Für das Landschaftsbild besser

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Neue Windenergieanlagen und kein Protest? Das geschieht gerade in Ulrichstein, denn unter dem Strich steht eine Entlastung der Anwohner an. Am heutigen Freitag entscheiden die Stadtverordneten über das Ersetzen von 28 alten Rotoren durch acht neue in den Windparks bei Helpershain und Wohnfeld. Das Thema wurde am Mittwochabend in einer Ausschusssitzung behandelt und das einstimmige "Ja" lässt eine ebensolche Beschlussfassung im Stadtparlament erwarten. Dabei sagte Bürgermeister Edwin Schneider, dass die neuen Anlagen zwar größer als die alten sind, aber die Lärmemission sei niedriger, wie eine Modellrechnung gezeigt habe.

Neue Windenergieanlagen und kein Protest? Das geschieht gerade in Ulrichstein, denn unter dem Strich steht eine Entlastung der Anwohner an. Am heutigen Freitag entscheiden die Stadtverordneten über das Ersetzen von 28 alten Rotoren durch acht neue in den Windparks bei Helpershain und Wohnfeld. Das Thema wurde am Mittwochabend in einer Ausschusssitzung behandelt und das einstimmige "Ja" lässt eine ebensolche Beschlussfassung im Stadtparlament erwarten. Dabei sagte Bürgermeister Edwin Schneider, dass die neuen Anlagen zwar größer als die alten sind, aber die Lärmemission sei niedriger, wie eine Modellrechnung gezeigt habe.

Unter Vorsitz von Florian Kaiser befassten sich der Haupt- sowie der Bauausschuss mit dem Repowering in den beiden Windparks. Dabei erläuterte Schneider, dass Gremien der Stadt bereits seit mehreren Monaten über die Zukunft der Windkraft in Ulrichstein beraten und verhandeln.

Zuletzt gab es eine Eigentümerversammlung in Wohnfeld, bei der sich die Grundstückseigentümer zufrieden mit den Austauschplänen im Windpark zeigten. Insgesamt gibt es 55 Windkraftanlagen im Stadtgebiet, so Schneider. Davon gehören 14 den Stadtwerken, der Rest wird von Hessen-Energie und Privatleuten betrieben, drei sind Bürgerwindparks.

In diesem Jahr rechnet die Stadt mit rund einer Million Euro Einnahmen aus Windenergie durch Betrieb, Wegeentgelten und Gewerbesteuer. Schneider: "Ohne die Einnahmen sähe es für die Stadt zappenduster aus, denn wir sind finanziell nicht gut gestellt". Deshalb habe man seit September 2018 über den Ersatz von alten Anlagen durch moderne beraten.

Denn im Windpark "Goldener Steinrück" bei Helpershain sind 18 Anlagen 20 Jahre in der Nutzung, auf der "Alten Höhe" Wohnfeld sind es zehn. Bei ihnen läuft die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbaren Energien-Gesetz aus, danach kann der Strom nur an der Strombörse verkauft werden. Das niedrige Preisniveau macht die Altanlagen unrentabel.

Deshalb werden alte Rotoren durch neue ersetzt. Wegen der Größe liefern sie höheren Ertrag, sie brauchen mehr Platz, gelten aber als leiser als alte Anlagen. Bei Helpershain will HessenEnergie 18 Windräder abbauen und vier neue errichten. Bei Wohnfeld sollen zehn Stromerzeuger aus dem Jahre 2000 abgebaut und drei bis vier neue errichtet werden. Auf der "Alten Höhe" Wohnfeld stehen sechs Anlagen der Stadtwerke, zwei von Hessen Energie und zwei sind Bürgerwindparks. Für das Repowering liegen Angebote von zwei Firmen vor. Dazu gab es bereits Info-Veranstaltungen mit den Projektierern.

Die Firma Juwi plant drei Rotoren, Hessen Energie will den Staatswald mit einbeziehen und vier errichten. Die genauen Standorte werden erst im Genehmigungsverfahren festgelegt, sagt Schneider, "je nachdem, wie der Rotmilan und der Schwarzstorch fliegen". Jedenfalls sollen zwei Anlagen auf städtischen Arealen stehen, was Pachteinnahmen bedeutet.

Geld für Stadt und Private

Die möglichen Einnahmen nannte Schneider nicht, er stellte aber die Verteilung vor. So will Juwi 57 Prozent der Erträge an die Stadt abführen, den Rest an private Grundstückseigentümer. Hessen Energie will 41 Prozent an die Stadt abführen, den Rest an die privaten Grundstückseigentümer. Beide Projektierer wollen rund 25 Prozent der Anteile als Bürgerbeteiligung anbieten. Der Magistrat empfiehlt den Vertrag mit der OVAG-Tochter Hessen Energie zu machen.

Fazit Schneiders: "Das Landschaftsbild wird sich positiv verändern". Eine Untersuchung zu Lärmemissionen ergab, dass der neue Windpark leiser ist als der bisherige.

Karl Weisensee (SPD) befürwortete das Repowering in Wohnfeld durch HessenEnergie, weil es die Anwohner entlastet und einen Vorteil für die Grundstückseigentümer beinhaltet. Für die höhere Belastung als Menschen in anderen Orten "bekommen sie mehr aus der Pulle". Beim Repowering für den Windpark Helpershain gab es keine Wahlmöglichkeit, da gibt es eine Einigung mit HessenEnergie. Den Verträgen stimmten die beiden Ausschüsse einstimmig zu.

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