Filmemacher

Produktionsgesellschaft in Helpershain gegründet

  • schließen

Vom Kreuzfahrtschiff ins hessischen Mittelgebirge: Eike Zimmermann und Joel Santana sind Kameraprofis und machen in Helpershain ihre eigene Firma für Hochzeits- und Imagefilme auf.

Eike Zimmermann ist in Helpershain aufgewachsen und von langen Traumreisen wieder in den Heimatort zurückgekehrt. In langen Monaten an Bord dreier Kreuzfahrschiffe hat er an Traumdestinationen zwischen Mittelmeer und Karibik die spannendsten Momente filmisch begleitet. Nun geht er eine neue Karriere an und gründet mit dem Frankfurter Joel Santana eine Filmproduktionsgesellschaft. Bereits an Bord waren sie ein eingespieltes Team, nun nehmen sie aus zwei Blickwinkeln Hochzeiten und die Arbeit von Firmen auf, um professionell gemachte Filme zu kreieren.

Die eigene Firma war schon immer ihr Ziel, wie die sympathischen 25-Jährigen sagen. Sie haben Büro und Schnittplätze in dem Ulrichsteiner Ortsteil, ihr Einzugsbereich umfasst aber ganz Hessen. Für Hochzeitspaare drehen sie Filme über die Highlights der Feier und für Unternehmer stellen sie den Betrieb für bewegte Bilder auf der Website her.

Digitalfilm studiert

Zimmermann und Santana haben den Job von der Pike auf gelernt. Sie haben sich am SAE Institut in Frankfurt kennengelernt, wo sie Digitalfilm studierten. "Das ist eine große Universität im Medienbereich mit fünf Fachbereichen von Film über Social Media bis zur Gestaltung von Spielen. Gerade die Games sind ein riesiger Markt", sagt Santana. Nach zwei Jahren intensiven Studiums hatten sie den Bachelor und starteten die berufliche Karriere bei einer Filmproduktionsfirma, die Kamerateams auf Kreuzfahrtschiffe entsendet. Das ging ruck-zuck, "zwei Wochen nach der Bewerbung waren wir auf dem Schiff", erinnert sich Zimmermann. Zunächst ging es mit einem Boot der "Mein Schiff"-Flotte von TUI Cruises zehn Tage auf Törn. "Es war ein Super-Zufall, dass wir zusammen auf ein Schiff gekommen sind", sagt Zimmermann.

An Bord arbeiten immer zwei Filmemacher zusammen. Sie filmen und schneiden die Reise-Erinnerungen für die Passagiere. "Wir sind jeden Tag mit den Gästen rausgegangen", da waren Arbeitstage bis 3 Uhr früh durchaus normal. An Seetagen haben sie Gäste befragt und daraus Mini-Dokumentationen erstellt. "Das macht Spaß, ist aber auch stressig, wenn man den Film noch abends fertig schneiden muss", meint Santana. Das Leben an Bord fanden sie cool, auch wenn sie am Stück für drei bis sechs Monate an Bord waren. Von September 2016 bis April 2018 waren sie vorwiegend auf See. "Wir haben dreimal den Atlantik überquert und die Nordländer, die Kanaren sowie die Karibik erkundet", fasst Zimmermann zusammen.

Hochzeitsfilm ist Vertrauenssache

Dabei stellten sie fest, wie gut sie als Team zusammen gearbeitet haben. "Wir haben gelernt, schnell und effektiv zu arbeiten", sagt Zimmermann. "Die Leute machen Druck", ergänzt Santana. Als sie genug gesehen hatten, überlegten sie, in welchen Filmbereich sie eine Chance mit ihrer Firma haben. Schnell kamen die beiden auf Hochzeitsfilme, ein Markt, der in den USA sehr groß ist und in Deutschland wächst. Als zweites Standbein haben sie sich Imagefilme für Unternehmen ausgesucht. Dabei setzen sie auf den Trend, für die Firmen-Website bewegte Bilder zu produzieren. Stärker als früher sei eine gute Website mit Film eine "Visitenkarte" des Unternehmens.

Das Gemeinsame der Arbeitsbereiche ist, dass sie Menschen in den Mittelpunkt stellen, mal das Hochzeitspaar, mal die Mitarbeiter. Wichtig ist ihnen, einen guten Draht zu den Menschen zu finden. Gerade bei einer Hochzeit ist es Vertrauenssache, jemanden die ganze Zeit so nah um sich zu haben, der mit der Kamera wichtige Momente einfängt. Und bei Unternehmen ist es ähnlich, "um über Menschen zu erzählen, muss man sie kennen", sagt Santana. Und Zimmermann freut sich, wenn eine Trauzeugin, die zuerst skeptisch war, am Ende zufrieden damit ist, wie sie im Film rüberkommt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare