Wald

Supersommer schädigt den Ulrichsteiner Stadtwald

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Der trockene Sommer hat dem Ulrichsteiner Stadtwald sehr zugesetzt. Aber auch Orkan Friederike sorgte für Probleme.

Der Januar war einer der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen", sagt der Leiter der Revierförsterei Ulrichstein, Peter Kraus. Im Januar verursachte Orkan Friederike verheerende Waldschäden in Hessen. Rund drei Millionen Festmeter Holz, vor allem Fichte, wurden umgeworfen. Im Forstamt Schotten hielten sich die Schadholzmengen mit 20 000 Festmetern und im Stadtwald Ulrichstein mit 1000 Festmetern noch in Grenzen. Die umgestürzten Bäume mussten allerdings auch hier mit hohem Personal- und Zeitaufwand aufgearbeitet werden.

Besonders der August gehörte dann zu den trockensten und wärmsten, die bisher beobachtet wurden. "Es herrschte wochenlang eine extreme Waldbrandgefahr", so Kraus. Auch September und Oktober waren weiter warm und sonnig. Die Folge war ein extremer Trockenstress für alle Baumarten. Neu angelegte Kulturen vertrockneten im Frühsommer. Trockenheit und massiver Borkenkäferbefall ließen junge und alte Fichten in Vorgärten, in der freien Landschaft und im Wald gleichermaßen absterben.

Preise stark gefallen

Für das Forstamt Schotten geht man von etwa 40 000 Festmetern Käferholz und im Stadtwald Ulrichstein von rund 2000 Festmetern aus. Die Wintermonate müssten genutzt werden, das befallene Holz einzuschlagen und abzutransportieren. Andernfalls würden die unter der Borke steckenden Käfer im Frühjahr ausfliegen und wieder gesunde Bäume befallen.

Durch das Überangebot an Holz seien die Preise stark gefallen und belasteten erheblich die Einnahmeseite des Waldwirtschaftsplanes. Hier wurden mit 6000 Fichten und Roterlen kahle Gebiete aufgeforstet. Die Jungwuchspflege wurde in älteren Kulturen auf 13 Hektar fortgeführt, wobei die die Kulturpflanzen bedrängenden Weiden, Birken und Aspen entfernt wurden. Ein weiterer Schwerpunkt war die Instandsetzung der Hauptwege. Hierzu wurden die Wegebankette abgeschoben, die Seitengräben ausgehoben, Drainagen erneuert und Schottermaterial eingebaut.

Im Herbst lag der Schwerpunkt auf dem Schutz der Kulturpflanzen gegen Wildverbiss. Rund 7000 Euro wurden von der Stadt aufgewendet, um junge Kulturpflanzen zu schützen. Trotz der Aufwendungen in Höhe von rund 57 000 Euro konnten der Rücklage, rund 19 000 Euro zugeführt werden, die damit einen Stand von 2,3 Millionen Euro erreicht.

Detailliert ging Kraus auf die Ziele des Waldwirtschaftsplanes 2019 ein, der trotz der prekären Lage am Holzmarkt mit einem positiven Betriebsergebnis abschließen soll. Auf der Agenda stehen die Wiederaufforstung der verbliebenen Kalamitätsflächen und die Sicherung der bereits angelegten Kulturen. Die Gliederung und die Pflege der jungen Nadel- und Laubholzbestände und die Fortführung der Wegeinstandsetzung bilden weitere Schwerpunkte.

Der diesjährige Waldwirtschaftsplan enthält Einnahmen in Höhe von 90 000 Euro und Ausgaben in Höhe von etwa 76 000 Euro und schließt voraussichtlich mit einem Überschuss von 13 000 Euro ab.

Durch die geplanten Kulturen vergrößert sich die wieder aufgeforstete Waldfläche auf 137,5 Hektar. Zusätzlich haben die Betreiber der Windkraftanlagen "Kopf und Köppel" eine rund zwei Hektar große Laubwaldfläche angelegt, die in den Stadtwald eingegliedert wurde. Darüber hinaus wird eine vor einigen Jahren angelegte Weihnachtsbaumkultur in Zukunft den städtischen Bedarf decken können. (au)

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