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Dekan Wolfgang Keller (rechts) entband Pfarrer Matthias Bubel aus dem Dienst der Pfarrstelle Bobenhausen II.

Pfarrer auf neuen Wegen: Zurück bleiben Freunde

Ulrichstein-Bobenhausen (sf). Ein Teilstück des Lebensweges von Pfarrer Matthias Bubel führte durch die Kirchengemeinde Bobenhausen II - jetzt trennten sich die Wege von Pfarrer und Gemeindegliedern, denn Bubel wechselt in den Kreis Gießen.

Beim Abschiedsgottesdienst spielte Dekanatsmusiker Kiwon Lee an der Orgel auf, im Verlauf traten zudem verschiedene Musikgruppen auf, und der Männergesangverein Bobenhausen sang zwei Stücke. Zur Kirchengemeinde Bobenhausen gehören auch die Dörfer Wohnfeld, Höckersdorf, Ober-Seibertenrod und Kölzenhain

Eine sehr emotionale Predigt hielt Bubel zum Abschied zu dem Thema "vertraute Wege". So berichtete er über sein Erlebnis auf dem Pilgerweg "Via Baltica". Das ist ein Teilstück des Jakobsweges von Usedom nach Rostock. Er erzählte von einigen Begebenheiten und darüber, dass man achtsam wird für die Wegstrecke, die man betritt. Ob die Route schwer zugänglich ist, ob man auf Beton läuft oder Platten. Man sehnt sich laut Bubel dann nach guten Wegen, wie weichen Wiesen und schönen Waldwegen. Man stelle sich auch die Fragen: "Wie wird er sein, der kommende Weg?", "Werde ich die vor mir liegende Wegstrecke bewältigen?" Und immer dabei seien Gottes Segen und das Vertrauen auf Gott.

Pfarrerfamilie fühlte sich wohl

Bei seiner Rückschau auf die vergangenen zwölf Jahre kam die Festigkeit seiner Stimme ins Wanken. Man spürte, dass Bubel die Worte nicht leicht fielen. In der Kirchengemeinde hätten er und seine Familie sich sehr wohlgefühlt, sagte der scheidende Pfarrer. Dankbar blickte er auf die gute Zeit in Bobenhausen zurück. Pfarrer Bubel lag die Jugendarbeit bis hin zur Seniorenarbeit sehr am Herzen. Auch die harmonische Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand lobte er. Die Pfarrstelle in Bobenhausen II werde immer etwas Besonderes für ihn bleiben.

Es war seine erste Pfarrstelle, und Bubel wurde in der St. Gangolf Kirche auch ordiniert. Die ganze Familie Bubel ist mit der Kirchengemeinde Bobenhausen tief verwurzelt, und es haben sich nach Aussagen von Pfarrer Bubel wunderbare Freundschaften in den vergangenen zwölf Jahren gebildet. Das Vertrauen auf Gott werde helfen, den beginnenden Weg zu begleiten. Die hoffnungsvollen Bilder würden ihn auf dem neuen Weg stützen, zeigte sich Bubel zuversichtlich.

Intensive Jugendarbeit

Dekan Wolfgang Keller entband Pfarrer Matthias Bubel aus dem Dienst der Pfarrstelle Bobenhausen II. Es seien sehr schöne Jahr mit ihn an seiner Seite gewesen, doch nun erwarte ihn ein neues Aufgabenfeld. Die Kirchengemeinden Holzheim und Dorf-Güll (Ortsteile von Pohlheim) könnten sich freuen, einen solchen Pfarrer zu bekommen. Bubel sei ein gestandener Pfarrer, sagte Dekan Keller, einer der zuhören könne, ein sympathischer Mann, einer mit Ideen und einer, der mit Menschen lebe. Matthias Bubel sei ein ausgeglichener Mensch, der den Konflikt nicht scheue, aber nie zu seinen Eigenzwecken ausnutze, so die Worte des Dekans.

Pfarrer Bubel sei auch ehrenamtlich als Jugendpfarrer tätig gewesen und habe so das Evangelium altersgemäß verbreitet. Bei der Jugend- und Drogenberatungsstelle Alsfeld habe er auch seine Impulse gesetzt. Für all seine Arbeit dankte ihm Dekan Keller. Er sagte: "Wir blicken mit Dank und Anerkennung auf die vergangenen zwölf Jahre zurück".

