Weiterbau der A 49

Verantwortungsbewusste Baumbesetzer

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Besuchen Sie den schönen Wald, solange er noch steht!

Der Dannenröder Forst ist mit der intakteste Wald, den ich im Vogelsberg bisher gesehen habe. Herrlich dicht gewachsen, mehrstufiger Unterbewuchs, richtig mächtige Laubbäume obendrüber - so etwas schafft die Natur erst in über 150 Jahren. Da lohnt ein erholsamer Spaziergang zur neugierigen Naturbeobachtung allemal.

Die uralte Planung, ausgerechnet einen Autobahnneubau vom Reißbrett durch dieses wertvolle klimaerhaltende Biotop zu bauen, würde heute nicht mehr genehmigt, weil die menschengemachten Klimaverschiebungen mittlerweile in vollem Gange sind.

Hätten wir eine längerfristig Verantwortung übernehmende parlamentarische Politik, dann wäre schon längst mit der intensiven Suche nach Alternativen begonnen worden. Wissenschaftler haben bereits ein belastbares Konzept für eine alternative Trassenführung entworfen, dass diese elende Naturzerstörung überflüssig machen und parallel die Lärmbelastungen in den Dörfern reduzieren würde. Bei den politisch Verantwortlichen fehlt gerade der Mut, ihre "Augen zu und durch"-Haltung aufzugeben und Mensch, Wald und Natur gleichermaßen zu berücksichtigen. Daher haben sich unter anderem viele junge Leute für eine außerparlamentarische Politik entschieden und kurzerhand die prächtigen Hochstämmer in schwindelnder Höhe besetzt. Ziviler Ungehorsam ist in einer Demokratie als Ausdrucksform vorgesehen. Angela Merkel hat die Jugend ausdrücklich angeregt, ihre Zukunft in die Hand zu nehmen, weshalb vor einigen Monaten Schuleschwänzen freitags quasi erlaubt war. Kürzlich hat sie sich medienwirksam mit Greta Thunberg getroffen, die für ihr beherztes, radikales Engagement gegen den Klimawandel bekannt ist. Warum werden angesichts dieser Lage verantwortungsbewusste junge Leute, die mutig auf Bäume klettern, um ihren Lebenswillen kundzutun, als halb kriminelle Fremde diffamiert?

Uwe Zaschel, Wartenberg

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