Windkraft Ulrichstein

Parlament für Repowering im Windpark

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Die Ulrichsteiner Stadtverordneten stimmen für Verträge, um den Windpark Wohnfeld von zwölf auf sechs Rotoren zu verkleinern. Zudem will man Geld für Radwege und mehr Feuerwehrleute.

Einstimmige Beschlüsse prägten am Freitag die Stadtverordnetensitzung im Rathaus. So wurde der Magistrat beauftragt mit der HessenENERGIE, Wiesbaden, einen städtebaulichen Vertrag und in der Folge den Nutzungsvertrag abzuschließen. Anlass dafür ist ein Repowering des Windparks "Alte Höhe" in Wohnfeld/Bobenhausen II. Beim Vortrag des Vertrages durch Bürgermeister Edwin Schneider war zu hören, dass dort zehn Altanlagen abgebaut und drei bis vier neue Windkraftanlagen errichtet werden sollen. In diesem Gebiet befinden sich neben den zehn alten Anlagen von Micon mit Nabenhöhe 70 Metern aus dem Jahr 2000 noch zwei Enercon-Anlagen mit Nabenhöhe 138 Metern, die erhalten bleiben. Die zehn Altanlagen gehören der Stadt (6), der HessenENERGIE (2) und der Windpark Alte Höhe Betriebs GmbH (2).

Schneider teilte mit, dass die Baugenehmigungen der Altanlagen unbefristet erteilt wurden. Die Schallimmissionswerte werden auch nach dem Repowering eingehalten beziehungsweise sogar geringfügig verbessert.

Die Repowering-Unterlagen waren Anfang April in einer Bürgerversammlung in Wohnfeld sowie bei der Ausschusssitzung der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt worden. Das Konzept mit der HessenENERGIE hatte große Zustimmung bei den Bürgern und Mandatsträgern gefunden.

Zustimmung fand auch der SPD-Antrag zur Nutzung von Landesmitteln zum Ausbau des Radwegenetzes. Hier wurden Magistrat und Verwaltung beauftragt, bei der Erneuerung der Ortsdurchfahrt Helpershain und Ulrichstein (Ohmstraße) verstärkt zu prüfen, ob die im Koalitionsvertrag der hessischen CDU und Grünen angekündigte Förderung des Radwegnetzes genutzt werden kann, um die Belastung für die Stadt und die privaten Anwohner zu reduzieren. Außerdem soll geprüft werden, ob Wirtschaftswege durch diese Förderung zusätzlich zu Radwegen ausgebaut werden können. In der Vergangenheit seien Straßenerneuerungen, wie in Rebgeshain, dazu genutzt worden, um die Fahrbahn zu verschmälern und damit die Bürgersteige zu verbreitern. Damit würden bei einer grundhaften Erneuerung die Kosten für die Anlieger steigen. Deshalb solle geprüft werden, ob ein Teil des breiten Bürgersteiges als Radweg ausgewiesen werden könne.

Die Feuerwehr Ulrichstein stellte einen "Maßnahmenplan" vor. Um den Erhalt, die Tagesalarmbereitschaft und die Nachwuchsförderung der Feuerwehren macht sich der Wehrführerausschuss schon länger Gedanken. Seit Januar 2018 erarbeitet ein Arbeitskreis Lösungsvorschläge. Nach der Einleitung von Stadtbrandinspektor Andreas Hädicke zeigte Wehrführer Jörg Jost (Kölzenhain) die Probleme auf. So seien 173 Einsatzkräfte, davon 79 Prozent männlich, vorhanden. Davon seien 38 Einsatzkräfte Atemschutzgeräteträger und weitere 31, die zurzeit nicht die Voraussetzung erfüllen. 42 aktive Mitglieder seien bei Tag-Alarm verfügbar. Für Atemschutz stünden 14 Einsatzkräfte zur Verfügung. Bei Tag-Alarm hätten acht Einsatzkräfte einen Lkw-Führerschein Klasse C. Als ernüchternd bezeichnet Jost die Anzahl der Aktiven in Ulrichstein mit nur 13. Positiv sei ihre Anzahl in Bobenhausen und Rebgeshain. In beiden Ortsteilen werde eine hohe Tagesalarmbereitschaft bedingt durch Firma Medicap in Bobenhausen, Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe in Rebgeshain sichergestellt.

Beim Brand einer landwirtschaftlichen Maschine in Wohnfeld am 8. Juni 2018 um 11 Uhr vormittags zeigte sich ein ernüchterndes Bild bei der Einsatzstärke. Bei der Alarmierung von vier Ortschaften Ulrichsteins waren 14 Einsatzkräfte in den ersten 20 Minuten an der Einsatzstelle.

Das Fazit Josts: Die Gremien müssen mit den Feuerwehren zusammenarbeiten und versuchen, die vom Arbeitskreis "Zukunft Feuerwehr" erarbeiteten Maßnahmen umzusetzen und zu kontrollieren. Ansonsten müssten sie den AK informieren, ob die Maßnahmen Erfolge oder Misserfolge aufweisen. "Eins ist sicher, das Prinzip von oben herunter, funktioniert nicht mehr!"

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