Ganze Pfarrstelle bleibt

Dekan Wolfgang Keller informierte die Gemeinde, dass die Pfarrstelle als eine ganze Stelle erhalten bleibe. Der Kirchenvorstand habe seine Hausaufgaben gemacht, und die Ausschreibung sei auf den Weg gebracht worden. Wie lange die Vakanz dauern werde, könne man nicht prognostizieren, aber auch Landpfarrerstellen würden wieder besetzt. Pfarrer Manfred Hofmann aus Ulrichstein sei nun der nächste Ansprechpartner für die Kirchengemeinde. Man müsse die nun anstehende Phase gemeinsam durchschreiten, und Dekan Keller dankte allen Mitarbeitern, Kirchenvorständen, Lektoren und Prädikanten für die Unterstützung. Er forderte sie auf, den Weg mutig zu gehen.

Instandhaltung vorangetrieben

Dem Mut zum neuen Anfang sei ein Abschied vorangegangen, so konstatierte Brigitte Schmidt als Sprecherin des Kirchenvorstandes. Sie dankte Pfarrer Matthias Bubel für die gute Zeit und für das Heranführen an das Aufgabenfeld des Kirchenvorstandes. Zu den sichtbaren Erinnerungen seiner Amtszeit seien die neue Heizungsanlage, die Renovierung des Glockenturms, die Renovierung des Gemeindehauses, das Instandsetzen einer maroden Orgel und die Renovierung der Kirche in Kölzenhain zu nennen.

"Wir sind stolz auf unseren Pfarrer und wir vermissen ihn", sagte Brigitte Schmidt. "Alle arbeiten an dem Projekt Gottes, doch ständig wechseln die Arbeiter", mit diesen Worten habe Dekan Keller, den Kirchenvorstand gestützt, berichtete Brigitte Schmidt für das Leitungsgremium.

Am Ende des großen Verabschiedungs- gottesdienstes erfreute der Chor "Swinging Voices" unter der Leitung von Dekanatsmusiker Kiwon Lee mit Liedern wie "Open the eyes to my heart", "Herr ich komme zu Dir" und dem Segenslied "Möge Gott seinen Segen auf dich legen an jedem neuen Tag". Am Ausgang der Kirchentür verabschiedete sich Pfarrer Matthias Bubel von allen Kirchenbesuchern persönlich. Dort wurden ihm auch ganz liebe Wünsche übermittelt. Danach hatte der Kirchenvorstand zu einer Feierstunde in die Mehrzweckhalle eingeladen.

Dankesworte und Geschenke

Mit dem Lied "Halleluja Danken" erfreuten die Kinder des Kinder-Treffs und der Kinderkirche die Besucher und besonders die Familie Bubel. Claudia Frank erinnerte an die schöne Zeit und auch Susanne Forgel sprach rührende Worte. Die Küster der insgesamt fünf Kirchen überbrachten Glückwünsche und Geschenke und auch die Ortsvorsteher sprachen für die einzelnen Vereine und Gemeinden Dankesworte.

"Kommen und Gehen, es bestimmt unser Leben", so äußerte sich Ulrichsteins Bürgermeister Edwin Schneider. Heute sei der Tag des Abschieds gekommen, des Abschieds von einem Amt, das Pfarrer Bubel lange ausgefüllt habe. Bürgermeister Schneider dankte für sein Wirken im Dienst der Gemeinde und die Anstöße, die er gegeben habe, für die gute Zusammenarbeit und das offene Ohr, das er stets für alle gehabt habe.

Gerne erinnerte sich Schneider an die Feier zum 250. Geburtstag der St.-Gangolf-Kirche in Bobenhausen im Mai 2013 oder an das 225-jährige Jubiläum der Kirche in Wohnfeld im Jahr 2012. Bürgermeister Schneider überbrachte auch die Grüße der Gemeinde Mücke, die durch den Ersten Beigeordneten Bernd Schwebel vertreten war. Bei Kaffee, Kuchen und guten Gesprächen ließ man den Nachmittag ausklingen.

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