Für Unterstützung von Altanlagen

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Vogelsbergkreis(pm). Die Fraktion Die Linke/Piraten hat in die ZOV-Verbandsversammlung (Dachgremium der OVAG) einen Antrag eingebracht, bei dem es um viele Betroffene in der Wetterau und im Vogelsberg geht. Denn zahlreiche Familien haben sich zwischen den Jahren 1990 und 2000 eine Fotovoltaikanlage auf das Dach gesetzt, um etwas für die Umwelt zu tun. Diese Anlagen befinden sich aktuell in den letzten Monaten einer Vergütung nach dem sogenannten EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) und sind ab 1.1.2021 wohl noch technisch fit, können aber ihren Strom praktisch nicht mehr los werden. Die Umschaltung auf Eigenverbrauch ist aufwendig und teuer, und es verbleibt trotzdem ein erheblicher Stromanteil, den man selbst nicht nutzen kann. Die OVAG hat schon am Jahresanfang den betroffenen Betreibern die Abnahmeverträge gekündigt und ziemlich dreist mitgeteilt, dass man den Strom ja irgendwo los werden könne, dass die OVAG aber nichts davon nehme.

Mut honorieren

Für Die Linke ist das ein Schlag ins Gesicht dieser Solaranlagenpioniere, die damals noch viel Geld investiert haben, um ein Gegengewicht zu den bis heute hoch subventionierten Atom- und Kohlekraftwerken zu etablieren. Ähnliches gilt auch für die ersten Windkraftanlagen, die speziell im Vogelsberg, aber auch in der Wetterau in den 1990er Jahren gebaut wurden. Das waren fast alles Investitionen von Bürgern, denen es nicht auf die Rendite ankam und bei denen oft noch bis heute eine stufenweise Rückzahlung ihrer Einlagen erfolgt. Die OVAG selbst habe diese Zeiten verschlafen und erst im Jahr 2002 die Hessenagentur mit ihren Töchtern "Hessenwind" aufgekauft. Die Anlagen von "Hessenwind" waren alle nur von Bürgern finanziert und sind jetzt auch von den Negativentscheidungen der OVAG, betroffen.

"Um diese vielen schon seit Jahrzehnten engagierten Bürger im PV- und Windbereich nicht zu benachteiligen und den Abbau von deren technisch noch perfekt laufenden Anlagen zu riskieren, haben wir in den OVAG-Gremien beantragt, diesen ökologischen Grünstrom zu wenigstens sechs Cent pro kWh abzunehmen," erklärt der Fraktionsvorsitzende Dietmar Schnell. Dazu bedarf es keiner besonderen technischen Einrichtungen, und für die OVAG ist das fast der Preis, den sie sowieso für Schmutzstrom an der Börse zahlen muss. Die Linken möchten diese sechs Ct/kWh auch zunächst auf nur drei Jahre festgelegt wissen, denn danach ergebe sich durch die hoffentlich steigende CO2-Bepreisung vermutlich sowieso ein höherer Preis.

Beispiel in Soest

Die Linken verweisen auch auf andere Bundesländer, in denen solche Überlegungen schon weiter gediehen seien. Zum Beispiel hätten die Stadtwerke in Soest den entsprechenden Betreibern schon vor Wochen Verträge zur Abnahme des Ökostromes ab 1. Januar 2021 angeboten. Man hoffe, dass sich die OVAG nicht als Vernichter von Grünstromanlagen darstelle und dass dies auch für die anderen Parteien in den OVAG-Gremien gelte.

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