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Zum Schutz vor Hochwasser, wie oben in Groß-Eichen, sollen Fließpfadkarten beitragen, wie die Ulrichsteiner Stadtverordneten beschlossen haben.

Schutz vor Hochwasser

  • Joachim Legatis
    VonJoachim Legatis
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Ulrichstein (jol). Gleich zwei Entscheidungen der Ulrichsteiner Stadtverordneten kreisten jüngst um das Dauerthema der immer sichtbarer werdenden Folgen der Klimaerwärmung. Beschlossen wurden Planungskarten für Starkregen und ein Waldwirtschaftsplan, der Geld für Aufforstung vorsieht.

Deutlich wurde, wie ernst die Kommunalpolitik den Schutz der Häuser und Familien vor Hochwasser nimmt. In der Sitzung beschloss die Stadtverordnetenversammlung einstimmig, der Magistrat soll sich um eine Fließpfadkarte und eine Starkregenkarte für die Großgemeinde bemühen. Diese Planwerke werden von den Experten des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie, HLNUG, errechnet. Für Klimakommunen gibt es dabei Vergünstigungen, hieß es in der Sitzung.

Zu dem SPD-Antrag sagte Christian Faust, dass eine Bewertung der Gefahren durch Hochwasser wichtig sei. Die Experten des Landesamts könnten dabei den Handlungsbedarf in den Kommunen aufzeigen. Albert Appel (Grüne) erinnerte daran, dass solche Extremwetterlagen durch die Veränderungen des Klimas häufiger werden. Er regte an, zu prüfen, ob der Bauhof mit dem Gerät ausgestattet ist, das zum Freiräumen von Röhren, Gräben und Brückendurchlässen benötigt wird. Immer wieder werden Steine und Äste in solche Verengungen von Gräben geschwemmt und stauen das Wasser noch an.

Bürgermeister Edwin Schneider erläuterte, dass erst kürzlich eine Veranstaltung des hessischen Umweltministeriums zum Thema stattgefunden hat. Dabei wurden auch die Fließpfadkarten vorgestellt, auf denen die Wasserströme bei Regenfällen erfasst sind. Die Karten gebe es bereits für ganz Hessen, eine detaillierte Darstellung für die Kommune »ist für kleines Geeld zu haben«.

Noch genauer sind Starkregenkarten, die zusätzliche Hindernisse wie Bordsteine und Bodenwellen berücksichtigen. Allerdings sei die Nachfrage nach diesen Karten sehr hoch, es werde etwas dauern, bis man die Untersuchung für Ulrichstein erhalten kann.

Ohne Gegenstimme blieb auch der Beschluss zum Waldwirtschaftsplan 2022. Dabei geht man von einem Defizit von rund 4900 Euro aus, wie Bürgermeister Schneider erläuterte. Das Geld fließt vor allem in Aufforstungen auf rund vier Hektar Fläche.

Schneider erinnerte an die wechselhaften Erfahrungen mit dem Stadtwald. Noch im Vorjahr war zunächst ein Defizit von knapp 8000 Euro eingeplant, aber die Folgen der Dürre sorgten für viele Bäume mit einem hohen Schädlingsbefall.

So wurden rund 10 000 Festmeter »Käferholz« aus den Wäldern gezogen, was für gute Einnahmen gesorgt hat. Die Zusatzeinnahmen bringen es aber mit sich, dass in den Folgejahren höhere Kosten für Pflanzung und Schutz von Bäumen nötig werden.

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