Besichtigung der letzten Dorferneuerungsmaßnahme auf dem Friedhof mit Bürgermeister, Architekt, Ortsvorsteher und Helfern, die sich bei den Arbeitseinsätzen eingebracht haben. FOTOS: SF
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Besichtigung der letzten Dorferneuerungsmaßnahme auf dem Friedhof mit Bürgermeister, Architekt, Ortsvorsteher und Helfern, die sich bei den Arbeitseinsätzen eingebracht haben. FOTOS: SF

Viel für das Dorf getan

  • vonJutta Schuett-Frank
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Ulrichstein-Unter-Seibertenrod(sf). Ein Dorf packt an und das ganze zehn Jahre lang. Im Rahmen der Dorferneuerung haben Einwohner rund 12 400 Arbeitsstunden "abgearbeitet". Nun sind sie stolz auf das Geschaffene. Zum Ortstermin erschienen jetzt neben Helfern auch Bürgermeister Edwin Schneider und Architekt Josef Michael Ruhl. Im Anschluss traf man sich im "Bullenstall" in gemütlicher Runde und die Gäste wurden mit Essen und Getränken versorgt.

Ortsvorsteher Wolfgang Geiß begrüßte die Mitstreiter, die zuletzt das Friedhofsprojekt umsetzten. Vor elf Jahren, so erinnerte sich Wolfgang Geiß, wurde die Prioritätenliste für die Dorferneuerung mit Planer Ruhl ausgetüftelt und man einigte sich schnell, was das Dorf brauchte.

Das Pilotprojekt war das neue Gemeinschaftshaus mit integriertem Jugendraum, die "Kulturelle Mitte". Der nächste Punkt war die Sanierung des Backhauses, dann folgte die Renovierung des ehemaligen Bullenstalls mit dem Scheunenbereich. Auch wurde das 30 Jahre alte Buswartehäuschen auf Vordermann gebracht. Der vierte Wunsch war die Umgestaltung der Dorfmitte mit dem behindertengerechten Eingang an der Kirche. Bei all den Umbaumaßnahmen musste auch der Kinderspielplatz verändert werden, und es sollte ein Spielfeld für die Fußballer entstehen. Alles wurde gelöst.

Im vergangenen Jahr begann dann die letzte offizielle Baustelle, die Umgestaltung des Friedhofes. Der Wunsch war es, dort die Kanal- und Wasserleitung zu erneuern. Auch sollte der Fußweg erneuert werden und statt nur einer sollte es zwei Zapfstellen geben.

Neue Bäume gepflanzt

Weitere Maßnahmen betrafen die Friedhofshalle und die Friedhofsmauer. Für die Friedhofshalle, bei der es sich um eine Unterhaltungsmaßnahme handelt, gab es keinen Zuschuss durch das Dorferneuerungsprogramm. Doch die Stadt hatte Mittel im Haushalt eingestellt und so konnte das Projekt Friedhofshalle ausgeführt werden. Muskelkraft war dann bei den Arbeiten gefragt. Bis zur Winterpause wurden alleine auf dem Friedhof schon 1000 Arbeitsstunden geleistet.

Im Frühjahr startete die Truppe mit der Pflanzung von sechs Bäumen auf dem Friedhof, zwei weitere wurden an den Ortseingängen gepflanzt. Auch wurden neue Bänke für den Friedhof angeschafft. Anfang Mai begannen die Erdarbeiten. Die Familie Rühl hat die Erde gespendet. Die Erde für die andere Fläche wurde vom Bauhof angeliefert. Dann wurde eingesät

Vonseiten der Stadt und des Architekten hatte man in Sachen Friedhofsgestaltung so gut gearbeitet, dass am Ende noch Geld für die Friedhofshalle übrig blieb. Das Dach war die große Sorge des Ortsvorstehers und es konnte saniert werden. Die Freiwilligen stellten das Gerüst und entsorgten die Eternitplatten, eine Firma deckte das Dach neu ein. Auch für die Farbe im Innen- und Außenbereich gab es noch Mittel, und so griffen die Aktiven zu Pinsel und Farbrollen. Jetzt wird noch der Entsorgungsplatz auf Vordermann gebracht.

In drei Jahrzehnten sei von vielen Helfern aus der Dorfgemeinschaft heraus für das Dorf viel geleistet worden, so Ortsvorsteher Geiß. Dank ging auch an die Frauen, welche die arbeitenden Männer mit Essen versorgten, und an die Baumpaten. Ilona Momberger stellt das Wasserfass bereit und bei Evi Haupert fand man Platz, um einiges unterzustellen. Geiß ließ nicht unerwähnt, dass drei der Mitstreiter bei den Arbeiten schon verstorben sind. "Es ist schon unbeschreiblich", so Bürgermeister Edwin Schneider, "was hier in dem Dorf geleistet wurde". Alles habe hervorragend geklappt, und ohne die enorme Eigenleistung wären die Projekte nicht zu stemmen gewesen. Rund 110 000 standen im Haushalt für die letzte Maßnahme bereit.

Danach ergriff Friedhelm Bast das Wort und hielt eine Lobrede auf Ortsvorsteher Wolfgang Geiß. Man sei ihm in den vielen Jahren gerne gefolgt, manchmal sei man ihm auch ausgewichen, aber immer wieder habe es Geiß geschafft, die Bürger zu motivieren, mitzuarbeiten. Durch die vielen Arbeitseinsätze habe man mit den unterschiedlichsten Menschen aus dem Dorf zusammengearbeitet, sich besser kennengelernt und es sei eine wunderbare Gemeinschaft entstanden. Dann gab es einen großen Applaus und das Helferfest konnte starten.

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