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Von Bußgeld bis Digitalisierung

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Stellte sich den Fragen der Jugendlichen: Die Hessische Staatsministerin Lucia Puttrich im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern der Max-Eyth-Schule. © Red

Alsfeld (pm). Wie kann in Zukunft gewährleistet werden, dass wir am Digitalunterricht teilnehmen können? Warum kann ich nicht selbst entscheiden, ob ich mich im Auto anschnalle? Warum sind manche Busverbindungen so schlecht, dass wir aufs Elterntaxi angewiesen sind? Und: Fahren Sie eigentlich ein E-Auto? Diese und viele weitere Fragen stellten Schüler des Beruflichen Gymnasiums der Max-Eyth-Schule der hessischen Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich (CDU).

Die Politikerin nimmt sich regelmäßig Zeit mit hessischen Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommedn. Dabei beantwortet Puttrich Fragen zu ihren Aufgaben und ihrem Alltag als Politikerin, zu aktuellen Gesetzesvorlagen, über die sie abstimmt, aber auch zu Themen, die Schülerinnen und Schüler selbst gewählt haben. Die Teilnehmenden der Politik- und Wirtschaftskurse der Max-Eyth-Schule interessierten sich besonders für die Themenfelder Bildung, Digitalisierung und Umwelt, wobei ihre eigenen Erfahrungen im Vordergrund standen.

So schilderten sie eindrucksvoll, wie schwer es teilweise sei, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule und wieder nach Hause zu kommen. Dadurch sei kaum mehr Zeit für Hausaufgaben. Lucia Puttrich, die selbst auf dem Land wohnt, hat durchaus Verständnis für die Problematik. Sie machte den Schülerinnen und Schülern jedoch keine Hoffnung auf Verbesserungen, da sich »Ungerechtigkeiten bei der Verfügbarkeit des öffentlichen Nahverkehrs zwischen Stadt und Land nicht abschaffen ließen«. Letztlich müsse sich auch der öffentliche Nahverkehr rechnen. Trotz ihrer marktwirtschaftlich orientierten Grundhaltung räumte sie allerdings ein, Fehler bei der Vergabe der Verträge für den digitalen Netzausbau gemacht zu haben.

Gerechte Bußgelder

Aus heutiger Sicht sei es falsch gewesen, die Digitalausstattung komplett dem Markt zu überlassen, denn der Staat müsse die digitale Grundversorgung gewährleisten. Für die Schülerinnen und Schüler der Max-Eyth-Schule ist funktionierendes WLAN nicht nur im Homeschooling zentral. »Das sind Themen, die unsere Schüler*innen beschäftigen, da sie für ihren Zugang zu Bildung und damit für Bildungsgerechtigkeit grundlegend sind«, erläuterte Politiklehrerin Kerstin Dietrich.

Selbst der neue Bußgeldkatalog, über den Staatsministerin Puttrich als Mitglied des Bundesrates mit abstimmte, wurde zur Gerechtigkeitsfrage zwischen Stadt und Land. So plädierte Puttrich durchaus für Bestrafung von Fehlverhalten in Form von Geldbußen. Diese seien gerechter als Fahrverbote, die Berufspendler auf dem Land viel härter träfen als Menschen in der Großstadt.

Grundsätzlich wurde auch Schülerin Nele Aßmann mit der Frage, ob es nicht die individuelle Freiheit des Einzelnen sein sollte, sich anzuschnallen oder Helm zu tragen. »Es gibt ein allgemeines Lebensrisiko und man kann es zumuten. Wenn individuelles Verhalten andere gefährdet, dann kann der Staat es verbieten«, entgegnete Puttrich. »Entscheidet selbst, aber entscheidet klug«, gab sie den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg.

Beeindruckt hat Lucia Puttrich die jungen Menschen durch ihr Engagement und ihren Willen etwas zu gestalten. »Sie will etwas verändern«, so der Eindruck von Falk Wahl. Die Politiklehrerinnen Antje Schwarzmeier und Kerstin Dietrich ziehen eine positive Bilanz: »Die Schüler*innen haben einen Eindruck davon bekommen, was es bedeutet, real Politik zu machen, dass es bedeutet, sich immer wieder neu in Themenfelder einzuarbeiten und Position dazu zu beziehen.«

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