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Sponsoren für Aufforstungen

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Von: Joachim Legatis

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Im vergangenen Jahr wurde viel Käferholz aus dem Stadtwald geholt. Über 800 Festmeter Fichtenstämme hat Felix Hofmann (l.) von einer Forstservicefirma an der Tannenhöhe aufgeschichtet, wie Bürgermeister Edwin Schneider erfährt. © Joachim Legatis

Ulrichstein (jol). Gute Preise für das Holz aus dem Stadtwald und die Aussicht auf 15 000 kostenfreie Bäume im Rahmen einer Sponsorenaktion haben die Stadtverordneten überzeugt. Mit einstimmigem Votum hat das Ulrichsteiner Stadtparlament in der jüngstzen Sitzung den Beitritt der Stadt zur »Forstwirtschaftlichen Vereinigung Vogelsberg/Burgwald« FWV beschlossen.

Das ist notwendig, weil der Verkauf des Holzes aus dem 470 Hektar großen Stadtwald aus rechtlichen Gründen nicht mehr wie bisher über das landeseigene Forstamt erfolgen darf, wie Bürgermeister Edwin Schneider erläuterte.

Bislang hatte Hessen Forst die Betreuung des Waldes übernommen und dabei auch den Verkauf des geschlagenen Holzes geregelt. Die Beförsterung läuft weiter, aber aus kartellrechtlichen Gründen darf der Landesbetrieb den Verkauf größerer Mengen Holz nicht mehr als Dienstleistung übernehmen.

Deshalb haben mehrere Forstbetriebsvereinigungen FBV bereits vor über einem Jahr gemeinsam die Holzverkaufsgesellschaft FWV gegründet. Dahinter stehen die Forstbetriebsgemeinschaften FBG Wetter, Marburg, Grebenhain und Westlicher Vogelsberg. Die FBG sind Zusammenschlüsse von privaten Waldbesitzern und Kommunen, die traditionell Waldstücke besitzen. Bei Ulrichstein handelt es sich um 470 Hektar, so Schneider. Im vergangenen Jahr hat die Stadt den Holzverkauf selbst geregelt, weil die neue FWV noch nicht ihren Betrieb aufgenommen hat. Zudem war sehr viel Kalamitätsholz abzusetzen, vor allem Fichten, die nach Borkenkäferbefall abgestorben sind.

Verkauft wurden die Stämme über ein Forstunternehmen, »wir haben gute Einnahmen erzielt«, freute sich Schneider. Die Stadt ist Mitglied der FBV Westlicher Vogelsberg, deren Mitglieder sich der Vermarkltungsorganisation angeschlossen haben. Bereits im vergangenen Jahr wurde ein Geschäftsführer bei der FWV angestellt, »der hat den Laden richtig ins Rollen gebracht«.

So hat die FWV über das Unternehmen ClimatePartner einen Sponsoringaktion für das Pflanzen von Bäumen in die Wege geleitet. »Firmen im Rhein-Main-Gebiet wollen Bäume im Vogelsberg sponsern, um ihre eigene Ökobilanz zu verbessern«, fasst Schneider zusammen. In diesem Jahr solen 150 000 Bäumchen gepflanzt werden. Das bedeutet für Ulrichstein, dass kostenlos einige Hektar Kahlfläche mit Pflanzen besetzt werden. Zusammen mit weiteren Sponsorenaktionen hofft Schneider auf zehn Hektar Auforstungsfläche. Insgesamt müssen im Stadtwald 50 Hektar bestückt werden.

Dem stimmten die Stadtverordneten einhellig zu. Eine Nachfrage von Albert Appel ergab, dass die Stadt noch 60 000 Ökopunkte besitzt, die künftig genutzt werden können.

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