Unfallbilanz 2011: Unter neun Toten fünf Motorradfahrer

Vogelsbergkreis (ks). Die Polizei legte Unfallstatistik 2011 vor uund die zeigt neun Tote auf. Mehr schwer verletzte Senioren hat sie verzeichnet. Zu schnelles Fahren bleibt weiter die Unfallursache Nr. 1

Vogelsbergkreis (ks). Wenn jetzt bei dem schönen Wetter wieder das große »Anlassen« losgeht, dann ist diese Nachricht sicher nicht schön: Unter den neun Verkehrsteilnehmern, die 2011 auf den Straßen im Kreis ums Leben kamen, waren fünf Motorradfahrer. Und gerade die bekannten »Rennstrecken« im Bereich Schotten erfreuen sich weiter großer Beliebtheit. »Wir werden uns dort wieder verstärkt postieren,« hieß es am Dienstag in Lauterbach bei der Polizei, als die Unfallstatistik für 2011 vorgestellt wurde.

Die Zahl der Unfälle war leicht auf 2349 gestiegen (im Jahr davor 2283). 111 Schwerverletzte waren zu beklagen und 335 Leichtverletzte. Glücklicherweise zeigt die Kurve bei den tödlichen Unfällen seit Jahren immer weiter nach unten, »aber auch neun sind noch neun zu viel,« machte Jürgen Gleitsmann deutlich, der die Zahlen mit seinen Kollegen Harald Bartel, Peter Muth, Martin Fischer und Wolfgang Keller vorlegte. Auch der Chef der Polizeidirektion, Andreas Böhm, war dabei.

Die Zahl der Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss stieg um neun auf 55. Aber auch hier waren es etwa in 2007 noch 95 gewesen. Weiter gestiegen ist auch die Zahl der Unfallfluchten auf 556. Gerade die berüchtigten »Parkplatzrempler« treiben hier die Statistik nach oben. Die Zahl der Wildunfälle sank um 7% auf 760. Während neun Kinder von Unfällen betroffen waren und 24 junge Fahrer, ist die Zahl der schwerverletzten Senioren bei Unfällen auf 21 gestiegen (11 im Vorjahr).

176 km/h auf der Landstraße

Am häufigsten betroffen waren von Unfällen Autofahrer. Aber insgesamt 26 Motorradfahrer wurden schwer verletzt. Unfallursache war wieder in den meisten Fällen zu schnelles Fahren, gefolgt von mangelndem Sicherheitsabstand. So staunten die Beamten nicht schlecht, als sie im hohen Vogelsberg einen jungen Mann am Steuer mit rund 176 km/h auf der Landstraße erwischten. Auch auf der Autobahn wird gern gerast, »und die hohen Benzinpreise scheinen sich kaum auszuwirken,« so die Polizei. Also bleibt nur eins: »Die mangelnde Verkehrsmoral mit Geschwindigkeitsmessungen versuchen zu beeinflussen.

« Das sei keine Schikane, sondern diene der Verkehrssicherheit. Mehr Kontrollen wurden auch auf den hiesigen Landstraßen angekündigt. Stark betroffen war auch die Autobahn, wo bei einem tragischen Unfall im Juni 2011 drei Menschen in der Gemarkung Gemünden ihr Leben verloren. Getötet wurde ferner ein junger Fußgänger, der bei Alsfeld die Autobahn überqueren wollte. Die Zahl der Schwerverletzten im Bereich der osthessischen Autobahnen ging von 113 auf 88 zurück. Ein Hauptgefahrenpunkt ist weiter der Abschnitt der A 5 ab der Anschlussstelle Homberg-Ohm bis etwa zehn Kilometer weiter nördlich. So kam es im Februar 2011 zu einem Massenunfall mit 30 Beteiligten, acht Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Nach langwierigen Abstimmungen mit »Hessen Mobil« soll noch dieses Jahr im betroffenen Abschnitt ein Verkehrsleitsystem eingerichtet werden.

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