Sind zufrieden mit der gelungenen Sitzgruppe und dem integrierten Brunnen (v. l.): Erwin Momberger, Alexander Volp, Edwin Volp und Alexander Philippi. FOTO: SF
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Sind zufrieden mit der gelungenen Sitzgruppe und dem integrierten Brunnen (v. l.): Erwin Momberger, Alexander Volp, Edwin Volp und Alexander Philippi. FOTO: SF

Viehtränke wird Aussichtspunkt

  • vonJutta Schuett-Frank
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Ulrichstein(sf). Die alte Ober-Seibertenröder Viehtränke von einst wurde zu einem tollen Erholungsplatz. Die Aussicht in das Tal von dort ist sehr schön. Dafür bedürfte es aber vorher vieler Arbeitsstunden und Investitionen.

Vor zwei Jahren, so erinnerte sich Erwin Momberger, machte die Stadt Schlagzeilen damit, dass die Schürfquellen ausgetrocknet seien. Da erinnerte er sich an den Hitzborn, die alte Viehtränke und Momberger startete die Suche. Der mittlerweile 73-Jährige engagierte Ortsbürger begann mit der Recherche bei alten Ortsbürgern. Dann begab er sich auf den Hitzberg und fand einen nassen Platz und ein altes verrostetes Eisenrohr. Dann startete sein selbstgestellter Arbeitsauftrag und er fing an, das Erdreich per Spaten, Schaufel und Schubkarren abzutragen, und er kämpfte sich Schicht für Schicht durch. Dann fand er zwei Steinplatten, einen gemauerten Brunnenschaft in der Größe 90 mal 90 Zentimeter mit einem Inhalt von 350 Liter Wasser.

KSV unterstützt mit 650 Euro

Immer wenn er die Viehtränke richtig entleert hatte, war sie nach vier bis fünf Stunden wieder gefüllt und das bestätigte Momberger darin, dass die Quelle unterirdisch gespeist wird. Dann legte er sich richtig ins Zeug. Der Kultur- und Sportverein (KSV) Ober-Seibertenrod unterstützte den Senior mit Tatkraft und mit finanziellen Mitteln. Vorsitzender Edwin Volp, Sohn Alexander Volp und Alexander Philippi waren in das Arbeitsgeschehen mit eingebunden. Es wurde alles abgetragen und neu aufgebaut. Die Sichtwand des Brunnen wurde von Alexander Volp gemauert. Bei den vergrabenen Fundstücken befand sich auch ein alter Eiche Holztrog. Der wurde von Erwin Momberger gereinigt und ziert nun das Brunnenumfeld.

Ehefrau Anita Momberger hat zudem das ganze Brunnenumfeld schön bepflanzt. Eine Freifläche wurde gepflastert, und man hat zwei Bänke und einen Tisch installiert. Der neue alte Hitzborn ist schon eine Augenweide und nach rund 100 Jahren wieder aus dem Dornröschenschlaf wachgerüttelt.

Erinnerung an alte Freibad-Pläne

Auf der Wiese unterhalb des Hitzborns sollte Anfang der 1960er Jahre, auf Wunsch des damaligen Bürgermeisters Wilhelm Frank (Bauunternehmer), ein Freibad entstehen. Der Gemeinderat lehnte es damals ab. Heute erinnert man sich gerne an diese Idee, vor allen Dingen, wenn die Sonne heiß vom Himmel scheint.

"Es hat Spaß gemacht", so bilanziert Erwin Momberger, der gerne solche Projekte ausführt. Er allein hat rund 120 Arbeitsstunden investiert, und mit den Vorstandsmitgliedern des KSV wurden rund 200 Arbeitsstunden in das gesamte Projekt investiert. Die Stadt unterstützte die Aktion, der KSV steuerte rund 650 Euro bei. Nun ist alles eingesät, das Gras ist schon gut angewachsen, denn Erwin Momberger gießt es auch fleißig mit dem echten Brunnenwasser. Wenn man am Hitzborn Platz nimmt und den tollen Ausblick genießt, kann man wunderbar entspannen. Im kommenden Jahr, so kündigte Edwin Volp, Vorsitzender vom KSV, an, wird wohl noch eine Ruhebank aufgestellt werden.

Erwin Momberger vermutet, dass der Brunnen auch von den Tieren frequentiert wird. Er will es jedenfalls weiter beobachten.

Eine öffentliche Einweihungsfeier des neuen Aussichtsplatzes oberhalb des Dorfes wird noch folgen. Die Erbauer sind zufrieden, wenn der Platz gut angenommen und gepflegt wird.

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