Bündnis gegen A 49-Bau: Vertreter der Waldbesetzer, der Bürgerinitiative Keine A 49, von Fridays for Future, Ende Gelände und Aktion Schlagloch kündigen zivilen Widerstand zum Schutz des Waldes an. FOTOS: JOL
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Bündnis gegen A 49-Bau: Vertreter der Waldbesetzer, der Bürgerinitiative Keine A 49, von Fridays for Future, Ende Gelände und Aktion Schlagloch kündigen zivilen Widerstand zum Schutz des Waldes an. FOTOS: JOL

Unterstützung für Waldbesetzer

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Ein Bündnis mehrerer Umweltgruppen stellt sich beim Weiterbau der A 49 quer. Darunter sind Fridays for Future und Gegner des Kohleabbaus im Hambacher Forst. Die Baumbesetzer informierten bei einem Ortstermin im Dannen- röder Wald.

Die brütende Hitze blieb draußen, als ein neues Bündnis gegen die A 49 zum Gespräch unter Baumhäusern im schattigen Dannenröder Forst einlud. Die Räumung des besetzten Waldstücks rückt näher. Das wissen auch die Baumbesetzer mit ihren Unterstützern. Deshalb haben sie nun darüber informiert, dass das Bündnis gegen den Weiterbau der A 49 durch den Vogelsberg hinweg "breiter geworden ist".

Bei einer Pressekonferenz unter einem Baumhaus riefen Vertreter des Bündnisses "Keine A 49", von Fridays for Future, der Initiative "Ende Gelände" (Hambacher Forst), der Aktion Schlagloch und der Waldbesetzer zum zivilen Widerstand auf, wenn Polizeiaktionen und Rodungen angesetzt werden. Dem neuen Bündnis "Autokorrektur" gehört nach Angaben der Waldbesetzer auch die Initiative "Sand im Getriebe" an. "Unser Ziel ist es, die Räumung und Rodung des Dannenröder Waldes abzuwenden und eine echte Verkehrswende einzuleiten", sagt Waldbesetzer Moritz Vogel.

Barbara Schlemmer von der BI "Keine A 49" kündigte an, dass alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um den Bau der Autobahn abzuwenden. Dabei sei öffentlicher Druck auf die Verantwortlichen besonders wichtig. "Der Klimawandel bedroht uns alle", da sei der Autobahnbau grundfalsch. "Gegen die bedrohliche Entwicklung sind wir im Bereich der Notwehr". Der Planfeststellungsbeschluss zum Autobahnbau werde nicht korrekt umgesetzt.

Es sei "eine Katastrophe", dass die Grünen in der Landesregierung bei einer solchen Aktion mitmachen. Die Grünen seien für Klimagerechtigkeit angetreten, da könnten sie nicht Naturzerstörung umsetzen. "Wenn bei einer Räumung auf Menschen eingeprügelt wird, die Lebensgrundlagen schützen, dann ist das nicht tragbar", sagte die Kommunalpolitikerin. Das werde von vielen Grünen in der Region genauso gesehen.

Leonard Diez von Fridays for Future (FFF) wandte sich gegen "ein absurdes Bauvorhaben". Man brauche keine weiteren Autobahnen, sondern eine zukunftsfähige Alternative. FFF ruft dazu auf, mit Demonstrationen und Mahnwachen gegen die Rodung des Waldes aufzustehen. Er wies auf einen bundesweiten Streik in Wiesbaden hin.

Paula Eisner kündigte die Unterstützung der Aktivisten aus dem Hambacher Forst für die Besetzer des "Danni" an. Zunächst müssten sie im Rheinland den Widerstand fortführen, dann kämen sie zur Unterstützung in den besetzten Vogelsberger Wald. Politik und Industrie hätten beim Klimaschutz "komplett versagt". Die sich so nennende "Lola Löwenzahn" von "Aktion Schlagloch" forderte dazu auf, sich der Auto- und Verkehrsindustrie in den Weg zu stellen. Dem wollen die Aktiven mit gemeinsamem zivilen Ungehorsam begegnen. Viele Gruppen in Deutschland seien mobilisiert worden: "Wir sind das Unkraut, das den Asphalt durchbricht." Auch der Herrenwald bei Stadtallendorf solle geschützt werden.

Waldbesetzerin Kim Lauterbach erinnerte daran, dass weltweit große Waldgebiete brennen und abgeholzt werden. "Es ist ein Skandal, dass dieser Wald gefällt werden soll." Der Weiterbau der Autobahn stehe für eine Verkehrspolitik "von vorgestern". Der Bau richte sich gegen eine lebendige Gemeinschaft von Tieren und Pflanzen. Sie forderte einen Systemwandel, damit alle ein gutes Leben führen können. Dafür trete eine Bewegung ein, die jeden Tag größer werde.

Lauterbach rechnet damit, dass die Polizei schon bald aktiv wird. Darauf bereiten sich die Aktivisten vor. "Wir laden zum Besuch im Wald ein, darüber freuen wir uns", betonte sie. Eine weitere Möglichkeit zum Besuch sind die Waldspaziergänge an jedem Sonntag um 14 Uhr ab der Mahnwache bei Dannenrod. Die Rodungen können ab Oktober stattfinden. Geplant sind dann Aktionen des zivilen Ungehorsams wie Blockaden.

Zurzeit lebten rund 100 Menschen im Wald, wie Kim Lauterbach sagt. Bei einer Räumung soll ederen Zahl auf über 1000 wachsen.

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