Kein Frühschoppen, kein Marktgeschehen und auch keine Tierschau: Wegen der Corona-Pandemie fällt der Ulrichsteiner Jakobimarkt aus, offenkundig das erste Mal seit dem Beginn in 1349. Die alle zwei Jahre stattfindende Tierschau wird dann erst wieder 2022 ausgerichtet. FOTO: AU
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Kein Frühschoppen, kein Marktgeschehen und auch keine Tierschau: Wegen der Corona-Pandemie fällt der Ulrichsteiner Jakobimarkt aus, offenkundig das erste Mal seit dem Beginn in 1349. Die alle zwei Jahre stattfindende Tierschau wird dann erst wieder 2022 ausgerichtet. FOTO: AU

Corona

Ulrichsteiner Jakobimarkt fällt erstmals in jahrhundertealter Tradition aus

  • vonDieter Graulich
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Der traditionelle Jakobimarkt ist das größte Volksfest im Hohen Vogelsberg. Aufgrund der Corona-Krise muss nun auch dieses Fest in diesem Jahr zum Bedauern der Veranstalter abgesagt werden.

Großveranstaltungen mit über 250 Teilnehmern sind aktuell noch genauso untersagt wie Volks-, Stadt- und Straßenfeste, Kirmes, Festivals und Weinfeste. "Natürlich bin ich traurig", sagt Bürgermeister Edwin Schneider auf die Frage, wie er die Markt-Absage beurteilt.

Denn der Jobbesmaad sei "die" Veranstaltung im ganzen Jahr in Ulrichstein und eines der kulturellen Highlights der Stadt. Aber, das müsse man auch sehen: "In der aktuellen Situation ist das eine notwendige und die einzig richtige Entscheidung."

Die Gesundheit der Einwohner, der zahlreichen Besucher sowie der Mitglieder der ausrichtenden Vereine, der Marktbeschicker und der Musiker liege der Stadt sehr am Herzen und stehe über allem anderen. Für die Vereine sei die Absage ebenso bitter wie für die Schausteller und Wirte, befindet Schneider und er schließt gleichzeitig aus, das Fest zu einem späteren Zeitpunkt, etwa im Herbst, stattfinden zu lassen: "Aus Sicht der Stadt besteht für einen späteren Termin keinerlei Planungssicherheit." Eine Großveranstaltung mit zahlreichen Besuchern sei in Zeiten einer Corona-Pandemie schlicht und ergreifend "nicht durchführbar".

Wenn man den Zahlen Glauben schenken darf, ist es das erste Mal, seit es den Jakobimarkt aus dem Jahr 1349 gibt, dass er nicht stattfinden kann.

Erste Absagt seit dem Jahr 1349

In diesem Jahr wäre das Fest zum 671. Mal gefeiert worden, das nun auf das nächste Jahr (16. bis 21. Juli) verschoben werden muss. Damit fällt nun auch die alle zwei Jahre stattfindende Tierschau auf der Pfaffenackerwiese der Pandemie zum Opfer. Die nächste Präsentation der Landwirtschaft findet dann turnusmäßig wieder im Jahr 2022 statt, um im Zweijahres-Rhythmus zu bleiben. Schneider bittet die Landwirte und das interessierte Publikum jetzt schon darum, sich den Termin am 19. Juli 2022 im Kalender einzutragen. Doch der Jobbesmaad wäre nicht das einzige Event gewesen, das abgesagt wird: Die Kirmes in Ober-Seibertenrod mit Sternwandertreffen ist schon ausgefallen, ferner das Bierfest in Helpershain, das Biergartenfest Rebgeshain, die Kirmes mit Schützenausmarsch in Feldkrücken und weitere Vereinsfeste. Ob die Weihnachtsmärkte in gewohnter Weise stattfinden, könne aktuell noch nicht beurteilt werden. Schneider hofft, dass die Corona-Krise bald vorüber ist und "wir im neuen Jahr unsere Feste wieder uneingeschränkt feiern können".

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