiten

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Für den nächsten Kreistag des Vogelsbergs treten acht Parteien und Wählergruppen an. Neben den sieben bekannten CDU, SPD, Grüne, FW, FDP, AfD und Linke ist die Klimaliste ein neuer Akteur. Die AAZ hat den Spitzenkandidaten sechs Fragen zur Zukunft des Kreises gestellt. Hier die Antworten von Dr. Jens Mischak, CDU.

Was sind für Sie die Stärken des Vogelsbergkreises?

Unsere Stärken liegen genau darin, was Menschen derzeit suchen: Viel Platz zum Leben, Wohnen und Arbeiten. Wir liegen strategisch gut in der Mitte Deutschlands und entlang der Verkehrsachsen, den Autobahnen A 5 und A 7. Der Vogelsberg kann Wirtschaft, Arbeit und Fortschritt mit Natur, Umwelt und Erholung hervorragend verbinden. In Zeiten, in denen Homeoffice eine immer größere Rolle spielt, ein zentrales Argument für unseren Landkreis.

Wie kann Vogelsberger Grundwasser vor dem Durst in Frankfurt geschützt werden?

Durch die drei letzten trockenen Jahre ist die Grundwasserneubildung im Vogelsberg erheblich zurückgegangen, was auch zu einer Reduzierung der Wasserlieferung an Hessenwasser geführt hat. Es liegt deshalb im eigenen Interesse Frankfurts, alternative Wasserquellen zu erschließen und für Zwecke, die keine Trinkwasserqualität (Betriebswasser) benötigen, zu verwenden. Im nächsten Liefervertrag mit der OVAG müssen dennoch die Liefermengen reduziert und die Kompensation dafür erhöht werden.

Überfordert der Neubau des Kreiskrankenhauses Alsfeld den Kreis?

Nein. Der Neubau ist nachhaltiger und, auf die Lebensdauer gerechnet, nicht teurer als eine Sanierung. Der Unterschied: Hohe Summen müssen in kurzer Zeit aufgebracht werden, während bei der Sanierung über Jahrzehnte hinweg mit scheinbar kleineren Beträgen insgesamt noch höhere Summen aufgebracht werden müssen. Die positiven Effekte eines neuen Hauses werden sich auf die Betriebsabläufe und auf die Attraktivität auch positiv auswirken.

Wie dringend ist die Modernisierung der Vogelsbergbahn?

In den letzten zehn Jahren wurde das Fahrplanangebot ausgebaut und in die Strecke investiert. Dabei allein darf es nicht bleiben. Wir wollen weitere Investitionen, etwa in die Elektrifizierung, oder die Reaktivierung von ehemaligen Haltestellen. Auch eine umsteigefreie Anbindung von Alsfeld nach Frankfurt und idealerweise eine Anbindung an die Regionaltangente West zum Frankfurter Flughafen sollte geprüft werden.

Die Bevölkerung schrumpft und wird älter - was tun?

Den jungen Menschen Angebote machen, damit sie bleiben: Dazugehören eine flächendeckende Breitbandversorgung genauso wie gut ausgestattete Schulen und Kitas, gute Verkehrswege und ÖPNV sowie eine breite gesundheitliche Versorgung. Damit tun wir auch aktiv etwas gegen den Fachkräftemangel. Genauso dürfen wir aber die Älteren nicht aus den Augen lassen: Von Hilfsangeboten (Fachstelle PRIMA, Pflegestützpunkt) bis hin zu Beteiligungsformen (Seniorenbeirat).

Wenn Sie Ihre Ziele durchsetzen, wo steht der Kreis in fünf Jahren?

Immer noch in der Mitte Deutschlands, aber dann haben wir unsere Chancen genutzt und den Vogelsbergkreis zu einem Modellkreis und einem Vorbild entwickelt, wie Leben und Arbeiten in ländlichen Räumen aussehen kann, mit mehr Menschen, die bewusst in den Kreis gekommen sind und hier ihre Heimat gefunden haben.

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