Schlachthöfe

Versagen der Politiker

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Ich erlaube mir aufgrund meiner Berufserfahrung und jahrzehntelanger ehrenamtlicher Mitarbeit im Vorstand der Fleischerinnung Gießen an der Seite meines Kollegen und unvergessenen Obermeisters Werner Schmidt, meine Sicht auf das aktuelle Thema darzustellen.

Nachdem nun von allen Seiten viele Experten und Schlauberger nach Schlachthöfen schreien, frage ich mich, wo waren diese Rufe vor 25 Jahren, als das Schlachthofsterben, besonders in Hessen, begann?

Am Beispiel des Frankfurter Schlacht- und -viehhofes sieht man die Unfähigkeit mancher Politiker bei diesem Thema. Er war einer der größten in der damaligen Bundesrepublik Deutschland und zentral gelegen.

1988 wurde er für rund 25 Millionen Mark zu einem Kompaktschlachthof verkleinert. Da er politisch nicht gewollt war, wurde er aufgrund der Mehrheiten im Frankfurter Römer 1993 geschlossen. Ein Bürgerbegehren für den Schlachthof wurde 1994 vom Verwaltungsgericht abgelehnt. Dann wurde er abgerissen und (wir haben es ja) für gut eine Million Euro nach Russland verscherbelt. Arm und traurig (Quelle: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main).

Nach einem Besuch eines früheren Lieferanten meines Schlachtviehs habe ich erfahren, dass heutzutage die Viehhändler manchmal samstags noch nicht wissen, wann oder wo sie montags ihr Schlachtvieh anliefern können.

Dann bleiben nur noch Tönnies und Co.

Reinhard Rau, Mücke

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