30 Schlepper aus Rhön und Vogelsberg nach Brüssel

Ulrichstein (au). "Es brennt auf dem Milchmarkt. Die Situation für die Milchbauern in Europa ist dramatisch. Die Milchpreise decken seit langem nicht mehr die Kosten der Produktion, und tausende Kollegen haben bereits aufgegeben", so Oswald Henkel (Hofbieber-Mahlerts) am Samstagmittag auf dem Stadthallenparkplatz.

Henkel ist Leiter eines aus knapp 30 Schleppern bestehenden Konvois, der auf dem Weg nach Brüssel zu einer Protestaktion mit insgesamt 1000 Schleppern aus ganz Europa ist. Dort will man lautstark und mit spektakulären Aktionen auf die unhaltbare Situation aufmerksam machen. Die Politik müsse Verantwortung zeigen und wirksame Marktregeln beschließen, so Henkel.

Auf dem Stadthallenparkplatz begrüßte Ulrichsteins Bürgermeister Edwin Schneider die Fahrtteilnehmer und einige Zuschauer. Die Forderungen der Bauern nach kostendeckenden Milchpreisen und einer gerechten Entlohnung seien berechtigt, unterstrich das Stadtoberhaupt, denn niemand wolle kostenlos arbeiten. Mit auf dem Weg nach Brüssel ist auch Albert Appel (Helpershain), dem Freunde und Nachbarn sowie heimische Berufskollegen ein Plakat mit der Aufschrift: "Gute Fahrt, viel Erfolg, Gruß VB Vereinigtes Bergvolk" mit auf den Weg gaben. Als Wegzehrung erhielt er von seiner Ehefrau Elke einen Kuchen "Auf nach Brüssel".

Bereits am Samstagmorgen hatten sich Teilnehmer aus Rhön und Vogelsberg in Haimbach bei Fulda auf dem Hof von Martin Engel eingefunden, um die Schlepperfahrer aus der Oberpfalz und Franken mit in den Konvoi einzubinden. Diese waren bereits am Freitagmorgen in Amberg gestartet und hatten in Elfershausen bei Hammelburg übernachtet. Pfarrer Markus Schneider erteilte den Schlepperfahrern den Reisesegen, und nach den Worten: "Fahret hin in Frieden", startete der Konvoi über Ulrichstein in Richtung Brüssel. Dort werden die Teilnehmer am heutigen Montag gegen 13 Uhr erwartet.

Konkreter Anlass für die Protestaktion sind wichtige Sitzungen im Europäischen Parlament (26./27. November) sowie im EU-Ministerrat (28./29. November) in Brüssel, in denen über die Reform der EU-Agrarmarktordnung beraten und entschieden wird. Die Milchbauern wollen um diese Termine herum mit den europäischen Entscheidungsträgern in den Dialog treten.

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