1. Gießener Allgemeine
  2. Vogelsbergkreis
  3. Ulrichstein

Schau rund um das widersprüchlichste Haustier

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Ulrichstein (au). »›Alles für die Katz‹ ist eine Ausstellung, die sich mit dem mittlerweile beliebtesten Haustier unserer Zeit beschäftigt«, meinte Erster Stadtrat Werner Funk am Samstagnachmittag bei der Eröffnung im Museum im Vorwerk.

Ulrichstein (au). »›Alles für die Katz‹ ist eine Ausstellung, die sich mit dem mittlerweile beliebtesten Haustier unserer Zeit beschäftigt«, meinte Erster Stadtrat Werner Funk am Samstagnachmittag bei der Eröffnung im Museum im Vorwerk. Diese außergewöhnliche Ausstellung könne man auch als Kunstausstellung sehen, denn Leonardo da Vinci habe gesagt: »Schon die kleinste Katze ist ein Kunstwerk«. Die liebevoll arrangierte Ausstellung der Katzenliebhaberinnen Heike Erbes und Doris Christof knüpfe an die Tradition des Museums an, mit interessanten Themen Menschen aus nah und fern in das Museum im Vorwerk zu locken. Funk wies darauf hin, dass die Ausstellung Einblicke in die Stammesgeschichte unserer heutigen Hauskatze gebe, deren Urahnen, die »Miaciden« bereits vor 65 Millionen Jahren in der Erdgeschichte auftraten.

Seit etwa 10000 Jahren gebe es die Familie der Hauskatze (Felidae). In der Ausstellung seien die unterschiedlichsten Katzenrassen zu sehen. Anatomie, Ernährung, Aufzucht und Erziehung seien weitere Aspekte die vorgestellt würden. Um das ganze interessanter zu gestalten hätten die Ausstellerinnen Katzen aus verschiedenen Materialien zusammengetragen.

Besonders hob der Erste Stadtrat die Beteiligung des Tierheims Lauterbach hervor, die auf die Situation der Katzen aufmerksam machten. Schon Mark Twain habe gesagt: »Wem das Lächeln fehlt, dem fehlt eine Katze«, meinte Funk. Die Mitarbeiterinnen des Tierheims Lauterbach seien gerne bereit jedem ein Lächeln zu vermitteln. Die vielen heimatlosen Tiere in gute Hände zu geben, sei allerdings nur ein Aspekt und eins von vielen Problemen mit dem ein Tierheim heute zu kämpfen habe. »Vielleicht nehmen Sie neue Erkenntnisse über diese außergewöhnlichen Tiere mit nach Hause«, so Funk, »aber versuchen Sie nicht eine Katze begreifen zu wollen. Die Katze, eine der freiesten Seelen der Welt, hütet ihre Geheimnisse schon seit Jahrtausenden. Sie ist das einzige Haustier das sich ein hohes Maß an Selbständigkeit bewahrt hat.«

Letzteres bekräftigte Heike Erbes. Die Katze sei das wohl widersprüchlichste Haustier aller Zeiten. Geliebt, gehasst, verehrt, verfolgt habe sie die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet, ohne ihre Selbständigkeit aufzugeben. Schon die alten Ägypter hätten Tempel gebaut und die Katzen als Gottheit verehrt. Im Mittelalter wurden die Tiere als die Verkörperung des Satans verfolgt. Dies habe zur Folge gehabt, dass sich die Katzen aus den Städten zurückzogen wodurch es zur Mäuse- und Rattenplage gekommen sei, die dann für die Auslösung der Pest verantwortlich war. Erst nach dem Ende der Hexenverfolgung, sei der Ruf der Katze wieder besser geworden. Heute habe die Katze dem Hund als liebstes Haustier den Rang abgelaufen. Darauf habe sich auch die Industrie eingestellt und biete neben einer Vielzahl von Futter, allerlei Zubehör für Katzen und Mensch an. Eine kleine Auswahl davon sei in der Ausstellung zu sehen.

Auch viele namhafte Künstler seien Katzenliebhaber gewesen. Ob Erich Kästner, der seine vier Katzen als seine Musen bezeichnet, oder Goethe und E.A. Poe sowie Maler wie Renoir und Chagall. Heike Erbes wies darauf hin, dass für die Kinder während der Ausstellung ein Malwettbewerb stattfinde. Alle Bilder würden in der Malecke ausgestellt und am Schluss erhielten alle kleinen Künstler eine kleine Aufmerksamkeit.

Auf die sehr angespannte Lage im Katzenbereich des Tierheims Lauterbach machte anschließend Sylvia Gromes aufmerksam. So mussten in letzter Zeit eine große Anzahl herrenloser Katzenbabys aufgenommen werden und die Kapazität sei erschöpft. Es würden dringend gute Pflegestellen für die kleinen Kätzchen gesucht. Das Tierheim weise in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch im ländlichen Bereich jeder Katzenbesitzer sein Tier kastrieren lassen solle, um das Elend der Jungkatzen erst gar nicht entstehen zu lassen.

Tierfreunde, die sich mit der Aufzucht von Katzenbabys auskennen und bereit wären, diese Aufgabe zu übernehmen könnten sich unter Telefon 06641-1516 mit dem Tierheim in Verbindung setzen. Die Ausstellung ist bis zum 3. Oktober während den Öffnungszeiten des Museums: Donnerstag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr und Sonntag von 10 bis 17 Uhr zu sehen.

Auch interessant

Kommentare