Vögel schützen

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Alsfeld(pm). Das Thema "Die Windkraft und die großen Vögel" wird heute bei einer Veranstaltung des BUND behandelt. Treffen ist um 19.30 Uhr in Alsfeld im Hotel Klingelhöfer.

Bei dem Informations- und Diskussionabend des BUND geht es unter anderem um Rotmilan, Uhu und Schwarzstorch: Naturfreunden geht bei ihrem Anblick das Herz auf, so mancher Windkraftplaner aber sieht vor allem ein ökonomisch fatales Hindernis für den Windkraftausbau in den hessischen Mittelgebirgen. Kaum ein Windpark-Streit wird geführt, ohne dass es auch um die Gefahren für Milan und Co. geht. Für den Windpark Homberg II in Alsfeld wurde nun - zum ersten Mal in Hessen - eine Ausnahme vom "Tötungsverbot" erteilt.

Mit der Informationsveranstaltung heute ab 19.30 Uhr im Hotel Klingelhöfer in Alsfeld will der BUND seinen Beitrag zur Sachdiskussion leisten. "In den letzten Jahren haben wir dank neuer Technik viel über das Leben der Großvögel gelernt", berichtet Dr. Wolfgang Dennhöfer. "Damit auch unsere Enkel diese wunderbaren Tiere bewundern können, gilt es dieses Wissen anzuwenden, bei der Windkraftplanung und in Hilfskonzepten für diese Arten". Am Beispiel der "Großen Drei" - Schwarzstorch, Uhu und Rotmilan - wird Interessantes zur Windkraft-Empfindlichkeit, zur Biologie und zur Bestandsentwicklung berichtet, manches stammt aus aktuellen Forschungsvorhaben im Vogelsberg. Es geht weiter um Beispiele aus der Praxis, um Artenschutz und Recht und um Windkraftflächen vor der Haustür, zum Beispiel Homberg II in Alsfeld und nicht zuletzt um die Fragestellung: "Wie helfen wir Milan und Co. am besten?"

Der Alsfelder Diplom-Biologe Dr. Wolfgang Dennhöfer hat die Klage der Stadt Alsfeld gegen den ersten Regionalplan für Mittelhessen mit Vorranggebieten für Windkraft erfolgreich begleitet. In den vergangenen Jahren vertrat er den BUND bei Forschungsvorhaben zum Schwarzstorch und Rotmilan im Vogelschutzgebiet Vogelsberg. Er versucht, sensibel für beide Seiten zu analysieren, ob und wenn ja wie Windkraft mit schlaggefährdeten Großvögeln vereinbar sein kann.

"Wir wollen Wissen vermitteln und Wissenslücken aufzeigen", meint Ursel Bernbeck vom BUND-Kreisverband, "und wir freuen uns auf die Diskussion mit Naturfreunden, mit Gegnern und mit Freunden der Windenergie, denn Klimaschutz und Naturschutz finden in derselben Welt statt".

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