Trinkwasser

In Ulrichstein wird jetzt wieder nach Waser gebohrt

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Mit einem neuen Bohrgerät geht es weiter am künftigen Tiefbrunnen für die Kernstadt Ulrichstein. Man hofft endlich auf ausreichend Wasser zu stoßen.

Auf dem Gelände des Hochbehälters sind Mitarbeiter der Fachfirma dabei, die Vorarbeiten zum Weiterbohren abzuschließen. Zunächst wurde der bisherige Bohrturm demontiert und ein anderer wird aufgebaut, wie Bürgermeister Edwin Schneider nach Rücksprache mit der beauftragten Firma bestätigt. Die PVC-Filterrohre sind bereits aus der 53,5 Meter tiefen Bohrung gezogen und der stabilisierende Schotter abgesaugt.

Mit einem neuen Gerät soll dann weiter gebohrt werden. Dabei setzt man auf das sogenannte Imlochhammer-Bohrverfahren, sagt Schneider. Dabei wird der Bohrkopf nach unten getrieben, um senkrecht in den Untergrund zu gelangen. Bei einem anderen Bohrverfahren wäre das Risiko groß, dass das Gestänge von Findlingen im Untergrund abgewiesen wird und man schräg bohrt.

Damit ist die Winterpause an der Bohrstelle beendet. Ziel ist es, endlich eine sichere Wasserversorgung von Ulrichstein zu erreichen. Denn bislang fließen in der Bohrtiefe von rund 53 Metern nur zwei Liter Wasser pro Sekunde nach. Weil aber fünf Liter pro Sekunde benötigt werden, um die Kernstadt dauerhaft mit dem Nass zu versorgen, wird die Bevölkerung weiter über die bisher genutzte Schürfquelle versorgt.

Aus der Bohrung kann immerhin im Notfall Wasser entnommen werden, das ist behördlich genehmigt, erläuterte Schneider. Um zu einer ergiebigeren Wasserschicht zu gelangen, wird aber weitergebohrt. Die Bohrgenehmigung bis auf 100 Meter Tiefe liegt vor. Zur Erinnerung: Der neue Brunnen ist nötig, weil die bisher genutzt Schürfquelle in den vergangenen Jahren immer wieder verkeimtes Wasser aufwies. So musste sie im vergangenen Jahr über Wochen stillgelegt werden. Zudem ist sie bei anhaltender Trockenheit nicht ergiebig genug. Deshalb musste im Sommer vergangenen Jahres Wasser per Tankwagen von einem anderen Brunnen zum Hochbehälter Ulrichstein geliefert werden. Eine Besonderheit: Die Bohrstelle hat eine Fachfirma mit einer Untersuchung nach "tektonischen Störzonen" ermittelt. Dabei wird mit Schwingungsmessungen ein wasserführender Riss im Untergrund ermittelt, der dann exakt angebohrt wird.

Seit September ist die Bohrfirma retagg am Werk, in Tiefen von rund 19 und 53,5 Metern wurde Wasser gefunden. Wichtig ist dabei aber, exakt senkrecht zu bohren, weil die wasserführenden Klüfte im Untergrund nur wenige Meter breit sind.

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