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Vogelsbergbahn erhält Anschub

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Von: Redaktion

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Die Gemeinde Gemünden plant schon lange eine grundlegende Verbesserung von Bahnhof und Umfeld, jetzt sieht auch der Bundesverkehrswegeplan 2030 Neuerungen vor. © Rolf Schwickert

Es sind nur kleine Maßnahmen in einem großen Plan. Aber sie haben bei den Pro-Bahn-Gliederungen Ost- und Mittelhessen Euphorie ausgelöst: Wenn es nach dem Bundesverkehrswegeplan 2030 geht, können auf der Vogelsbergbahn bald mehr Regionalbahnen und wieder Regional-Express-Züge fahren.

Die Vogelsbergbahn bekommt endlich Auftrieb. Diese erfreuliche Nachricht führte auch bei der gemeinsamen Regionalsitzung von Pro Bahn Osthessen und Pro Bahn Mittelhessen zu Begeisterung. Denn in den jüngsten Festsetzungen des potenziellen Bedarfs des Bedarfsplans für die Bundesschienenwege im Bundesverkehrswegeplan hat das Bundesverkehrsministerium Anpassungen insbesondere im Hinblick auf den Deutschlandtakt vorgenommen. Diese bedeuten für die Vogelsbergbahn, dass die Kreuzungsbahnhöfe Wallenrod, Zell-Romrod sowie Burg- und Nieder-Gemünden optimiert beziehungsweise wieder aufgebaut werden. Östlich des Bahnhofs Grünberg und westlich des Bahnhofs Großen-Buseck sollen zudem längere zweigleisige Abschnitte entstehen, zwischen Grünberg und Reiskirchen soll außerdem eine technische Optimierung erfolgen.

»Dies alles ist im Sinne der durch den Fahrgastverband Pro Bahn seit über zehn Jahren eingeforderten Optimierungen und Streckenausbauten der Vogelsbergbahn«, äußern Werner Filzinger und Thomas Kraft von den Pro-Bahn-Gliederungen.

Seit der Neuordnung als Linie RB 45 Fulda-Gießen-Limburg im Jahr 2011 wird im Vogelsberg als Regelfahrplan nur im Stundentakt mit Regionalbahnen gefahren, schnellere Regional-Express-Züge gibt es nicht mehr. Wenn es zu den avisierten Ausbauten kommt, dann werden aus Pro-Bahn-Sicht künftig neben deutlich mehr Regionalbahnen (RB) auch wieder Regional-Express-Züge (RE) zwischen Gießen und Fulda fahren können.

Pro Bahn enttäuscht von Kommunalpolitik

Während die Meldungen aus Berlin freudig aufgegriffen werden, zeigen sich die Pro-Bahn-Vertreter in Hinblick auf Aktivitäten der Kommunalpolitik vor Ort enttäuscht. »Es hat sich in all den Jahren wenig getan, um eine wirkliche Veränderung herbeizuführen«, heißt es in einer Presseerklärung. Insofern zeigt sich Pro Bahn Osthessen sehr überrascht von der CDU Vogelsberg, welche nun meine, als Verfechterin der Vogelsbergbahn auftreten zu können. Immer wieder sei von der Landes- und Kommunalpolitik, auch von der CDU, gesagt worden, dass kein Geld da und auch der Bedarf nicht gegeben sei, weil die Menschen auf dem Land ohnehin mit dem Auto fahren, sobald sie einen Führerschein hätten, erinnert Pro Bahn. Die Bewusstseinsveränderung der CDU sei zu begrüßen, jedoch solle so viel Ehrlichkeit gegeben sein, zuzugeben, dass man sich jahrzehntelang in der Verkehrspolitik um die Schiene im ländlichen Raum, gerade im Vogelsberg, nicht gekümmert habe. Dass nun - erstaunlicher Weise - im Bundesverkehrswegeplan Ausbaumaßnahmen im Schienennahverkehrssektor bereitgestellt würden, darüber zeigen sich Pro Bahn erfreut. Noch mit der Bedarfsanmeldung zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans des Rhein-Main-Verkehrsverbundes Mitte 2020 hätten fast alle Fraktionen des Vogelsberger Kreistags keinerlei Notwendigkeit gesehen, Kapazitätserweiterungen und damit verbundene Streckenertüchtigungen für das neue Planwerk einzufordern.

Von den Kreistagsfraktionen des Vogelsbergkreises, insbesondere auch von der CDU, verlangt Pro Bahn, dass man die notwendigen Beschlüsse schnellstens auf den Weg bringt, damit Planungen für die Realisierung der genannten Maßnahmen erfolgen können.

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