Windkraft

Ulrichstein könnte bald nicht mehr inoffizielle Windhauptstadt sein

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Ulrichstein kann seinen Titel als inoffizielle Windhauptstadt Hessens verlieren. 28 alte Windrotoren sollen bei Helpershain und Wohnfeld demnächst abmontiert werden.

Da mussten die Ulrichsteiner Stadtverordneten nicht lange überlegen: Schnell beschlossen sie in der jüngsten Ausschusssitzung des Stadtparlaments die Vertagung des Tagesordnungspunkts "Windkraft". Hintergrund ist ein ganz banaler, denn es müssen noch Beratungen erfolgen, bevor die Stadtverordneten über die Baupläne im Bereich "Alte Höhe" entscheiden. Damit bleibt eine weitere Reduzierung des Mastenwaldes im Stadtgebiet in greifbarer Nähe.

Wie Bürgermeister Edwin Schneider am Rand der Ausschusssitzung erläuterte, sollen zehn Altanlagen des Windparks "Alte Höhe" abgebaut werden. Geplant ist es, drei bis wird leistungsstärkere Stromerzeuger aufzustellen. Diese sind höher und haben längere Rotorblätter, was die Energieausbeute vergrößert. Weniger Anlagen erzeugen mehr Strom und optisch wird der Mastenwald auf der Höhe zwischen Wohnfeld und Bobenhausen II gelichtet. Betroffen sind auch zwei Anlagen von Projektierern, so Schneider. Über das Repowering müsse noch mit den Grundstückseigentümern und dem Ortsbeirat gesprochen werde, wie er anfügt. Deshalb kommen diese Planungen auf die Tagesordnung der Ausschusssitzungen Anfang April und am 12. April in die Sitzung des Stadtparlaments.Das Repowering bei Wohnfeld ist nicht die einzige Maßnahme in Ulrichstein. Denn bei Helpershain sollen 18 Anlagen abgebaut und fünf größere aufgestellt werden. Der entsprechende Vertrag zwischen HessenEnergie und der Stadt ist geschlossen, wie die Allgemeine bereits berichtet hat. Dabei geht es für Ulrichstein nur um vier neue Anlagen, die fünfte ist in der Nachbargemarkung Lautertal vorgesehen.

Vertraglich festgelegt werden Anlagen mit einer Gesamtbauhöhe bis 241 Metern. Das bedeutet auch eine deutlich höhere Leistung als durch die alten Energielieferanten mit Höhen von etwa 200 Metern. Der neue Vertrag mit der HessenEnergie beinhaltet auch eine Bürgerbeteiligung. Dadurch sollen Anwohner der umliegenden Ortschaften an den Gewinnen aus der Stromerzeugung teilhaben können.

Konkret sich auch die Vorarbeiten in Feldatal für den Windpark Markhohl, der zwischen Groß-Felda und der Bundesstraße B 49 entstehen soll. Die Projektiererfirma wpd onshore hat einen Antrag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz BImSchG für drei Windenergieanlagen eingereicht, wie Bürgermeister Leopold Bach mitteilt. Ein Stromerzeuger soll auf dem Gebiet der Stadt Romrod errichtet werden und zwei weitere in der Gemarkung Feldatal. Bedauerlich für Feldatal ist, dass keine Pachteinnahmen erwartet werden können. Die beiden Rotoren in Feldatal stehen auf Flächen der Forstverwaltung des Landes. Bach fügt an, dass wpd von einer Inbetriebnahme im zweiten Quartal 2021 ausgeht. Die Pläne werden auch bei einer Bürgerversammlung erörtert, am 2. April in Groß-Felda.

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