Zehn Altanlagen sollen verschwinden und beim Repowering durch drei neue ersetzt werden. Die Stadt Ulrichstein hat ihre sechs Altanlagen zum 30. September an die OVAG verkauft. FOTO: PM
+
Zehn Altanlagen sollen verschwinden und beim Repowering durch drei neue ersetzt werden. Die Stadt Ulrichstein hat ihre sechs Altanlagen zum 30. September an die OVAG verkauft. FOTO: PM

Stadt verkauft Windkraftanlagen

  • vonDieter Graulich
    schließen

Ulrichstein(au). Mitte April des Vorjahres beauftragten Ulrichsteines Stadtverordnete den Magistrat, mit der "HessenEnergie" in Wisenbaden einen städtebaulichen Vertrag mit Nutzungsvertrag abzuschließen. Anlass war ein Repowering des Windparks Alte Höhe in Wohnfeld/Bobenhausen. auf dem zehn Altanlagen abgebaut und drei bis vier neue moderne Windkraftanlagen errichtet werden sollen.

Im Gebiet befinden sich neben den zehn alten Anlagen des Typs NEG Micon NM 60 aus dem Baujahr 2000 noch zwei Anlagen des Typ Enercon E82. Sechs der zehn Anlagen befinden sich im Besitz der Stadt Ulrichstein, zwei gehören der "HessenEnergie" und zwei der Windpark Alte Höhe Betriebs GmbH & Co.

Am Freitagabend nun beschlossen die Stadtverordneten bei nur einer Gegenstimme den Verkauf der sechs alten Windenergieanlagen an die OVAG. Übergabetermin ist der 30. September diesen Jahres. Hintergrund ist, dass die Vergütung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab dem 1. Januar 2021 nicht mehr gezahlt wird.

Das im Jahr 2000 in Kraft getretene EEG sicherte bisher den Betreibern von Windrädern für 20 Jahre eine feste Vergütung zu. Deutschlandweit endet nun mit dem Ablauf des Jahres 2020 der Förderanspruch für Windanlagen mit einer Leistung von 4000 Megawatt (MW).

Grundsätzlich können die Anlagen über die Förderdauer von 20 Jahren hinaus Strom produzieren, ein Weiterbetrieb für zusätzliche fünf oder gar zehn Jahre dürfte in den meisten Fällen technisch möglich sein. Die Anlagenbetreiber hätten die Möglichkeit, den Strom zu verkaufen.

Allerdings werde es vielen Anlagenbetreibern schwerfallen, sich am Markt zu behaupten. Die alten Anlagen dürften angesichts des derzeit niedrigen Preisniveaus im Stromgroßhandel kaum wettbewerbsfähig sein. Wegen Corona sind die Preise schon jetzt in den Keller gerutscht und liegen bei einem Cent/KW. Die OVAG wird die Anlagen bis zum Abbau weiterbetreiben. Eine Anlage der Stadt kann nicht weiterbetrieben werden. Hierfür zahlt die Stadt einen Pauschalbetrag an die OVAG, mit dem der Abbau mitfinanziert wird. Kaufpreis und Zahlung werden verrechnet. Die Stadt hat eine Rücklage für den Abbau der Anlagen, die für diesen Fall nicht angetastet werden muss.

Stadtverordneter Dr. Ernst-Ludwig Roth (Wohnfeld) forderte, die Anlagen weiter zu betreiben, denn Corona dauere nicht ewig. Man solle nicht unter Zeitdruck verkaufen, sondern ein Gutachten einholen. Dem widersprach SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Repp. Die Verhandlungen mit der OVAG liefen seit über einem Jahr und bezüglich Corona sei man schließlich kein Wahrsager.

Bei der Gegenstimme von Dr. Roth beschlossen die Stadtverordneten im Innovationszentrum den Verkauf der sechs Altanlagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare