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Bürgermeister Edwin Schneider (l.) hat eigentlich Urlaub, will sich das aber nicht entgehen lassen: Mit Andreas Hoffmann von der Firma Retagg freut er sich über das Ergebnis der Wassersuche.

Bohrung

Ulrichsteiner Wasserproblem scheint endlich gelöst

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Zuerst sieht man eine Staubwolke. Kurz darauf schießt ein kräftiger Wasserstrahl aus dem Schlauch. Zur Begeisterung von Bürgermeister Edwin Schneider haben die Geologen Recht behalten.

In 137 Metern Tiefe haben die Bohrexperten genug Wasser gefunden, um die Kernstadt Ulrichstein zu versorgen. Nun muss sich zeigen, ob genug Wasser nachfließt. Eine echten Schlussspurt haben die Arbeiter der Firma Pettenpohl mit einem Subunternehmer in zwei Tagen hingelegt. Binnen zwei Tagen haben sie rund 80 Meter tiefer gebohrt, um in 137 Metern Tiefe eine ergiebige Wasserschicht anzuzapfen.

Da ist Bürgermeister Edwin Schneider ein Stein vom Herzen gefallen. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir genug Wasser gefunden haben, um die Bevölkerung von Ulrichstein zu versorgen." Benötigt werden rund fünf Liter pro Sekunde. "Wie vorhergesagt, haben wir das geschafft, es fließen 5 bis 5,5 Liter," sagte Frank Weller von der Erkundungsfirma retagg ab der Bohrstelle.

Am Donnerstag wurden die letzten 20 Meter gebohrt, um die mit einem geologischen Prüfverfahren im Vorfeld bestimmte Wasserkluft zu erreichen. Jetzt muss erst einmal das Sediment aus der Bohrstelle herausgeholt werden, dann kann in einem Pumpversuch über 48 Stunden hinweg die Ergiebigkeit des unterirdischen Vorkommens geprüft werden. In dieser Hinsicht sind die Experten zuversichtlich, denn über Nacht ist die Bohrstelle bis in eine Tiefe von 276 Metern mit Wasser vollgelaufen.

"Weiterbohren ist nicht nötig, jeder Meter kostet Geld", argumentiert Weller. Wichtig ist nun, das Sediment aus der Bohrung zu saugen, denn eine solche Schlammschicht kann den Zufluss des Wassers stark hemmen, wie Andreas Hoffman von retagg betont.

Weller zeigte sich am Donnerstag überaus zufrieden mit dem erreichten Ergebnis. "Bislang haben wir eine Erfolgsquote von 100 Prozent bei knapp 35 Bohrungen in den westdeutschen Bundesländern". Das Erkundungsverfahren werde aber weiter von manchen angezweifelt, fügt er an. Doch man bringe damit Wasser in eine Reihe an Kommunen.

Weller verweist in diesem Zusammenhang auf den trockenen Sommer des Vorjahres und den ausbleibenden Regen in diesem Frühjahr. Da sei es gut, dass Ulrichstein nun einen ergiebigen Brunnen hat.

Er erinnert auch daran, dass der Brunnen hervorragend liegt. Man muss nur wenige Meter Rohrleitung zum Hochbehälter legen und kann ein städtisches Grundstück nutzen. Kollege Ilja Beilin freut sich über eine hervorragende Qualität des Wassers. In den Wintermonaten wurde bereits Wasser aus rund 60 Metern Tiefe in das Leitungsnetz der Kernstadt abgegeben. In Gesprächen mit Ortsbewohnern hat Beilin erfahren, dass der Geschmack deutlich besser sei als beim Wasser aus der alten Schürfquelle. "Ich habe mit Leuten gesprochen, die sagen, dass sie nun Wasser aus dem Hahn trinken." Edwin Schneider freut sich, dass die monatelange Suche zu einem erfolgreichen Ende gekommen ist. Denn im Herbst hatte man mit einem anderen Bohrverfahren nur wenige Meter pro Tag geschafft. Nun konnte man mit dem "Im-Loch-Hammerbohrverfahren" in einer anderen Bodenschicht deutlich zügiger arbeiten.

"Ich bin eigentlich im Urlaub, aber das will ich mir nicht entgehen lassen", sagte er mit Blick auf die Bohrung. Er rechnet damit, dass es bis zum Herbst dauert, bis die Genehmigungen da sind und die Bohrstelle endgültig ausgebaut ist.

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