Mit wenig Geld Weichen für die Zukunft stellen

Ulrichstein (au). Ländliche Kommunen stehen vor großen Problemen, die mit dem demographischen Wandel verbunden sind. So sucht auch die Stadt Ulrichstein nach Wegen, wie sie mit geringen finanziellen Mitteln die richtigen Weichen für die Zukunft stellen kann.

Nach der öffentlichen Einführungsveranstaltung "Zukunft auf dem Lande" Anfang August stand am Donnerstagabend der erste Workshop auf der Tagesordnung. Unter Leitung der Hessischen Akademie für den ländlichen Raum waren die Arbeitskreise "Bauen - Wohnen", "Soziales - Kultur" und "Wirtschaft" im Spiegelsaal des Innovationszentrums tätig. Der zweite Workshop ist am 11. September, 18 Uhr, im Rathaus, Interssierte sind willkommen.

Zum Einstieg der jüngsten Sitzung beantworteten die Teilnehmer einen Fragebogen zu den Themenbereichen, in dem eine Bewertung der Situation vorgenommen wurde und man Wünsche äußern konnte.

Danach befasste sich die Arbeitsgruppe "Kultur und Soziales" mit Aspekten des Gemeinwesens. Schwerpunkt war zum einen die Entwicklung des ehrenamtlichen Engagements in Vereinen und Gruppen, welches sicherlich sehr stark sei, aber durch vielfältige äußere Einflüsse in Wirtschaft und Gesellschaft und die sinkenden Bevölkerungszahlen zurückgehe. Auch die Fragen der Seniorenversorgung und der Angebot für Kinder wurden diskutiert. Wichtig in allen gesellschaftlichen Bereichen erschienen neue Ideen und Initiativen und die persönliche Ansprache. Hierzu sollen im zweiten Teil des Workshops strategische Ansätze erörtert werden.

Mit Potentialen, Chancen und Problematiken der Stadt befasste sich die Arbeitsgruppe "Wirtschaft". Ulrichstein habe viele Besonderheiten und viele "weiche Standortfaktoren" zu bieten. Die höchste Stadt Hessens mit guter Luft und Fernblick sei ein einzigartiger Wohnstandort. Hinzu komme eine sehr gute Versorgung bei Dingen des täglichen Bedarfs mit vielen Einrichtungen wie Ärzten, Apotheke, Sparkasse und Volksbank, sowie Läden in der Kerngemeinde.

Im Sektor der erneuerbaren Energien zeigten sich bereits auch positive wirtschaftliche Folgeentwicklungen. Als Probleme für die Entwicklung wurden als zentrale Themen die schlechte Verkehrsinfrastruktur und die zunehmende Zentralisierung von öffentlichen Einrichtungen und Dienstleistern, die meist zum Abbau im ländlichen Raum führten, genannt. Auch die Ausbildungsstätten/Schulen würden zunehmend schlechter zu erreichen sein und damit zum Schwachpunkt im ländlichen Raum.

In der Arbeitsgruppe "Bauen und Wohnen" wurde das Problem von leerstehenden Häusern in der Ortsmitte von Ulrichstein erörtert. Vielfach liege die Entscheidung zur Sanierung bei den jeweiligen Hauseigentümern. Es werde zu überlegen sein, wie man wirtschaftlich Wege finden könne, um die Erhaltung der Gebäude zu sichern. Insbesondere solle das Stadtbild der Ortsmitte erhalten bleiben, da es allgemein sehr positiv bewertet werde. Gleiches gelte für die Ortskerne der Ulrichsteiner Stadtteile. Als positiv wurde die gute Erreichbarkeit der Infrastruktureinrichtungen bewertet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare