Derzeit gibt es in der Stadt nur die Arztpraxis Wolfgang Krell. FOTO: JOL
+
Derzeit gibt es in der Stadt nur die Arztpraxis Wolfgang Krell. FOTO: JOL

Stadt unterstützt neuen Hausarzt

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
    schließen

Ulrichstein(jol). Nun geht es voran mit der ärztlichen Versorgung in Ulrichstein: Bereits im Januar nächsten Jahres will ein weiterer Hausarzt seine Praxis eröffnen. Sie soll nahe dem Lindenplatz in der Kernstadt eingerichtet werden. Die Grundlagen dafür hat der Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung am Montag geschaffen. Einstimmig beschloss das Gremium den Kauf eines geeigneten Hauses, das nun zügig für die Arztpraxis vorbereitet wird. Dem muss noch die Stadtverordnetenversammlung zustimmen.

Möglich wird die Investition auch durch die Einnahmen aus Windkraft, denn die ärztliche Versorgung gehört zum Geschäftsbereich der Stadtwerke. Die geplante Praxiseröffnung ist die zweite für das nächste Jahr. Anfang September haben die Ruppertenröder Ärztinnen Dr. Mehriar Aliakbari und Susanne Sommer angekündigt, dass sie im Januar 2021 eine Zweigpraxis in Bobenhausen eröffnen. Bislang besteht mit der Praxis von Dr. Wolfgang Krell nur eine in der Großgemeinde.

Der Beschluss vom Montag umfasst den Kauf und eine Sanierung eines passenden Gebäudes für die Arztpraxis. "Das Haus ist in einem guten Zustand, ist barrierefrei, hat eine zentrale Lage in der Kernstadt und man kann Parkmöglichkeiten schaffen", erläuterte Bürgermeister Edwin Schneider. Wenn die Stadtverordneten zustimmen, werden die Stadtwerke das Haus kaufen und im Erdgeschoss Räume für die Praxis herrichten. Die Einrichtung soll der neue Mediziner beschaffen. Vorgesehen sind ein Empfang mit Wartebereich sowie je zwei Beratungs- und Behandlungsräume. Finanziert wird dies aus der Rücklage Ärztliche Versorgung und Windenergie, sagt Schneider. Vorgesehen ist es, einen Mietvertrag mit dem Arzt für zehn Jahre zu schließen. Dabei ist eine reduzierte Miete vorgesehen. Im Obergeschoss des Gebäudes kann eine Mietwohnung eingerichtet werden, wie der Vorlage zur Sitzung zu entnehmen ist.

Wenn alles glatt geht, wäre das die Krönung des jahrelangen Einsatzes für eine gute ärztliche Versorgung. Denn Verwaltung und Stadtverordnete von Ulrichstein sind bereits seit Jahren an dem Thema dran. So wurde beschlossen, ein Ärztehaus zu bauen, wenn ein ansiedlungswilliger Arzt das benötigt. Die Stadt hat sich früh der Initiative des Vogelsbergkreises für Medizinische Versorgungszentren angeschlossen. Zuletzt hat das Stadtparlament einen Zuschuss in Aussicht gestellt, wenn ein Nachfolger für die bestehende Arztpraxis gefunden wird.

Windkraft-Gewinne

Erleichtert wird die Entscheidung für eine solche Investition durch die Bilanz der Stadtwerke für das vergangene Jahr, die ebenfalls am Montag im Ausschuss beschlossen wurde. "Das Jahr 2019 ist für den Eigenbetrieb gut gelaufen", sagt Schneider. Rund 578 000 Euro Gewinn stehen da unter dem Strich, dabei ist der Verlust aus der Wasserversorgung eingerechnet.

Die Windenergie bescherte im Vorjahr einen Gewinn von rund 600 000 Euro, der Wasserbereich einen Verlust von gut 72 000 Euro. Fast 33 000 Euro Überschuss stammen aus den Bereichen medizinische Versorgung (Apotheke) und Abwasser.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare