Moderne Kanalsanierung schont Kasse und Nerven

Ulrichstein (au). Im Rahmen der Eigenkontrollverordnung des Landes Hessen (EKVO) sind in Abstimmung mit dem Amt für Wasser und Bodenschutz die Kanäle der Schadensklassen 0 und 1, gravierende Schäden wie Risse, Brüche, einragende Anschlussstutzen bis zum Jahr 2015 zu sanieren.

Ulrichstein (au). Im Rahmen der Eigenkontrollverordnung des Landes Hessen (EKVO) sind in Abstimmung mit dem Amt für Wasser und Bodenschutz die Kanäle der Schadensklassen 0 und 1, gravierende Schäden wie Risse, Brüche, einragende Anschlussstutzen bis zum Jahr 2015 zu sanieren. Diese vom Land Hessen auferlegten Aufgaben schlagen in den Haushaltsplänen der Stadt von 2007 bis einschließlich 2015 mit knapp über drei Millionen Euro zu Buche. In den vergangenen Jahren wurden bereits sämtliche Kanäle der Stadt mit der TV-Kanalkamera befahren und auf dieser Basis für die Behebung der Schäden ein Sanierungskonzept durch das Ingenieurbüro Müller aufgestellt.

In dem derzeitigen Sanierungsabschnitt werden Kanalhaltungen in Ober-Seibertenrod und der Kernstadt Ulrichstein in geschlossener Bauweise von innen saniert. Dies bedeutet, dass keinerlei Erdarbeiten von außen nötig sind. Bürgermeister Erwin Horst und Bauamtsleiter Lutz Hammerstädt ließen sich kürzlich in der Kernstadt die Arbeiten von Dipl.-Ing. Marc Müller sowie dem Bauleiter der Rohrsanierungsfirma aus Nürnberg, Dipl.-Ing. Johannes Raab, den Ablauf der Sanierungen erläutern. In je zwei Haltungen in den Straßen "Am Brandgraben" und "Pfaffenackerstraße" werden Inliner aus Nadelfilz mit einer Länge von rund 100 Meter inversiert.

Dabei müssen zunächst die Haltungen mittels Hochdruckspülverfahren gereinigt und im zweiten Schritt mit Hilfe eines Roboters die in der Haltung befindlichen Hindernisse wie beispielsweise einragende Hausanschlussstutzen entfernt werden.

Für das Einbringen des Liners wird zunächst das Epoxidharz mit dem Härter vermischt und anschließend der Nadelfilzliner mit Hilfe einer Einrichtung auf dem Fahrzeug zur Tränkung mit dem Epoxidharz getränkt. Dabei wird der "auf links gemachte Liner" unter Vakuum mit dem Harz gefüllt. Elektrisch betriebene Walzen verteilen das Harz gleichmäßig.

Für das Einbringen in die Haltung wird das Ende des Liners am Inversionsturm befestigt und in den Schacht abgelassen. Dabei muss der ab der Schachtsohle mit Harz getränkte Liner mit Wasser gefüllt und "umgestülpt" werden, sodass die bisherige mit Harz getränkte Innenseite des Linerschlauches nach außen gelangt und sich dank des Epoxidharzes mit dem Kanalrohr verklebt.

Für die Aushärtung des Epoxidharzes wird das in dem Linerschlauch befindliche Wasser auf die Aushärtetemperatur aufgeheizt, so genannte Warmwasserhärtung. Die Aushärtung erfolgt über Nacht, wobei das Personal der Firma Diringer und Scheidel während dieser Zeit permanent die Wassertemperatur überprüft und darauf achtet, dass das Harz gleichmäßig aushärtet. In der Zeit während des Einbringens und der Aushärtung des Inliners sind die Hausanschlüsse am Hauptkanal verschlossen. Diese werden im Anschluss an das Aushärten mit einem Roboter geöffnet und fachgerecht an den Hauptkanal angebunden. Die in den jeweiligen Straßen betroffenen Anwohner wurden im Vorfeld per Handzettel über die Sanierung informiert.

Zur Erfolgskontrolle wird nach Fertigstellung der Maßnahme der Kanal mittels Druckprüfung geprüft und mit einer Videokamera dokumentiert. Des Weiteren werden während des Einbaus und nach der Aushärtung Proben des Liners und des Harzes genommen und im Labor untersucht.

Bürgermeister Horst und Bauamtsleiter Hammerstädt zeigten sich beeindruckt von dieser problemlosen Kanalsanierung, die zum Einen der Stadt und somit auch dem Bürger enorme Kosten spare und zum Anderen die Beeinträchtigungen durch umfangreiche Erdarbeiten entfallen lässt.

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